Das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken unterstützt katholische Christen überall dort, wo sie in einer extremen Minderheitensituation, in der Diaspora, ihren Glauben leben.

Mit seiner Bau-, Verkehrs-, Kinder- und Glaubenshilfe fördert es Projekte in Deutschland, Nordeuropa und dem Baltikum.

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Projektstelle „Sozialpastoral" in der Kirchengemeinde St. Marien, Bremen

Bericht 2 von Januar 2016: Was in einem Jahr passiert ist

Seit meinem letzten Bericht im April 2015 hat sich das Leben im Gemeindezentrum St. Nikolaus weiter entwickelt. Gruppen, an denen ich moderierend bzw. leitend beteiligt bin, wie die Hauskonferenz, die Projektgruppe und die Kindergruppe haben Bestand und „laufen“. Auch andere Gruppen, mit denen ich in eher geringen Maße zusammenarbeite und die meine Begleitung nicht brauchen, haben ihren Platz gefunden und „laufen“: das Bibelteilen, das Sonntagscafé, das Elterncafé, das Kartenspielen, der Jugendtreff, die Pfadfinder seien genannt. An dieser Stelle möchte ich nun einige Aspekte des neuen Lebens im Gemeindezentrum St. Nikolaus, an dem ich seit meinem letzten Bericht mitwirken konnte, thematisieren.

Kinderkleiderlädchen

Das Team der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen des Kinderkleiderlädchens ist gewachsen. Es arbeiten nun neun Damen regelmäßig mit. Das führte dazu, dass wir nun nicht nur dienstags vormittags, sondern auch donnerstags nachmittags öffnen können. Alle drei Monate gibt es Teambesprechungen und einen ausführlichen Austausch. Das Lädchen wird gut besucht und, wahrscheinlich aufgrund der ruhigen und freundlichen Atmosphäre, kommt es zu guten Gesprächen zwischen Verkäuferinnen und Kunden. Da wir eine – vergleichbar geringe – Gebühr für die Kleidung erheben, müssen die Mitarbeiterinnen sich aber auch manchmal mit den Forderungen nach einer Preisreduzierung auseinandersetzen. Wir haben uns besonders gefreut, im Herbst letzten Jahres aus den Verkaufserlösen für das Übergangswohnheim für Flüchtlinge im Stadtteil Fahrradzubehör für Kinder in Höhe von ca. 400 Euro kaufen und übergeben zu können. Viele Kunden des Lädchens nutzen auch die anderen Angebote im Gemeindezentrum, z.B. die Deutsch-Kurse, das Betreuungsangebot der Kita oder auch die offenen Sprechstunden des Caritas Beratungsdienstes.

Seniorenfrühlingsfest

Im April letzten Jahres fand das Seniorenfrühlingsfest unserer Gemeinde im Gemeindezentrum St. Nikolaus statt. An der Planung und Durchführung habe ich mitgewirkt. Ca. 40 Senioren nahmen teil. Ein besonders schönes Geschenk war, dass auch ältere Senioren kamen, die von den ambulanten Caritas-Pflegediensten begleitet wurden. Wir haben zuerst eine Hl. Messe zusammen gefeiert und danach eine Zeit der Begegnung bei Kaffee und Kuchen gehabt. Einige haben Gedichte und Geschichten zum Frühling oder Themen, die sie bewegten, mitgebracht und mit uns geteilt. Die Stimmung war heiter und durch die zahlreichen lustigen Geschichten verging die Zeit wie im Flug. Wir planen bereits für Mai 2016 ein neues Seniorenfrühlingsfest.

Deutsch-Kurse

Seit April letzten Jahres ist die Anzahl der Deutsch-Kurse in unserem Gemeindezentrum auf insgesamt fünf gestiegen. Sie alle werden von Ehrenamtlichen geleitet und sind für die Teilnehmer kostenlos. Drei haben die Vermittlung von Grundkenntnissen der deutschen Sprache zum Ziel, werden von einer kostenlosen Kinderbetreuung flankiert und ausschließlich von syrischen Christen besucht. Die zwei anderen sind Konversationskreise und werden von der Caritas Bremen getragen.

Seit April letzten Jahres hat sich zudem ein Angebot für analphabetische Frauen fest im Gemeindezentrum etabliert. An ihm nehmen kontinuierlich vier Damen aus dem ehemaligen Jugoslawien teil, die maßgeblich aufgrund ihrer familiären Situation (große Kinderanzahl, schwierige Betreuungssituation) nicht die Möglichkeit haben, die üblichen Alpha-Kurse in Bremen zu besuchen. Die Damen haben eine außerordentlich hohe Motivation Lesen und Schreiben zu lernen, die sich im Laufe der Zeit sogar noch gesteigert hat. Das Angebot findet dreimal wöchentlich statt und ist für die Teilnehmerinnen kostenlos. Gelegentlich wird auch eine Kinderbetreuung flankierend angeboten. Die Familie einer Teilnehmerin hat zudem auch eine Anbindung an unsere Kirchengemeinde gefunden. Ich leite das Angebot.

Kinderferienfreizeit

Im Sommer letzten Jahres habe ich zusammen mit einigen Ehrenamtlichen eine Kinderferienaktion am Standort St. Nikolaus angeboten. Sie richtete sich vor allem an Grundschulkinder, deren Eltern arbeiten mussten. Sie fand für zwei Wochen werktags von 8 bis 16 Uhr statt. Im Schnitt nahmen täglich 15 Kinder teil. Wir haben zusammen Fußball und andere Outdoor-Spiele gespielt, Stockbrot gebacken, sind Schwimmen gefahren, haben eine Tierfarm und eine Weserinsel besucht und haben gelernt, wie man richtig ein Lagerfeuer macht. Zum Abschluss haben wir ein Schwimmbecken aufgebaut und mit einigen Eltern gegrillt. An diesem Angebot nahmen auch manche Kinder aus der Kindergruppe teil, von der bereits hier berichtet wurde.

