Das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken unterstützt katholische Christen überall dort, wo sie in einer extremen Minderheitensituation, in der Diaspora, ihren Glauben leben.

Mit seiner Bau-, Verkehrs-, Kinder- und Glaubenshilfe fördert es Projekte in Deutschland, Nordeuropa und dem Baltikum.

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2. Platz beim Bonifatiuspreis im Jahr 2007:

Preisträger „Mit dem Rad Glauben erfahren“

 

Den zweiten Preis in Höhe von 1.500 Euro erhielt bei der Verleihung des Bonifatiuspreises 2007 der Wiesbadener Kaplan Dr. Christof May für den von ihm entwickelten Firmkurs "Mit dem Rad Glauben erfahren". Bei dem Wiesbadener Projekt erhalten junge Leute im Alter zwischen 16 und 18 Jahren auf einer längeren Fahrradtour - ausgerüstet mit einem persönlichen Pilgerbuch und einer DVD für daheim - ihren Unterricht für das Sakrament der Firmung.

Mit dem Rad Glauben erfahren: Der Firmradkurs

Kann man einen Firmkurs als Wallfahrt gestalten, als Pilgerreise mit dem Rad? Sind Jugendliche für so etwas zu begeistern? Vor diesen Fragen stand Kaplan Christof May vor einigen Jahren, als er sich Gedanken darüber machte, seinen Firmlingen eine Alternative zur traditionellen wöchentlichen Firmkatechese anzubieten, die das Gemeinschaftsgefühl der Jugendlichen, ihren Sinn für christliche Communio stärken sollte.

Christof May versuchte es und entwickelte ein Konzept, wie Glaube radelnd zu erfahren sei. In einer siebentägigen Tour, so die Idee, wollte er mit seinen Firmlingen die 350 Kilometer von Wiesbaden zum Kloster in Münsterschwarzach mit dem Fahrrad zurücklegen. Die Pilgerreise sollte dabei zum einen mit der Schöpfungsgeschichte verbunden sein: Zu Beginn jeder Etappe diente jeweils ein Tag aus der Schöpfungsgeschichte als Morgenimpuls. „Der Schöpfungsbericht gibt die einzuschlagende Richtung vor, nämlich: Der Mensch ist auf Gottes Abbild hin geschaffen. Zeitlebens ist er auf dem Weg, immer mehr in diese Abbildlichkeit Gottes hineinzuwachsen“, so Christof May. Zum anderen sollten die Jugendlichen sich unterwegs in katechetischen Einheiten mit den sieben Sakramenten beschäftigen.

Am 15. Oktober war es dann so weit: Die erste Etappe führte die 22 Mädchen und Jungen von Wiesbaden nach Frankfurt. Bevor es auf die 51 Kilometer lange Reise ging, feierten die Pilger mit der Gemeinde einen Aussendungsgottesdienst, der das erste Sakrament, die Taufe, thematisierte. Dazu wurde der erste Tag des Schöpfungsberichts gelesen sowie die Beschreibung der Taufe Jesu (Lk 3,22 f.). Die anschließende Katechese griff das Thema Taufe auf, indem sie den Sinn der Pilgerreise verdeutlichte: „Wir folgen dem Stern unserer Sehnsucht, der uns als Christen in der Taufe aufgegangen ist. Wir schwimmen zurück zu unseren Quellen, zum Quellwasser der Taufe.“

Anschließend machte sich die Gruppe auf den Weg. Eine erste Rast gab es im Rhein-Main-Regionalpark: Hier stellten sich die Teilnehmer gegenseitig vor und äußerten Wünsche und Erwartungen, die sie mit dem Kurs verbanden. Außerdem erhielt jeder sein persönliches Pilgerheft, in dem er die Reise für sich dokumentieren und jeden Abend auf einem „Tendenzometer“ eintragen konnte, ob und aus welchen Gründen er sich firmen lassen möchte. Eine weitere katechetische Einheit befasste sich, ausgehend von Gen 28, 10-22, mit der Erreichbarkeit Gottes, den menschlichen Sehnsüchten und Hindernissen auf dem Sehnsuchtsweg. „Formuliert drei Wünsche oder Fürbitten für euch, notiert sie in euer Pilgerbuch, in das kein anderer außer euch Einblick hat. Und nehmt eure Bitten und Wünsche als Gepäck mit auf diese Wallfahrt“, lud Kaplan Christof May seine Firmlinge ein.

Nach weiteren 15 Kilometern kam die Gruppe am Ende des ersten Tages in Frankfurt an, wo in der katholischen Hochschulgemeinde zu Abend gegessen und übernachtet wurde. Vor der verdienten Nachtruhe erzählte ein Jesuitenpater den Jugendlichen über seine Sehnsüchte und sein Leben als Pilgerweg. Schließlich stellten sich die Mädchen und Jungen noch der Frage „Will ich mich firmen lassen und warum?“ und füllten in ihrem Pilgerheft ihr „Tendenzometer“ aus. Ganz ähnlich behandelte Christof May an den folgenden Tagen die übrigen Sakramente – anhand von Texten und gemeinsamen Gesprächen, aber auch, indem die Teilnehmer in Fußgängerzonen Passanten über ihren Glauben, ihren Lebensstil und ihre Träume befragten. Nach sechs Tagen im Sattel erreichte die Gruppe erschöpft, aber zufrieden das Kloster Münsterschwarzach, das Ziel der Reise. Den abschließenden Ruhetag nutzten die Firmlinge noch einmal, um sich intensiv mit dem bevorstehenden Firmgottesdienst zu beschäftigen. Der Firmradkurs war ein voller Erfolg: 17 der 22 Teilnehmer meldeten sich danach spontan als Ministranten an. „Diese jungen Menschen haben auf der Pilgerradreise Feuer gefangen und engagieren sich nun aktiv in der Kirche. Einige haben mit missionarischem Eifer sogar andere Jugendliche mitgezogen, die der Kirche vorher eher fernstanden“, freut sich Christof May. 

Buchtipp:

Christof May ist mittlerweile Pfarrer in der Gemeinde Braunfels und wird von dort aus auch in diesem Jahr mit seinen Firmlingen mit dem Rad auf Pilgertour gehen. Über seine Erfahrungen hat er das Buch „Mit dem Rad Glauben erfahren“ geschrieben.
(Pro Business Verlag Berlin 2006, ISBN-10: 3939533432, € 19,90)

 

 

 

Bonifatiuspreis-Jury

  • Generalsekretär Monsignore Georg Austen
  • Bischof Dr. Franz-Josef Bode
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  • Schwester Jordana Schmidt OP
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  • Prof. Dr. Julia Knop

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Hunderte von Gemeinden, Gruppen und Einzelpersonen haben sich in den letzten Jahren für den Bonifatiuspreis beworben. Einige wurden bislang ausgezeichnet, aber nicht jeder, der mitgemacht hat, konnte gewinnen. Deshalb haben wir für Sie 40 besonders kreative, witzige und beispielhafte Projekte in der Broschüre „Missionarisch Kirche sein − Projekte zum Bonifatiuspreis“ in 104 Seiten zusammengefasst.

 

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