PRESSEMITTEILUNG VOM 11.02.2019:

Religion ist kein Zaungast europäischer Entwicklung

Bonifatiuswerk zieht Bilanz zum Europäischen Kulturerbejahr – Stimme der christlichen Kirchen müssen im politischen Handeln Europas wieder eine größere Rolle spielen

Religion ist kein Zaungast, der unbeteiligt der europäischen Entwicklung zusieht. Sie ist vielmehr ein starker Gestalter gesellschaftlicher Transformationen, der aktiv zum Wachstum und zur friedlichen Identität Europas beiträgt. Diese Bilanz zieht das europaweit tätige Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken aus dem zu Ende gegangenen Europäischen Kulturerbejahr. Um zukünftiges europäisches Wachstum voranzutreiben, müsse die religiös-kulturelle Herkunft des Kontinents und ihre Bedeutung für die Gegenwart positiv bejaht werden. Gerade die Stimmen der christlichen Kirchen seien für ein nachhaltiges politisches Handeln in Europa zwingend notwendig. 

Der Soziologe John Rawls – einer der einflussreichsten Philosophen des 20. Jahrhunderts – sprach in seiner Gesellschaftstheorie von einem Schleier des Nichtwissens, in dem die Zukunft der Gesellschaft verborgen ist und Angst macht. Ziel des Bonifatiswerkes im Kulturerbejahr war es, den Schleier des Nichtwissens über europäische Gesellschaftsprozesse zu lüften und die christlichen Wurzeln Europas freizulegen. "Eine Vielzahl an Projekten verdeutlichte, dass wer sich seiner kulturellen und religiösen Herkunft bewusst ist, vor der Zukunft keine Angst zu haben braucht. Wenn es uns als Christen gelingt, Christus als Licht der Welt in unserem täglichen Handeln auch in bewegten und belastenden Zeiten unserer Kirche zum Strahlen zu bringen, so verlieren die dunklen Schatten im Europa unserer Zeit ihre Bedrohung und ihren Schrecken", sagte der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen.  

Besonders die lebhaften Diskussionen während des hochkarätig besetzten Europakongresses an der Katholischen Hochschule in Paderborn mit Annette Schavan, Prof. Dr. Navid Kermani, Dr. Hans-Gert Pöttering, Elmar Brok, Aiman A. Mazyek, Bischof Prof. Dr. Hein und Dr. Wolfram Eilenberger hätten gezeigt, dass sich Europa unter Wert verkaufe. Die Europäer müssen die Potentiale der jüdisch-christlichen Wurzeln Europas als Fundament des europäischen Friedensprojektes neu entdecken.

"Aus dieser Erkenntnis heraus möchten wir alle politischen Verantwortungsträger dazu ermutigen, die religiös-geprägte Biografie Europas anzuerkennen und in ihrem politischen Handeln die Stimme der christlichen Kirchen stärker einzubeziehen. Die Verantwortungsträger auf allen Ebenen der Kirche möchten wir ermutigen, nicht zaghafte Verwalter des kulturellen Schatzes Europas für zahlende Kirchenmitglieder zu sein, sondern sich als Impulsgeber zu verstehen, um die Gläubigen zur Nachfolge und Jüngerschaft Christi am jeweiligen gesellschaftlichen Ort zu begeistern und zu befähigen", sagte der Präsident des Bonifatiuswerkes und ehemalige Bürgermeister der Stadt Paderborn, Heinz Paus.  

"Für uns im Bonifatiuswerk ist die Religion kein Zaungast Europas, der unbeteiligt zusieht. Sie ist vielmehr ein starker Gestalter gesellschaftlicher Transformationen, der aktiv zum Wachstum und zur friedlichen Identität Europas beiträgt", sagte Austen. Für jeden Einzelnen in der Gesellschaft bedeute dies, sich im Bewusstsein der christlichen Wurzeln und gemeinsamen Werte Europas offen gegenüber gesellschaftlichen Veränderungsprozessen zu zeigen und sich Anderem, Neuem und Fremden hinzuwenden, so wie Jesus Christus es vorgelebt habe.  

Unter dem Titel "Herkunft hat Zukunft" hatte das Bonifatiuswerk eine Vielzahl an Projekten initiiert, die weit über die Landesgrenzen hinweg ihre Wirkkraft entfaltet haben. Europaweiten Anklang fand u.a. ein ökumenisches Glockenläuten verbunden mit einem Gebet für den Frieden, an dem mehr als 1.700 Gemeinden, Einrichtungen, Institutionen und private Glockenbesitzer im deutschsprachigen Raum teilgenommen haben. Höhepunkt des Programms war der Europakongress in Paderborn. Darüber hinaus wurden Weiterbildungen und Unterrichtsmaterial für Schulen, ein Filmwettbewerb für Jugendliche, eine internationale Europawoche, eine Wanderausstellung zu biblischen Sprichworten und europäischen Heiligen sowie weitere Mitmachaktionen in verschieden Städten Deutschlands angeboten. 

Initiert wurde das Europäische Kulturerbejahr unter dem Leitwort "Sharing Heritage - Geteiltes Erbe" von der Europäischen Kommission und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Ziel des Jahres war es, Europa seinen Bewohnern näher zu bringen. Das Jahr warf ein Schlaglicht auf das reiche Kulturerbe Europas und zeigte auf, wie wichtig das Kulturerbe für die Förderung eines gemeinsamen Identitätsgefühls und für die Gestaltung der Zukunft Europas ist.

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Erkenntnisse und Ermutigungen des Bonifatiuswerkes aus dem Europäischen Kulturerbejahres. Foto: Patrick Kleibold1,21 MBDownload
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