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Erzbistum Paderborn und Bistum Le Mans sind EMIL-Preisträger 2022

104 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 16 europäischen Ländern kamen zur Europawoche nach Paderborn. (Foto: Jan Schnieders)
104 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 16 europäischen Ländern kamen zur Europawoche nach Paderborn. (Foto: Jan Schnieders)

12.05.2022


Das Erzbistum Paderborn und das Bistum Le Mans in Frankreich sind die diesjährigen Preisträger des Europäischen Meilensteins für Innovation und Leistung (kurz: EMIL). Erzbischof Hans-Josef Becker und Bischof Yves Le Saux nahmen die Auszeichnung des Westfälischen Forums für Kultur und Bildung im Rahmen der Europawoche, die vom Bonifatiuswerk gefördert wird, nun in Paderborn entgegen. Gewürdigt werden soll mit dem EMIL die jahrhundertealte Freundschaft des Erzbistums mit dem Bistum.

Das Erzbistum Paderborn und die Diözese Le Mans sind durch einen "Liebesbund ewiger Bruderschaft" verbunden, der seit fast 1200 Jahren besteht und auch Kriege und Feindschaft überdauerte: 836 hatte das in Frankreich gelegene Bistum Le Mans dem 799 gegründeten Bistum Paderborn die Reliquien eines ihrer Heiligen geschenkt, der seitdem der Schutzpatron des Erzbistum Paderborn ist: der heilige Liborius. Der mit 1000 Euro dotierte Preis wurde in der Paderborner Kaiserpfalz im Rahmen der Europawoche des Westfälischen Forums für Kultur und Bildung vergeben. Die Europawoche fand vom 4. bis 8. Mai unter dem Leitwort "Unsere Verantwortung für morgen" in Paderborn statt.

Mehr als 100 Teilnehmer aus 14-EU-Ländern tauschen sich aus

Mehr als 100 Gäste aus 14 EU-Ländern, der Ukraine und der Türkei nahmen an der 22. Auflage der Veranstaltung teil. Bei der Europawoche, die 2020 und 2021 coronabedingt ausfallen musste, diskutierten die Teilnehmer über aktuelle politische und gesellschaftliche Fragen. In diesem Jahr standen die Themen Umwelt- und Klimaschutz, aber auch unsere Verantwortung für Bildung und die individuelle Übernahme von Verantwortung im Vordergrund. Es ging dabei um die zusammenwachsende Gemeinschaft in Europa. Während der Europawoche wurden auch neue Studien aus Lettland und Irland zur Situation der Gewässer und der Balance zwischen Mensch und Natur vorgestellt und diskutiert. Zudem wurde die Situation in Paderborn mit dem Fluss Pader als "urbane Wasserlandschaft" im Zuge des Antrags auf das Europäische Kulturerbesiegel thematisiert. 

Verbrüderung als größtes Wunder des Liborius

Bei der Preisverleihung in der Paderborner Kaiserpfalz hielt Professor Dr. Matthias Wemhoff als jüngster Preisträger des EMIL die Laudatio. Er erinnerte an das Leben des heiligen Liborius und an die Verbindung zwischen dem Erzbistum Paderborn und dem Bistum Le Mans. "Schon bald wird die Reliquienübertragung 1200 Jahre zurückliegen, 40 Generationen haben seitdem in den Städten und Bistümern gelebt und gehandelt, unvorstellbar Vieles ist geschehen und trotzdem ist dieser Faden der Verbrüderung nicht abgerissen", betonte der Direktor des Museums für Vor- und Frühgeschichte der Staatlichen Museen zu Berlin. "Das ist vielleicht das größte Wunder, das der heilige Liborius bewirkt hat."

Ganz besondere Auszeichnung

Der Friede in Europa sei eine Schicksalsfrage, nicht allein für Europäer, vielmehr für die Menschheit, sagte Erzbischof Hans-Josef Becker in seiner Dankesrede nach der Preisverleihung. "Wenn der Friede hier in Europa nicht gelingt, nach all der Barbarei, dann wird er niemals und nirgendwo gelingen", unterstrich der Erzbischof auch im Namen von Bischof Yves Le Saux aus Le Mans. Hans-Josef Becker erinnerte in seinen Dankesworten zudem an die Grundlage des seit fast 1200 Jahren bestehenden „Liebesbundes ewiger Bruderschaft und Freundschaft“ und betonte: "Welch großartiges Geschenk von euch, lieber Yves, liebe Freundinnen und Freunde aus Le Mans, an uns, an unser Bistum, unsere Stadt, an Westfalen, an unser Land!“ Der EMIL sei sowohl für Bischof Yves als auch für ihn persönlich eine ganz besondere Ehrung, eine „schöne und im wahrsten Sinne ‚gewichtige‘ Auszeichnung".
 

EMIL erstmals 2008 bei Europawoche verliehen

Der Vorstand des Westfälischen Forums für Kultur und Bildung hat den EMIL erstmals im Mai 2008 im Rahmen der Europawoche verliehen. Mit der Auszeichnung wird besonderes Engagement für Europa gewürdigt: Der Preisträger soll sich in herausragender Weise für die Europäische Idee einsetzen, er kann aus der Region OWL kommen, aber ebenso können "wichtige Europäer" ausgezeichnet werden. Der EMIL soll alle zwei Jahre vergeben werden. Ursprünglich erfolgte die Preisvergabe in Kooperation mit der Deutschen Bank Paderborn mit einem Preisgeld von 1000 Euro, seit 2012 hat die Sparkasse Paderborn-Detmold dies übernommen. Der Steinmetz Thomas Vossebürger aus Paderborn-Wewer stiftet den "Meilenstein" aus Granit.

Die Glaubenshilfe des Bonifatiuswerkes fördert die Europawoche mit einer Fördersumme in Höhe von 4000 Euro.

(nd/BAM)