Das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken unterstützt katholische Christen überall dort, wo sie in einer extremen Minderheitensituation, in der Diaspora, ihren Glauben leben.

Mit seiner Bau-, Verkehrs-, Kinder- und Glaubenshilfe fördert es Projekte in Deutschland, Nordeuropa und dem Baltikum.

Kartenausschnitt Europa
Suche starten

Projektleitung "Gesellschaft missionarisch gestalten" (BDKJ)

Geförderte Personalstelle (2012-2013, 100.000 Euro), Bistum Magdeburg

Birgit Štica
Birgit Štica

Birgit Štica schreibt über sich und ihr Projekt: "Aufgewachsen im Bistum Magdeburg habe ich Kirche als Ort erlebt, an dem ich wachsen und meine Fähigkeiten, Fertigkeiten und Ideen einbringen konnte. Sei es bei der Organisation von Jugendfahrten, als Mitglied des Pfarrgemeinderates, bei der Gestaltung von Wort-Gottes-Feiern und vielem mehr. Es gab stets Raum, um Gemeinde (Kirche) mit zu gestalten und selbst verantwortlich zu handeln.

Dabei war es aber von Anfang an Kirche in der Diaspora, die ich kennengelernt habe. Das Nachdenken über meinen Glauben ebenso wie das Nachdenken darüber, wie sich Kirche in der Welt von heute ausdrücken kann, beschäftigt mich seit jeher. Es war eine der Motivationen für mich, das Theologiestudium (Diplom) in Erfurt zu absolvieren. Da mich dabei immer auch die Glaubensweitergabe und religiöses Lernen interessierte, folgte der Abschluss zum B.A. in Pädagogik der Kindheit.

Während meines Theologiestudiums hat mich der erste Satz der Pastoralkonstitution Gaudium et spes stets begleitet. „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi.“

Mit diesen Worten ist mir deutlich geworden, dass ich Christin nicht allein für mich, in meinem privaten Bereich sein kann und ebenso Theologie nicht losgelöst von der Welt betreiben kann. Christin sein heißt für mich, die Freude und Hoffnung, aber auch die Trauer und Angst der Mensch von heute ernst zu nehmen und nicht leichtfertig wegzuwischen. Das kann verschiedene Ausdrucksformen haben. Eine wichtige Ausdrucksform ist dabei das politische Engagement - das Engagement in die Gesellschaft hinein. Und hier setzt das Projekt „Gesellschaft missionarisch gestalten“ an.

Durch das vom Bonifatiuswerk geförderte Projekt habe ich die Möglichkeit gemeinsam mit den Nord- und Ostdiözesen der Frage nachzugehen, wie mehr junge Menschen dafür begeistert und befähigt werden können, aus ihrem Glauben und ihrem Interesse heraus auf vielfältigem Weg in der Jugend-politik tätig zu sein. Das Projekt zielt zum einen darauf, Jugendlichen zu helfen, ihre Gedanken und Gefühle zur Sprache zu bringen und somit in den gesellschaftlichen Diskurs einzubringen. Im zweiten Schritt zielt es darauf, dass die engagierten jungen Menschen in den Jugendverbänden unter dem Dach des BDKJ auch die Jugendpolitik als Ort entdecken, wo sie missionarisch aktiv werden können und so das unterscheidend Christliche im Raum der Jugendpolitik vorleben und in die Gesellschaft hineintragen.

Im ersten Schritt geht es vor allem darum, mit Jugendlichen und jungen Menschen des BDKJ vor Ort, aber auch mit der Jugendpastoral der Bistümer ins Gespräch zu kommen und Vernetzungsarbeit zu betreiben. Von dort aus wird ein Ansatz entwickelt, wie Projekte konkret aussehen können, welche junge Menschen begeistern und befähigen im weiten Sinne jugendpolitisch zu agieren und so Gesellschaft aus dem christlichem Glauben heraus sozial wie politisch gerecht mitzugestalten."

Kontakt:

Birgit Štica
c/o BDKJ-Diözesanstelle Magdeburg
Max-Josef-Metzger-Straße 1
39104 Magdeburg
E-Mail: stica@bdkj.de

 


Weitere Berichte zum Verlauf des Projekts:


Update Februar 2013:

Der Schwerpunkt der Projektstelle wurde in den ersten Monaten darauf gelegt, die Situation der Diözesen im Bereich Jugendverbandsarbeit und Jugendpastoral speziell in Bezug auf Jugendpolitik zu analysieren und das Projekt in den Diözesen vorzustellen sowie Begeisterung dafür zu wecken. Dazu dienten vor allem zahlreiche persönliche Kontakte: auf der Bundesebene des BDKJ sowie mit den BDKJ-Diözesanverbänden, der Jugendpastoral in den Diözesen, den katholischen Büros, den Landesjugendringen, den Jugendhilfeausschüssen und mit weiteren Akteuren in diesem Bereich im Norden und Osten Deutschlands. Diese Kontakte konnten sowohl aufgebaut und vertieft werden. Hinzu kamen die Recherche und das Studium von Texten und Statistiken zu Verbandsarbeit, Jugendpastoral und Jugendpolitik im Norden und Osten Deutschlands.

