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20.05.2015

Praktikantinnen auf den Spuren der Hexenverfolgung

Eintauchen in die Geschichte Schwedens

Patricia Albers (l.) und Christine Wencker (r.)
Patricia Albers (l.) und Christine Wencker (r.)

Die Betreffzeile der E-Mail-Einladung zur Studienreise klang schon sehr seltsam: „Seminar zur Hexenverfolgung“. Noch seltsamer aber klang die Antwort „Seminar zur Hexenverfolgung – zwei Praktikantinnen gefunden“. Beim angebotenen Seminar handelte es sich um eine viertägige Studienreise ins mittelschwedische Ångermanland. An Christi Himmelfahrt begaben sich Patricia Albers und Christine Wencker, beide Praktikantinnen in Uppsala, mit einer Studiengruppe vom Newmaninstitut auf eine Zeitreise ins 17. Jahrhundert.

Gedenkstein am sogenannten Häxberget.
Gedenkstein am sogenannten Häxberget.

Alte Hexenprozessprotokolle belegen, dass in den Jahren 1674/75 unter anderem in den drei Gemeinden Torsåker, Dal und Ytterlännas zahlreiche Frauen und Kinder der Hexerei angeklagt, verurteilt und verbrannt wurden. Einer der häufigsten Anklagegründe war, dass die sogenannten Hexen Kinder zum Blocksberg (Blåkulla) führten, um sich dort mit ihnen ausschweifenden Gelangen hinzugeben. Diese Freigiebigkeit in Zeiten der Not und Armut wurde auf den Teufel zurückgeführt und musste mit ewiger Verdammnis gebüßt werden. Oftmals waren es Kinder, die als Zeugen aufgerufen wurden. Akteneinträge belegen, dass die Vorgehensweise der Befragung ausgesprochen suggestiv war. Ein anderes Vergehen war das Anstiften der Kinder zum Lesen von dämonischen Büchern oder auch das Fliegen über einen Fluss.

Reiche Kirchenbemalung und...
Reiche Kirchenbemalung – Kirche Ytterlännas.
...St. Ursula und ihre Gefährtinnen in einer Kirche in Ytterlännas.
St. Ursula und ihre Gefährtinnen – Kirche in Ytterlännas.
Die Heilquelle der Sånga Kyrka am Sankt Olofs- Pilgerweg.
Die Heilquelle der Sånga Kyrka am Sankt Olofs- Pilgerweg.

Auf dem Programm der Studienreise standen zunächst die Kirchen der Pfarrereien Torsåker, Dal und Ytterlännas. Sie haben als Orte der Prozesse eine besondere Bedeutung. Weiter ging es zu den Plätzen, an denen sich damals die Blocksberge befanden. Besonders eindringlich war der Besuch auf dem Hexenberg, wo einige der Hexen verbrannt wurden.

Aber nicht nur die Hexenverfolgung stand auf dem Programm. Am Samstag gab es einen kurzen Abstecher auf den Sankt Olof-Pilgerweg. So wurde die Kirche St. Anna in Sånga besucht, welche mit ihrer Heilquelle Teil des Pilgerweges ist. Anschließend stand eine Ausstellung über mittelalterliche Kleidung in einer Textilfabrik in Sollefteå auf dem Programm.

Abendstimmung am Ångermanälven...
Abendstimmung am Ångermanälven.
...der wasserreichste Fluss Schwedens.
Der wasserreichste Fluss Schwedens.

Die Reise war eine tolle Gelegenheit, eine ganz andere Region des Landes kennenzulernen. Oft hat man nur die Pippi-Langstrumpf-Landschaft Südschwedens im Kopf, die aber mit der Landschaft Mittelschwedens wenig zu tun hat. Das Eintauchen in den mittelalterlichen Volksglauben Schwedens gab eine gute Möglichkeit, die Kultur des Landes in einem ganz anderen Kontext zu sehen. Zudem wurde auf der Reise fast ausschließlich Schwedisch gesprochen, was Herausforderung und Spaß zugleich war. Eine Herausforderung war aber auch, dass es bereits um 3:30 Uhr hell wurde und damit die Nacht recht kurz war. Eine spannende Erfahrung für den Biorhythmus.

(Text und Bilder: Sebastian Schwertfeger & Christine Wencker)

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