GEGEN DEN KLIMAWANDEL AUF GRÖNLAND

Energetische Kirchensanierung in Nuuk

Die Kirche nach Abschluss der energetischen Sanierung. (Foto: Bonifatiuswerk)
Die Kirche nach Abschluss der energetischen Sanierung. (Foto: Bonifatiuswerk)

Im Sommer 2018 konnte die Sanierung des Pfarrzentrums bestehend aus Kirche, Gemeinderäumen und Priesterwohnung in Nuuk auf Grönland abgeschlossen werden. Das Pfarrzentrum war alt und kaum isoliert. Die Pfarrwohnung konnte bei Schneestürmen nur bis zu 14 Grad beheizt werden. Die Kosten für die alte Ölheizung waren horrend. Küche und Esszimmer der Pfarrwohnung dienten vor der Sanierung auch als Pfarrgemeindesaal. Dort trafen sich die Menschen nach der Sonntagsmesse zum Kirchenkaffee. Gerade auch mit Blick auf die Bewahrung der Schöpfung hat die Gemeinde vor Jahren beschlossen, das Pfarrzentrum energetisch zu sanieren. Heute ist das Haus in einen umweltgerechten Zustand gebracht und Platz geschaffen worden: für eine wachsende Gemeinde und den ortsansässigen Priester.

Eine neue Heizungsanlage, neue Fenster und Türen sowie Gebäudeisolierung ermöglich ein komfortables Raumklima. Vor dem Hintergund, dass der Klimawandel auf Grönland ganz besonders zu spüren ist, sind die Gemeindemitglieder dankbar nicht länger zu den Mitverursachern zu gehören. Gerade mit Blick auf zunehmend auftretende Klimaverschiebungen, die sich insbesondere auf Grönland bemerkbar machen, hatte die Bistumsleitung sich entschieden, dass vor über 50 Jahren gebaute Zentrum energetisch zu sanieren. Für alle Katholiken auf Grönland.

 

Die Hilfe aus Deutschland war für uns ein großes Geschenk. Ich danke allen Priestern und Katholiken, die uns über das Diaspora-Kommissariat und über das Bonifatiuswerk, solidarisch zu Seite standen.

Generalvikar Niels Engelbrecht

Kleine und internationale Kirche
 

Der Großteil der Gemeindemitglieder stammt von den Philippinen. Sie leben ihren Glauben in einer extremen Minderheitensituation, da etwa 96 Prozent der auf Grönland lebenden Menschen der lutherischen Staatskirche angehören. Das Pfarrzentrum heute ist der zentrale Treffpunkt für die 350 auf Grönland verstreut lebenden Gemeindemitglieder. Die katholische Pfarrei Christ König, die zum Bistum Kopenhagen gehört, wurde 1958 in der Hauptstadt Grönlands, Nuuk, gegründet. Sie war die erste katholische Gemeinde auf Grönland, der größten Insel der Welt. Heute leben auf ihr ca. 56.000 Menschen, alleine 17.000 in der Hauptstadt.

Davon sind gerade einmal 300 Menschen katholisch. Sie leben teilweise über die Insel verstreut. Im eisigen Winter ist es besonders schwierig die Hauptstadt Nuuk und somit den Gottesdienst zu erreichen. Nach 50 Jahren brauchten Kirche, Gemeinde und Priesterwohnung eine dringende Sanierung. Das Pfarrzentrum wurde erbaut, als Umwelt und Klimaveränderungen keinen großen Platz im Bewusstsein der Menschen hatten.

Unterstützen Sie die Bauhilfe!

Dank für solidarische Unterstützung
 

Anders als in Deutschland erhalten die Katholiken auf der Insel Grönland, die zum dänischen Bistum Kopenhagen gehört, keinerlei staatliche Unterstützung. Die finanzielle Situation im gesamten Bistum ist äußerst schwierig. Finanzielle Hilfe bekommen die Grönländer seit Jahren von den deutschen Katholiken. Um sich ein konkretes Bild davon zu machen, was es beudetet, den eigenen Glauben in einer kleinen Pfarrei, unter schwierigen Bedingungen in einem der abgelegensten und zugleich stark säkularisierten Teil der Welt zu leben, hat eine Paderborner Delegation des Diaspora-Kommissariats der deutschen Bischöfe Grönland im Juli 2019 bereist.

Der Generalvikar des Bistums Kopenhagen, Niels Engebrecht, und die Vertreter der 250 Mitglieder zählenden Gemeinde der Pfarrei Christ König auf Grönland dankten für die kontinuierliche und solidarische Unterstützung in den vergangenen Jahren. "Wir haben eine sehr kleine und zugleich internationale Kirche kennengelernt, die vor großen Herausforderungen steht. Faszinierend zu sehen war, wie lebendig und freudig diese wenigen Katholiken ihren Glauben leben und sich gesellschaftlich einbringen", sagte Erzbischof Becker. Die Katholiken stellen gerade einmal 0,8 Prozent der Bevölkerung auf der Insel.

Impressionen aus Grönland

IHRE ANSPRECHPARTNERIN ZUM PROJEKT

Sie haben Fragen zu diesem Projekt, einer Spende oder wünschen weitere Informationen?
Nicole Dürdoth ist Ihnen gerne behilflich.

Nicole Dürdoth

Referentin Fundraising
05251 29 96-45
nicole.duerdoth@bonifatiuswerk.de