Das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken unterstützt katholische Christen überall dort, wo sie in einer extremen Minderheitensituation, in der Diaspora, ihren Glauben leben.

Mit seiner Bau-, Verkehrs-, Kinder- und Glaubenshilfe fördert es Projekte in Deutschland, Nordeuropa und dem Baltikum.

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Aus der Geschichte des Bonifatiuswerkes

04.10.1849       

Bei der 3. Generalversammlung des Katholischen Vereins Deutschlands in Regensburg, ein Vorläufer der heutigen Katholikentage, wird ein eigener "Missionsverein für Deutschland mit dem Namen Bonifatiusverein" gegründet. Josef Reichsgraf zu Stolberg-Stolberg aus Westheim in Westfalen wird zum Präsidenten gewählt.

Als Zweck des Bonifatiusvereins nennt die erste Satzung: „die Unterstützung der in protestantischen und gemischten Gegenden Deutschlands lebenden Katholiken in Beziehung auf Seelsorge und Schule“.

1849-1871 Im 19. Jahrhundert fördert der Bonifatiusverein vor allem sogenannte „Missionsstationen“ zugezogener Katholiken in der weiträumigen Diaspora evangelisch geprägter deutscher Länder. Die Missionsstationen bestanden in der Regel aus einer kleinen Kirche und einer katholischen Schule. Der Bonifatiusverein übernahm nicht selten neben den Baukosten auch die Besoldung der Lehrpersonen

1852 Der Bonifatiusverein erhält durch Papst Pius IX. die päpstliche Anerkennung. Das "Bonifatiusblatt" erscheint zum ersten Mal.

1869 Vorstandsmitglieder gründen die Bonifacius-Druckerei als eigenständiges Unternehmen, dessen Reingewinn der Diasporaseelsorge zugutekommt.

1871-1919 In der Zeit ab der Reichsgründung im Jahre 1871 bis 1919 veränderte sich die Situation in der Diaspora deutlich und damit auch die Hilfe des Bonifatiusvereins. Aufgrund der Industrialisierung kamen auch zahlreiche Katholiken in die neuen Industriezentren in der Diaspora. Die Zahl der katholischen Christen stieg sprunghaft an (z. B. Raum Berlin: 1871 rund 52.000 Katholiken; 1910: rund 414.000 Katholiken). Der Bonifatiusverein unterstützte in dieser Zeit den Ausbau der katholischen Infrastruktur.

1875 Im Verlaufe des Kulturkampfes wird der Bekennerbischof Konrad Martin verhaftet. Im Gefängnis legt er das Präsidentenamt nieder.

1881 Die Akademische Bonifatius-Einigung entsteht. Aus ihr geht später die wissenschaftliche Zeitschrift „Lebendiges Zeugnis“ hervor.

1885 Der Bonifatius-Sammelverein, die spätere Diaspora-Kinderhilfe, wird von Paderborner Kaufleuten gegründet. Der Bonifatius-Sammelverein engagiert sich zunächst für katholische Waisenhäuser und sogenannte Kommunikanten-Anstalten in der Diaspora.

1891 Der „Schutzengelverein“, das spätere Bonifatiuswerk für Kinder, wird gegründet. Er fördert katholische Schulen und den Katechismusunterricht, später unterstützt er die Besoldung von Seelsorgehelferinnen bzw. Gemeindereferentinnen.

1918 Die deutschen Bischöfe fordern in einem gemeinsamen Hirtenwort die Einführung des Bonifatiusvereins in jeder Pfarrei. Die Bischöfe beschließen, dass die Kollekte der Erstkommunionkinder in ganz Deutschland der Arbeit des Bonifatius-Sammelvereins und damit der Diaspora-Kinderhilfe zugutekommt.

1918-1933 Gefördert wird weiterhin der Ausbau der katholischen Infrastruktur. Allein zwischen 1924 und 1930 werden jährlich etwa 40 Diasporakirchen gebaut.

1921 Der „Bonifatiusverein für höhere Schulen“, das spätere Bonifatiuswerk der Jugend wird gegründet.

1923 Gründung des amerikanischen Zweigvereins "St. Boniface Society, American Branch".

1933-1945 Die nationalsozialistische Gesetzgebung zwischen 1933 und 1945  - Verordnung "zur Würde des Gottesdienstes", Schulpolitik, Pressegesetzgebung, Sammelgesetz u. ä. - lähmt die Arbeit des Bonifatiusvereins, schränkt sie ein und lässt sie schließlich ganz zum Erliegen kommen.

