PROFESSIONALITÄT IM DIGITALEN FORMAT

Drittes Netzwerktreffen "Räume des Glaubens eröffnen"

Am digitalen und dritten Netzwerktreffen "Räume des Glaubens" haben insgesamt 80 Projektpartner des Bonifatiuswerkes teilgenommen. (Foto: Patrick Kleibold)
Am digitalen und dritten Netzwerktreffen "Räume des Glaubens" haben insgesamt 80 Projektpartner des Bonifatiuswerkes teilgenommen. (Foto: Patrick Kleibold)

24.03.2020

Mit dem Förderprogramm "Räume des Glaubens eröffnen" unterstützt das Bonifatiuswerk in Kooperation mit dem Zentrum für angewandte Pastoralforschung (zap) innovative christliche Projekte in ganz Deutschland, um neue Formen des Kirchseins zu ermöglichen. Zum dritten Mal hat nun am 23. März ein Netzwerktreffen mit Projekt- und Kooperationspartnern des Bonifatiuswerkes stattgefunden. Das Thema der digitalen Konferenz war "Professionalität".


Professionalität durch gute Führung

Professionalität sei ein Innovationsmerkmal von Projekten, erklärte zap-Forscherin Veronika Eufinger, die gemeinsam mit Dr. Andreas Henkelmann den theoretischen Einstieg präsentierte. "Professionalität motiviert und ermöglicht Menschen, engagiert und projektförmig tätig zu sein", sagte Eufinger. Zu einem professionellen Arbeitsumfeld gehöre es, konkrete und realistische Ziele zu formulieren und zu verfolgen. Professionelles Arbeiten setze auf Partizipation durch vielseitige Projektteams, Charismenorientierung und gutes Ehrenamtsmanagement. Zudem zeichne sich Professionalität durch eine gute Führung mit klar organisierten Strukturen und eine offene Teamkultur aus, erklärte Eufinger.

Vom Bonifatiuswerk nahm Referent Daniel Born am Netzwerktreffen teil. „Professionalität ist eine Sollbruchstelle in vielen kirchlichen Projekten“, fasste er die Äußerungen der Teilnehmer zusammen. „Obwohl alle wissen, dass smarte Zielformulierung und partizipative Projektorganisation entscheidend für den Erfolg der jeweiligen Initiative sind, werden diese Kriterien im Alltag oft nicht konsequent umgesetzt. Das kann Projekte langfristig beeinträchtigen.“


Best-Practice-Beispiele

Anschließend kamen die Netzwerkteilnehmer mit Vertretern des Projekts „Lazarus Dienste Stralsund“ und der Gemeinschaft Sant’Egidio München ins Gespräch. Von den Lazarus Diensten war Martina Steinfurth vertreten. Sie koordiniert die Arbeit von 80 Ehrenamtlichen, die für die Lazarus Dienste tätig sind. Mit den Lazarus-Diensten möchte die katholische Pfarrei St. Bernhard Stralsund-Rügen-Demmin in Kooperation mit dem Caritas-Hospizdienst und dem Erzbistum Berlin Hilfsangebote für Menschen schaffen, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden. Besonders wichtig sei es im Vorfeld die Stärken der Ehrenamtlichen herauszufinden, um sie in einem für sie passenden Bereich einzusetzen.

Die Gemeinschaft Sant’Egidio München, die auch während der Corona-Pandemie bedürftige Menschen unterstützt, war repräsentiert durch Ursula Kalb. Die Ehrenamtlichen in München stellen eine Mensa2Go auf die Beine, in der Obdachlose, ältere und einsame Personen samstags und sonntags eine warme Mahlzeit erhalten. 600 Gäste besuchen die Mensa inzwischen, Geld hat die Gemeinschaft durch Spenden von Vereinen, der Kirche und Privatpersonen erhalten. Auch für Ursula Kalb gilt: „Entscheidend für den Erfolg waren die konstruktive Teamatmosphäre und die klaren Absprachen zu den Diensteinsätzen."


Austausch und Fazit

Nach den Vorträgen diskutierten die Teilnehmer in Kleingruppen über „Professionalität“ und tauschten sich u.a. über Führungskultur und Projektmanagement aus. „Ich würde sagen, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem heutigen Treffen mitnehmen, dass Professionalität auf vielen Ebenen der Projektarbeit verwirklicht werden kann. Es beginnt bei der Formulierung präziser Ziele und Zielgruppen, geht über die Schaffung von Partizipationsmöglichkeiten, ein gutes Ehrenamtsmanagement und Charismenorientierung sowie eine zeitgemäße Führungskultur bis zur Schaffung einer Arbeitsatmosphäre, die kreatives Denken ermöglicht" sagte Eufinger zum Abschluss des Treffens.

Das nächste Netzwerktreffen findet am 17. Juni 2021 unter dem Thema „Spiritualität“ statt.

(pk/aw)

RÄUME DES GLAUBENS ERÖFFNEN

Mit dem Förderprogramm "Räume des Glaubens eröffnen" sucht und fördert das Bonifatiuswerk innovative missionarische Projekte in ganz Deutschland und stellt sich so den aktuellen gesellschaftlichen und kirchlichen Veränderungen und Herausforderungen. Ziel ist es, innovative Projekte ausfindig zu machen, die die Lebenswelt der Menschen mit dem Evangelium zusammenbringen.

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