Das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken unterstützt katholische Christen überall dort, wo sie in einer extremen Minderheitensituation, in der Diaspora, ihren Glauben leben.

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Passantenseelsorge im Licht.punkt Ludwigshafen

Geförderte Personalstelle (2013-2015, 72.500 Euro), Bistum Speyer

Pastoral im Brückenpfeiler: Licht.punkt in Ludwigshafen.
Lichtpunkt
Zugang zur Kapelle im Licht.punkt.
Zugang zur Kapelle im Lichtpunkt

Joachim Lauer, Jahrgang 1973, arbeitet seit Februar 2013 im Licht.punkt, der Passantenseelsorge Ludwigshafen. Er schreibt über sich uns sein Projekt: "Die bislang einzige Einrichtung dieser Art im Bistum Speyer ist untergebracht in der Passage des S-Bahn-Haltepunkts Ludwigshafen-Mitte, der seit über zehn Jahren zunehmend den Hauptbahnhof Ludwigshafen in dessen Funktion ablöst und zum Umschlagplatz Nummer 1 für den öffentlichen Nah- und Fernverkehr avanciert ist.

Die Passage dient als Unterführung der Verbindung des Zentrums mit einem Einkaufszentrum und dem dahinter gelegenen Ärztehaus Lusanum.

Untergebracht in einem Brückenpfeiler des Bahnhofs hat der Licht.punkt drei Bereiche:

  • Eine Kerzenwand mit aufliegendem Anliegenbuch lädt Passanten zum Verweilen vor einer historischen Marienfigur ein.
  • In der dahinter liegende Kapelle, die als reduzierter Raum allen Religionen offensteht, können Menschen in einer Auszeit im Angesicht des Kreuzes Ruhe und Konzentration finden.
  • Schließlich bietet ein Begegnungsraum, der als modern eingerichteter Glaskubus größtmögliche Transparenz zwischen dem Innen und Außen widerspiegelt, Gelegenheit für Einzelgespräche.

Der Licht.punkt steht für eine neue Form von Kirche; einer Kirche, die auf Menschen zugeht und ihnen dort begegnet, wo sie sich alltäglich bewegen“, begeistert sich Lauer für die Einrichtung. Angesichts der lebensfeindlichen, kalten Umgebung der Unterführung spricht er gerne von einem „Anders-Ort“, um das Originäre des Licht.punkts hervorzuheben. „Die Anwesenheit von Kirche an einem Ort, wo man sie nicht vermutet, ist im Grunde urjesuanisch und kann eine – im positiven Sinn – gewisse Verstörung hervorrufen. Berührungsängste werden abgebaut. Menschen, die nie einen Fuß in eine Kirche setzen würden, haben hier einen Ort, wo sie ihre Anliegen vorbringen können – en passant, auf dem Weg von A nach B, ohne großen Umweg.“ Das kommt an. Vor allem im Winter werden viele Kerzen angezündet, um der langen Dunkelheit nicht nur äußerlich etwas entgegenzusetzen. Die Strahlkraft, die von den brennenden und mit Anliegen aufgeladenen Kerzen in die Passage dringt, macht aus einem offensichtlich höchst säkularen Ort einen heiligen, der von den Menschen als solcher wahrgenommen und respektiert wird. „Das ist keine Selbstverständlichkeit“, weiß Lauer, „meines Wissens gab es in all den Jahren am Licht.punkt keinerlei Form von Vandalismus, was ich angesichts des Umfeldes sehr beachtlich finde.“

Das Gesprächsangebot wird derzeit vor allem von einsamen und trauernden Menschen genutzt. Bei einem Kaffee – wahlweise auch einem Tee – erzählt es sich oft leichter, weshalb der immer zu einem Gespräch dazu gehört. Da bislang vor allem Menschen mit einem konkreten Anliegen in den Begegnungsraum kommen, will Lauer auch hier in den nächsten Monaten die Schwelle senken. Möglich wäre dies durch ein kleines Angebot von interessanten Waren, die man im näheren Umfeld des Licht.punkts nicht bekommen kann. Er denkt an Eine-Welt-Waren und ein Kartensortiment zu den Sakramenten und Lebenswenden, das sich vom übrigen Angebot in der City abhebt. „Auf diese Weise sind wir ein Teil der Geschäftsleute, ohne zu diesen in Konkurrenz zu stehen. Wichtig ist mir aber, Menschen, die sich für den Ort interessieren, aber zu zurückhaltend sind, um von sich aus ein Gespräch zu eröffnen, eine Möglichkeit zu geben, sich einfach mal bei uns umzuschauen, ohne dass sie gleich mit der Tür ins Haus fallen müssen.“

Mit besonderen Formen des Kirche-Seins hat Lauer schon länger Erfahrung. Nach zwei absolvierten Studien der Religionspädagogik und der Theologie in Mainz, Vallendar und Jerusalem betreute er für einige Jahre die Katholiken in der Deutschsprachigen Gemeinde in Brüssel. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland arbeitete er neben seiner Tätigkeit als Pastoralreferent in einer Pfarreiengemeinschaft seit Ende 2010 mit halber Stelle als Leiter der Jugendkirche LUMEN in Ludwigshafen – dort ist er bis heute. „Auch das ist natürlich ein spannendes Projekt, weil hier Jugendliche die Chance haben, Ihre Vorstellungen von Kirche, von Gemeinde und von Liturgie nicht nur zu denken, sondern auch in die Tat umzusetzen.

Im Februar 2013 hat Lauer von der Pfarreiarbeit in die Passantenseelsorge gewechselt. „Die Gemeinden stehen vor einem grundlegenden Wandel“, beschreibt Lauer die Situation in seinem Umfeld. „Viele Gemeindeglieder fühlen sich zunehmend heimatlos, weil sich die kirchlich-gemeindliche Realität verändert. Hier hat der Licht.punkt sicherlich einfachere Voraussetzungen. Es gibt keine Traditionen oder festgefahrenen Wege. Kirche darf sich hier neu erfinden und experimentieren.“ Dass dazu auch das Scheitern gehört, ist sich Lauer bewusst. „Aber es ist nicht so gravierend wie vor Ort, wo Veränderungen und Neuaufbrüche mehr Zeit brauchen und sehr behutsam angegangen werden müssen.“

Kontakt

Licht.punkt Passantenseelsorge
Joachim Lauer
Berliner Platz 1a
67059 Ludwigshafen
E-mail: lauer@lumen-ludwigshafen.de

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