1945 Die Bonifatius-Druckerei und die Zentrale des Bonifatiusvereins in Paderborn werden durch Bomben zerstört.

01.08.1945 Der Generalvorstand des Bonifatiusvereins nimmt seine Arbeit wieder auf.

1946
Das Wiederbeleben der diözesanen Bonifatiusvereine in der Sowjetischen Besatzungszone scheitert.

1949

Gründung der Diaspora-MIVA (Motorisierende innerdeutsche Verkehrs-Arbeitsgemeinschaft), der Verkehrshilfe des Bonifatiuswerkes.

In Paderborn wird die neue Zentrale am Kamp 22 durch Erzbischof Lorenz Jaeger geweiht.

1949-1989

Herausforderungen in Westdeutschland (BRD) zwischen 1949 und 1989: Aufgrund von Flucht und Vertreibung kommen in bis dato einheitlich evangelisch geprägte Gebiete zahlreiche Katholiken. Katholische Infrastruktur muss geschaffen werden, zunächst der Bau von Notkirchen, dann von bleibenden Kirchen bewältigt werden. Fahrzeuge für die Seelsorger werden benötigt sowie entsprechende Priesterwohnungen. Religionsunterricht muss organisiert werden. In den ersten fünf Jahren nach Kriegsende werden über 3.000 Kirchen, Kapellen und Gottesdienststationen in der Diaspora mit Hilfe des Bonifatiusvereins zwischen 1945 und 1974 gebaut. In dieser Situation war der Bonifatiusverein das bedeutendste katholische Hilfswerk in Deutschland.

Herausforderungen in Ostdeutschland (DDR) zwischen 1949 und 1989: Aufgrund der deutschen Teilung und der schwierigen Situation der katholischen Kirche in der sozialistischen Diktatur erwuchs dem Bonifatiuswerk im Bereich der DDR ein besonderer Aufgabenbereich zu. Mit Sachspenden und rund 743 Millionen DM half das Bonifatiuswerk, dass katholisches Glaubensleben möglich blieb, Kirchen erhalten und gebaut und Priester ausgebildet werden konnten, Fahrzeuge zur Verfügung standen, der Glaube an Kinder und Jugendliche weitergegeben und katholische Kindergärten weiterbetrieben wurden.

1951/1952 Die Bistümer beschließen, die Firmkollekte aus ganz Deutschland der Diaspora-Kinderhilfe zur Verfügung zu stellen.

1952 Erstmals wird die "Gemeinschaft Helfende Hände" genannt, ein Wohltäterkreis der jährlich zweimal um Spenden angeschrieben wird.

1966 Erstmals findet einheitlich der "Tag der deutschen Diaspora", der spätere "Diaspora-Sonntag" statt.

1968 Die von der 50. Generalversammlung in Passau 1967 beschlossene Namensänderung in "Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken" wird rechtskräftig.

1974 Das 125jährige Bestehen des Bonifatiuswerkes wird feierlich begangen. Die Generalversammlung beschließt die Ausdehnung der Hilfe auf Nordeuropa.

1984 Seit 1974 sind allein 69 Kirchen und Gemeindezentren mit Hilfe des Bonifatiuswerkes in der damaligen DDR gebaut worden.

1989 Das Bonifatiuswerk der Kinder und die Diaspora-Kinderhilfe verschmelzen zur Diaspora-Kinderhilfe im Bonifatiuswerk. Schon vorher ist das Bonifatiuswerk der Jugend in das Stammwerk integriert worden.

1990 Im September 1990 tagt erstmals der Generalvorstand des Bonifatiuswerkes in Erfurt und damit im Raum der Berliner Bischofskonferenz bzw. in der DDR.

1990-1992 In der ersten Phase nach der Wiedervereinigung standen vor allem in Ostdeutschland große Sanierungs- und Erhaltungsmaßnahmen in der katholischen Kirche in Ostdeutschland an. Dafür stellte das Bonifatiuswerk unter anderem mit einem sogenannten Feuerwehrfonds über 32 Millionen Euro zur Verfügung. Ende 1992 waren die Mittel weitestgehend in Anspruch genommen.

1992 Erstmals tritt eine Generalversammlung des Bonifatiuswerkes in der ostdeutschen Diaspora zusammen, in Schmochtitz im Bistum Dresden-Meißen. Zuvor sind diözesane Bonifatiuswerke im Bistum Dresden-Meißen und im Bischöflichen Amt Erfurt-Meiningen gegründet worden. 1995 werden diözesane Bonifatiuswerke im Bistum Magdeburg und im Erzbistum Hamburg gegründet.