Als erstes Ergebnis zeichnet sich ab, dass zwar alle Diözesen mit der spezifischen Situation der Diaspora konfrontiert sind und somit eine geringe Anzahl an Gläubigen aufweisen, dass jedoch die Strukturen im Bereich der Jugendpolitik variieren und sich dadurch auch das jugendpolitische Engagement unterschiedlich ausgeprägt hat.

Um die Lage der Diözesanverbände und der Jugendpastoral speziell in Bezug auf Jugendpolitik präziser zu erfassen und objektiv nachvollziehbar zu machen, habe ich einen Fragebogen entwickelt. Die Auswertung der Fragebögen wird zum einen mit in eine spätere Publikation zum Thema Jugendpolitik eingehen, zum anderen stellt die darin enthaltene Bestandsanalyse die Grundlage für die Ermittlung der Bedarfe in den einzelnen Diözesen im Bereich Jugendpolitik dar. Auf dieser Grundlage werden weitere Aktionen und Veranstaltungen geplant und umgesetzt.

Vernetzungstreffen zur 72-Stunden-Aktion

Vom 18. bis 19. Januar 2013 fand beispielsweise ein erstes, von mir organisiertes Vernetzungstreffen zur 72-Stunden-Aktion in Magdeburg statt. Die 72-Stunden-Aktion ist eine bundesweite Sozialaktion des BDKJ, die Jugendliche und junge Menschen motiviert, Missstände in ihrer Umgebung wahrzunehmen und aus ihrem Glauben heraus aktiv gegen sie vorzugehen. In diesem Sinne fördert sie Engagement, was in die Welt hinein wirkt. Dieses breite Verständnis von Politik als die Gestaltung der öffentlichen Angelegenheiten zum Wohle der Bürger ist ein erster Schritt dahin, auch Verständnis und Engagement für Politik in einem engeren Sinne zu entwickeln.

Kennenlernen und Bestandsaufnahme
Kennenlernen und Bestandsaufnahme
Gemeinsames Abschlussfoto
Gemeinsames Abschlussfoto

Ein Erfolg war das Vernetzungstreffen zum einen, da es gelungen ist, aus allen sechs Diözesen Vertreterinnen und Vertreter zusammen zu bringen, was eine flächendeckende Berichterstattung und Austausch zur 72-Stunden-Aktion möglich machte. Darüber hinaus konnten wertvolle Kontakte geknüpft und ausgebaut werden. Kreative Ideen und Erfahrungen zur 72-Stunden-Aktion wurden erprobt und intensiv diskutiert, um dann nach dem ‚Best Practice‘-Prinzip mit in die je eigene Diözese genommen zu werden. Am Ende war man sich einig, dass diese Art der Vernetzung mit anderen Diözesen in der Diaspora sehr bereichernd ist und auch weiterhin gepflegt werden soll.  


Workshop ‚Jugendpolitik‘ in Magdeburg
Workshop ‚Jugendpolitik‘ in Magdeburg

Update Juli 2013:

Der zweite Schritt der Projektstelle bestand darin, nach der Bestandsanalyse die jeweiligen Bedarfe der einzelnen BDKJ-Diözesanverbände im Norden und Osten Deutschlands zu ermitteln.

Auch dies geschah anhand zahlreicher Gespräche mit den BDKJ-Diözesanvorständen, mit Fachreferentinnen und Fachreferenten, den katholischen Büros und vielen weiteren Akteuren und Akteurinnen im Bereich Jugendpolitik. 

Deutlich wurde, dass es viele politisch engagierte Christinnen und Christen gibt, die gern Jugendliche und junge Erwachsene für politische Themen begeistern wollen, dass jedoch die vorherrschenden politischen ‚Räume‘ die junge Generation nicht ansprechen.

Es kommt entscheidend darauf an, neue Räume für politisches Engagement zu kreieren. Zwei Momente scheinen von besonderer Bedeutung: junge Menschen wünschen sich politische Teilhabe, die ernst genommen wird und somit auf ihre Lebenswelt verändernd wirkt. Zum anderen sehen sie, dass diese Teilhabe von Kindes Beinen an selbstverständlich sein muss. Von Anfang an braucht es die Möglichkeit, demokratische Strukturen kennenzulernen und sich in ihnen zu bewegen.

