ANTONIUSHAUS IN KIEL

Liebe und Geborgenheit für schwerstkranke Kinder

Lisa erlebt mit ihrer Betreuerin Simone Schetsche das Spiel von Licht und Darbe im Snoezelraum. (Foto: Alfred Herrmann)
Lisa erlebt mit ihrer Betreuerin Simone Schetsche das Spiel von Licht und Darbe im Snoezelraum. (Foto: Alfred Herrmann)

Gelb, rot, lila und grün - im gleichmäßigen Rhytmus ändert sich die Farbe des Lichts in der Wassersäule. In unendlicher Zahl steigen in ihr Luftblasen auf und entfalten in dem dunklen Raum ein einmaliges Farbenspiel. Starr richtet Lisa ihren Blick der Säule entlang nach oben. Ihre Augen und ihr Mund sind weit aufgerissen. Mit ihren beiden Händen umschlingt Simone Schetsche den zerbrechlichen Körper der kleinen Vierjährigen und drückt sie liebevoll an sich. Lisa kann nicht alleine sitzen. Das Wunderwerk direkt vor ihren Augen erkennt sie nur schemenhaft. Schetsche hat sich mit Lisa in den Snoezelraum zurückgezogen. Die Kinderkrankenschwester ist ihre Bezugsbetreuerin. "Lisa fühlt, dass da etwas ist. Und sie genießt den direkten Kontakt auf meinem Arm." Von alleine kann sie nur wenig. Sie wird mittels Magensonde ernährt, kann nicht sprechen und sitzt im Rollstuhl.

Mitten in der Diaspora Norddeutschlands ist das St. Antoniushaus in Kiel ein Segen für Menschen, die auf Hilfe im Leben angewiesen sind. Die Einrichtung wird vom Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Kiel (SkF) betrieben. Im Wohnbereich für Menschen mit Schwerst-Mehrfach-Behinderungen leben 33 Kinder und Jugendliche. Die geistigen und körperlichen Einschränkungen reichen von schweren Formen des Down-Syndroms über Probleme durch Sauerstoffmangel bei der Geburt, bis hin zu Verletzungen durch Unfälle und körperliche Misshandlung.
 

Kinder und Jugendliche leben wie in einer Familie

Fast alle Bewohner werden über eine Magensonde ernährt und können sich nur eingeschränkt bewegen. Nur wenige sind in der Lage, ihre Wünsche und Bedürfnisse über die Sprache zu äußern. Die meisten kommunizieren auf non-verbalen Wegen. Der zwölfjährige Andreas kann nur durch ein Tracheostoma atmen, seine Luftröhre ist zu weich. Sprechen ist ihm daher unmöglich. Allerdings kann er sich, als einer der wenigen im Haus, über ein Tablet verständigen. Ein ausgefeiltes Kommunikationsprogramm mit Symbolen macht es möglich. Fast alle Betreuerinnen sind bereits langjährige Mitarbeiterinnen, was den Bewohnern zu Gute kommt. Denn die Wohngruppe bildet für sie ihre Familie.

Manche bleiben ihr ganzes Leben dort. Unser Auftrag ist es, diese Zeit für sie gut zu gestalten.

Myriam Hahnkamm,
Leiterin des Wohnbereichs für Menschen mit Schwerst-Mehrfach- Behinderungen

Ein besonderer Ort der Menschenliebe

Das St. Antoniushaus ist eine Einrichtung für Kinder, Jugendliche und volljährige Menschen, die Leistungen der Jugendhilfe oder der Eingliederungshilfe erhalten. Die unterschiedlichen Tätigkeitsfelder werden gleichermaßen durch christliche Grundwerte getragen und bestimmt. Wegweisend für die Arbeit ist das christliche Menschenbild. Willkommen sind Bewohner-/innen mit unterschiedlichem kulturellem und religiösem Hintergrund sowie Bewohner-/innen ohne religiöse oder kirchliche Anbindung. Ein ganzheitliches Konzept, ein emanzipatorischer Ansatz und ein interdisziplinäres Team von Mitarbeiter-/innen sichern fachliche Qualität, persönliche Nähe, emotionale Zuwendung und ein stabiles Umfeld.

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Impressionen aus dem St. Antoniushaus

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Nicole Dürdoth

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