1995 Die 60. Generalversammlung in Magdeburg beschließt die Diaspora des Baltikums und damit die Unterstützung der Katholiken in den Ländern Estland und Lettland in die Hilfe des Bonifatiuswerkes mit einzuschließen.

ab 1995 Der mit der politischen Wende in der ehemaligen DDR erhoffte Eintritt zahlreicher ostdeutscher Bürger in die christlichen Kirchen bleibt aus. Vielmehr sehen sich alle christlichen Kirchen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR in der Diaspora. Über 75 Prozent der Einwohner sind weder getauft noch gehören sie einer anderen Religion an. Eine weltweit einmalige Situation, die sonst nur noch in der Tschechei und in Estland in ähnlicher Weise zu beobachten ist. Das Bonifatiuswerk stellt sich dieser besonderen Herausforderung insbesondere mit seiner Kinder- und Jugendhilfe und der Förderung augenscheinlicher Leuchttürme wie dem Wiederaufbau von Kloster Helfta.

1998 Die 61. Generalversammlung in Heiligenstadt wählt Georg Freiherr von und zu Brenken zum Präsidenten.

1999 150 Jahre Bonifatiuswerk: Allein in Deutschland sind es über 10.000 Kirchen, Kapellen, Gemeindehäuser oder Kindergärten, in die Fördermittel des Bonifatiuswerkes seit 1949 für Neu- oder Umbau, Sanierung oder Erweiterung geflossen sind. Über 1,31 Milliarden DM hat das Bonifatiuswerk seit 1949 für die Kirche in der Diaspora gesammelt.

2002 Die Deutsche Bischofskonferenz legt fest, dass der bundesweite Diaspora-Sonntag an jedem dritten Sonntag im November stattfindet.

2008 Monsignore Georg Austen übernimmt das Amt des Generalsekretärs.

2009

Zum 160-jährigen Jubiläum verordnet sich das Bonifatiuswerk einen Reflektionsprozess mit einem Symposium zur Situation der Diaspora in Deutschland und zu den missionarischen Perspektiven einer Diaspora-Kirche.

Im Bonifatiuswerk entsteht der Bereich „Missionarische und diakonische Pastoral“.

2011

Der Generalvorstand beschließt die Förderung von missionarischen Projekten in ganz Deutschland und damit erstmals auch die Förderung von Projekten in katholischen Regionen.

Das Bonifatiuswerk fördert Personalstellen mit einer missionarischen Ausrichtung.

05.06.2013

Am Bonifatiustag gibt sich das Bonifatiuswerk ein neues Aussehen. Es stellt sich als „Hilfswerk für den Glauben“ in die Tradition seiner Gründerväter, die den Bonifatiusverein 1849 als „Missionsverein für Deutschland“ gegründet haben.

04.11.2013

Die 66. Generalversammlung in Stuttgart wählt den amtierenden Paderborner Bürgermeister Heinz Paus zum Präsidenten. Er tritt die Nachfolge von Georg Freiherr von und zu Brenken an, der am 15. September aus dem Amt ausgeschieden war und nun zum Ehrenpräsident ernannt wird.

06.04.2017           

Die 67. Generalversammlung legt mit dem Beschluss einer neuen Satzung die Weichen für strukturelle Veränderungen des Bonifatiuswerkes. Mit Genehmigung der neuen Satzung im April 2017 wird das Bonifatiuswerk von einem Hauptgeschäftsführer (Titel: Generalsekretär) und einem Geschäftsführer geleitet (geschäftsführender Vorstand).

 

 

Hl. Bonifatius - Apostel der Deutschen

Termine & Veranstaltungen 2017

Hier finden Sie aktuelle Hinweise zu Terminen und Veranstaltungen, geplanten Seminaren, TV-Tipps usw. Sollten Sie einen wichtigen Eintrag vermissen, wenden Sie sich gerne an unsere Internetredaktion.

 

Juni

07.06. Bonifatiustag

11.06. Kinderwallfahrt, Paderborn
Weitere Informationen folgen

14.06. Aktion Tiere der Bibel in Osnabrück
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Juli

24.07. Libori-Andacht und Spendernachmittag
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September

22.-25. Spenderreise "Orte geistigen Lebens in Südschweden"
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24.09.
Fernsehgottesdienst in Vadstena
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Aktuelle Publikationen

Im Mittelpunkt des neuen Bonifatiusblattes steht das Thema "Gott nahe sein".

Die aktuelle Ausgabe der Kinderzeitschrift "boni kids" beschäftigt sich mit dem Herz-Jesu-Fest. Mehr Infos

Und das neue Heft der Schriftenreihe „Lebendiges Zeugnis“ (01/2017) widmet sich dem Thema "Migration und Flucht".

Cover Bonifatiusblatt

Bonifatiusblatt

Cover boni kids

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zur aktuellen Ausgabe von 'Lebendiges Zeugnis'

Lebendiges Zeugnis

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