Das heißt zum einen, die Jugendarbeit so zu gestalten, dass Jugendliche Raum haben, um Teilhabe zu leben. Zum anderen heißt es, konkrete politische Räume so umzugestalten, dass Beteiligung ernst gemeint und erfahrbar wird.

Wie bereits oben angesprochen, ist die 72-Stunden-Aktion des BDKJ ein herausragendes Beispiel dafür, wie politische Beteiligung im weiten Sinne erfahrbar werden kann. Jugendliche gehen mit wachem Blick durch die Welt und nehmen wahr, wo Missstände herrschen und wo die Welt ein Stück besser sein könnte. Innerhalb von 72-Stunden gehen sie dann ans Werk, eigenständig und selbstverantwortlich diese Missstände zu beseitigen und wirken so in die Gesellschaft hinein.

Um die 72-Stunden-Aktion in der Diözese Dresden/Meißen bekannter zu machen, konnte durch die Projektstelle ein Informations- und Aktionsstand zur Jugendwallfahrt im Kloster St. Marienstern angeboten werden, der regen Zulauf hatte.

Jugendwallfahrt der Diözese Dresden-Meißen auf dem Gelände des Klosters St. Marienstern
Jugendwallfahrt der Diözese Dresden-Meißen auf dem Gelände des Klosters St. Marienstern

Aufgrund der verehrenden Hochwassersituation in vielen Teilen Deutschlands entstand vom BDKJ-Diözesanverband Magdeburg spontan die Idee zur Aktion „In 72-Stunden Flutschäden lindern helfen“. Ein bundesweiter Aufruf wurde vereinbart. Der Aufruf ermutigte Aktionsgruppen der 72-Stunden-Aktion dazu, in die betroffenen Gebiete zu fahren, um Flutschäden zu beseitigen und den Menschen vor Ort wieder Mut zu schenken.

Über 600junge Menschen folgten diesem Aufruf und machten sich auf den Weg in die betroffenen Gebiete in der Diaspora. Die meisten von ihnen kamen in den Raum Magdeburg, Halle und Weißenfels wo zu dieser Zeit die Lage am schlimmsten war. Doch auch nach Sachsen konnten Gruppen vermittelt werden. Gerade in diesen Regionen, in denen der Anteil von Katholiken und Katholikinnen an der Bevölkerung  weniger als 3% ausmacht, stellt dies ein besonderes Zeichen der Solidarität und des bürgerlichen Engagements dar.  

Aktionszentrale Fluthilfe Magdeburg
Aktionszentrale Fluthilfe Magdeburg

Durch die Projektstelle ‚Gesellschaft missionarisch gestalten‘ wurde eine schnelle Vernetzung der BDKJ-Diözesanverbände für die Aktion ermöglicht. Die Anmeldung der Aktionsgruppen konnte durch die Projektstelle gewährleistet werden, ebenso wie die Vergabe von Erstinformationen und die Aufteilung auf die BDKJ-Diözesanverbände, welche Bedarf angemeldet hatten. Durch Spenden wurde die Fluthilfeaktion unter anderem vom Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken unterstützt.

Aufbauend auf die erfolgte Situationsanalyse und die Bedarfsermittlungen werden im Folgenden weitere Veranstaltungen und Aktionen zur Vernetzung der BDKJ-Diözesanverbände im Norden und Osten Deutschlands und zur Weiterbildung im engeren und weiteren jugendpolitischen Sinn durchgeführt.  

Wo genau unterstützt die Glaubenshilfe?

Welche Projekte die Glaubenshilfe derzeit ganz konkret gefördert, sehen Sie auf unserer Projekte-Karte!

Zur Projekt-Map

Aktuelle Publikationen

Im Mittelpunkt des neuen Bonifatiusblattes steht das Thema der Diaspora-Aktion 2017 "Unsere Identität: Segen sein".

Die aktuelle Ausgabe der Kinderzeitschrift "boni kids" beschäftigt sich mit dem Thema "Reformation". Mehr Infos

Und das neue Heft der Schriftenreihe „Lebendiges Zeugnis“ (02/2017) widmet sich dem Thema "Bibelpastoral".

Cover Bonifatiusblatt

Bonifatiusblatt

Cover boni kids

boni kids

zur aktuellen Ausgabe von 'Lebendiges Zeugnis'

Lebendiges Zeugnis

Bankverbindungen


für Spenden:
BIC GENODEM1BKC
IBAN DE46472603070010000100


für Rechnungen (BoniService GmbH):
BIC GENODEM1BKC
IBAN DE24472603070010003600

© Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken | Impressum | Sitemap