Seit Juli 2015 hat sich ein Gesprächskreis für von Brustkrebs betroffenen Frauen im Gemeindezentrum etabliert. Eine Ehrenamtliche unserer Gemeinde leitet ihn und ca. fünf Frauen nehmen daran regelmäßig monatlich teil. Mir fielen dabei einige organisatorische Aufgaben zu (Flyer und weitere Werbung).

Im Juli, Oktober und Dezember 2015 haben wir an Sonntagnachmittagen einen Wortgottesdienst für Familien mit Kleinkindern zu den Themen „Segen“, „Licht“ und „Sterndeuter“ gefeiert. Anschließend gab es die Gelegenheit zur Begegnung. Ca. 15 Personen nahmen durchschnittlich daran teil. Ich leite das Angebot und plane es zusammen mit zwei Ehrenamtlichen. 2016 werden wir es koordiniert mit den anderen Angeboten unserer Gemeinde für Kinder und Familien zweimonatlich anbieten.

Syrisch-Christlicher-Sozialer Club

Seit September 2015 trifft sich immer samstags nachmittags bis abends ein Kreis syrischer christlicher Familien (SCSC / Syrisch-Christlicher-Sozialer Club) in unserem Gemeindezentrum. An diesem Treff nehmen sowohl Eltern als auch Kinder teil. Durchschnittlich sind es etwa 30 Personen. Für alle ist etwas dabei. Viele von ihnen sind Flüchtlinge und erst seit wenigen Wochen oder Monaten hier in Deutschland, manche sind aber auch schon seit mehreren Jahren hier und haben in Deutschland studiert sowie eine Familie gegründet. Besonders interessiert sind sie an Sprachtreffs und Aktionen für Kinder. Sie möchten zudem den in Deutschland ankommenden Flüchtlingen bei ihren ersten Schritten in das Leben hier Unterstützung bieten und ihnen auch helfen ihre Traditionen, Herkunft und Sprache nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. In Bremen-Nord trifft sich regelmäßig ihr „Chor der Liebe“ zur Probe. Der Kontakt und die Idee einer Kooperation zwischen unserer Gemeinde und dem Club kamen im Rahmen meiner Beratungs- und Begleitangebote zustande. Von Seiten unserer Gemeinde bin ich der Ansprechpartner.

Nikolaus-Fest

Verbindungen zur Gemeinde bestehen über einzelne Mitglieder von SCSC, die an den sonntäglichen Eucharistiefeiern teilnehmen. Außerdem haben wir den Nikolaustag gemeinsam begangen. Auch Eltern der Kita St. Nikolaus nahmen daran teil. Dazu haben wir zunächst aufgrund des Patronatsfestes des Gemeindezentrums eine Eucharistiefeier zusammen gefeiert. Besonders Highlight dabei war, dass Mitglieder des „Chores der Liebe“ das Vaterunser in aramäischer Sprache, also in der Sprache Jesu, gesungen haben. Ein älterer deutscher Teilnehmer war sehr berührt davon, dass er dies noch erleben durfte. Er meinte: „Für die haben wir das ganze hier gebaut!“ Im Anschluss daran gab es die Gelegenheit zur Begegnung. Wir haben dabei natürlich auch deutsche Adventsbräuche thematisiert: Bischof Nikolaus kam zu Besuch, sprach mit den anwesenden Kindern und beschenkte sie. Auch syrische Adventsbräuche haben wir kennengelernt: wir haben von der Hl. Barbara gehört, die in Syrien im Advent besonders verehrt wird, und ließen uns die dazugehörigen Süßigkeiten schmecken. Alle - SCSC, Gemeinde und Kita - waren dankbar über diese Zeit der Begegnung.

Arabisch-Kurs

Seit November 2015 wird in unserem Gemeindezentrum ein kostenloser Arabisch-Kurs angeboten, der von einer ehrenamtlichen Muttersprachlerin unserer Gemeinde gehalten wird. Ihr Anliegen war es, nachdem sie Hilfe erfahren hat, auch etwas wieder zurück zu geben. Es geht bei dem Kurs um das Erlernen des Arabischen in Sprache und Schrift. Der Kurs findet wöchentlich donnerstags abends statt und richtet sich grundsätzlich an alle Interessierten. Sieben Personen nehmen momentan daran teil. Vor allem sind es Personen, die im Bereich der Flüchtlingshilfe aktiv sind.

Die Beratungs- und Begleitdienste für einzelne Personen biete ich weiterhin an. Vor allem erfolgt dies im Rahmen einer wöchentlichen offenen Sprechstunde als „Behördenlotse“, aber auch zu weiteren verschieden gelegenen Terminen. Der Großteil meiner Klienten (ca. 75 Prozent) haben Migrationshintergrund und Fluchterfahrungen. Sie brauchen Unterstützung in der Kommunikation mit den Behörden. Ich fülle mit ihnen Anträge aus, schreibe Briefe, führe Telefonate und spreche persönlich mit den zuständigen Sachbearbeitern. Oftmals sind sie sehr schüchtern und unsicher, strahlen aber auch eine tiefe Dankbarkeit für jede erfahrene Hilfe aus. Oftmals fühle aber auch ich mich als der Beschenkte, wenn ich mit ihrem tief empfunden Glauben und ihrem Vertrauen auf Gott konfrontiert werde.


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