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11.01.2018

Interview: Eliya aus Mossul berichtet aus Södertälje

Eliya Amanoeel

Im Dezember wurde die Kirche in Södertälje geweiht. Noch immer kommen zahlreiche Flüchtlinge nach Schweden. Für die Neuankömmlinge haben die Kirche und die Gemeinde in Södertälje eine besondere Bedeutung. Eliya Amanoeel, ein junger Erwachsener der Gemeinde berichtet anlässlich der Weihe der Jungfrau Maria-Kirche in Södertälje am 08. Dezember 2017 von seinen Erfahrungen:

 

Wie hast du das ganze Projekt erlebt. Wann und wie hast du zuerst davon erfahren? Was waren deine ersten Gedanken?

Ich bin seit 10 Jahren hier und vom Bau der Kirche wusste ich seit dem ersten Tag. Die Erfahrung war so: Wir hatten unsere eigene Kirche. Auch wenn das mit der Kirche nicht geklappt hätte, haben wir uns immer sicher gefühlt. Wir hatten ja schon eine. Aber mit den Jahren wurde der Zustand der alten Kirche immer schlechter. Bis dahin, dass die Restaurierung der Kirche unmöglich wurde. Ich glaube, wir sind alle glücklich, eine neue Kirche zu haben und wir freuen uns alle darauf unsere neuen Aktivitäten zu starten und mit dem alten weiterzumachen.

Was sind die Vorteile der neuen Kirche?

Gut ist, dass wir jetzt mehr Platz haben, sowohl für die Messe, als auch für verschiedene Aktivitäten.

Wie lange bist Du schon in der Gemeinde?

Ich bin 2007 in Schweden angekommen. Seitdem bin ich in der Gemeinde.

Woher kommst Du?

Ich komme aus Mossul im Irak. 2007 bin ich geflüchtet. Ich weiß nicht, ob alle, die hier sind, aus so einer Situation kommen. Aber ich denke, wir sind uns alle einig, dass der Zustand in unserem Heimatland nicht stabil oder schön ist und nicht für Familien geeignet ist, um in Frieden an die Zukunft zu denken und seine Kinder großzuziehen. Deshalb glaube ich, dass jeder, der dort lebt, schon mal den Gedanken im Hinterkopf hatte: Eines Tages werde ich an einen besseren Ort gehen. Mit Sicherheit, Frieden, Rechten und besseren Standards, all die Dinge von denen jede Familie träumt.

Dieser Ort war für dich Schweden?

Ich habe mich nie für Schweden entschieden. Schweden war ein Ort, der uns mit offenen Armen empfangen hat und uns als einer von ihnen behandelt hat. Wenn ich wählen könnte, würde ich mir keinen anderen Ort aussuchen, vor allem, weil viele unserer Verwandten und Bekannten schon hier gelebt hatten.

Es kommen ja immer noch Flüchtlinge nach Schweden. Was bedeutet diese Gemeinde für sie? Wie engagiert sich die Gemeinde, wie engagierst Du Dich?

Der einzige Ort, an dem ich Kontakt mit Neuankömmlingen in Schweden habe ist wirklich in der Kirche. Sonst bin ich auf der Arbeit oder zu Hause. Ich sehe nur die unglaubliche Anzahl von Leuten, die hier täglich herkommen. Meine Rolle … Wenn ich mit etwas helfen kann, dann ist es mir eine Freude zu helfen. Bei Papieren oder was auch immer. Die Gemeinde hat eine Jugendgruppe. Wir sehen häufig Neuangekommene, die zur Kirche kommen um sich den Aktivitäten anzuschließen. Das mindeste was ich machen kann, ist, sie willkommen zu heißen. Ihnen das Gefühl zu geben, dass sie keine Fremden sind. Ich denke, das ist das Wichtigste. Wenn du als Flüchtling in ein neues Land kommst, ist die erste Begegnung wichtig! Das prägt den Eindruck, den Du vom ganzen Ort hast. Es ist wichtig, sich willkommen zu fühlen.

Jetzt habt ihr das neue Gebäude mit Platz für Aktivitäten…

Ja, für jedes Alter. Hier gibt es christliche Erziehung für Kinder und Jugendliche. Und Angebote für Familien, für Menschen mit besonderen Bedürfnissen und vieles mehr. Dieser Ort wird perfekt sein für jeden, der in der Gemeinde seine Ziele erreichen will.

Das Interview führte Marius Retka.

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