UNTERSTÜTZUNG FÜR PSYCHISCH BELASTETE GEFLÜCHTETE

ReStart & Empower

Der Beratung ist kostenfrei auf Deutsch, Englisch und in vielen weiteren Sprachen möglich. (Foto: Angela Kröll)
Der Beratung ist kostenfrei auf Deutsch, Englisch und in vielen weiteren Sprachen möglich. (Foto: Angela Kröll)

17.03.2021

Viele Geflüchtete leiden unter traumatischen Erlebnissen und ihrem unsicheren Aufenthaltsstatus. Aus diesen Belastungen entstehen häufig psychische Symptome, wie Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen oder überflutende Erinnerungen an die traumatischen Erfahrungen. Die Teilnahme am alltäglichen Leben scheint dadurch fast unmöglich. Nicht einmal zehn Prozent der Betroffenen sind in psychotherapeutischer Behandlung. Die Folge: Symptome bleiben unbehandelt und können zu chronischen Erkrankungen werden. Das Projekt "ReStart & Empower" beugt dieser Negativspirale vor. ReStart & Empower ermöglicht Betroffenen weit mehr als nur eine Beratung. Durchschnittlich neun Sitzungen verhelfen zu einer ersten Linderung der psychischen Belastung und bieten Hilfe zur Selbsthilfe - für Betroffene und deren Angehörige. Falls nötig, wird auch bei der Vermittlung in weiterführende Therapieangebote unterstützt. Der Caritasverband für das Erzbistum Berlin e.V. arbeitet mit Sprachmittlung für Arabisch, Persisch und viele weitere Sprachen.

Unterstützung von zehn psychisch belasteten Kindern und ihren Familien

Mit der Unterstüzung des Bonifatiuswerkes konnten bislang zehn psychisch belastete Kinder beratend unterstützt werden. In allen Fällen fand eine umfassende Kommunikation mit dem Jugendamt, den Eltern, den Vormündern, den Lehrerinnen und Lehreren sowie Ärzten statt. In fünf Fällen wird die Weitervermittlung ins Regelsystem angestrebt. Die eingesetzten Dolmetschenden sprachen vor allem Fula, Mandinka, Russich und Kurdisch-Kurmanci. Besonders die Ängste vor einer Abschiebung nach Volljährigkeit und ein gesteigerter Drogenkonsum durch pandemiebedingten Wegfall von Angeboten wie Sport oder Sprachkurse machten den unbegleiteten Jugendlichen besonders zu schaffen.

Bei kleineren Kindern sind es meist Ängste wie Einnässen und keine adäquate Verarbeitung der traumatischen Erfahrungen aus der Vergangenheit. In Bezug auf die Sprache Mandinka ist es sehr schwer geeignete Dolmetscher zu finden. Da Mandika in diversen Ländern gesprochen wird, gibt es viele Dialekte. Die Sprache mischt sich, je nach Herkunftsland, mit englischen und französischen Worten. Die meisten Kinder und Jugendlichen verstehen daher nur das Mandinka aus ihrem Heimatland. Durch die geringe Anzahl an Dolmetschenden sind die Anfahrt- und Übersetzungskosten deutlich höher. In Berlin seltene Sprachen/Dialekte wie Mandinka, aber auch Fula, gelten bei den Dolmetscherdiensten als "Sondersprache" und somit fallen deutlich höhere Kosten an.

Zielgruppe und Angebote

Geflüchtete Menschen aller Altersgruppen mit psychischen Belastungen und deren Angehörige werden bei dem Programm angesprochen. Häufige Probleme der Betroffenen sind Niedergeschlagenheit, Schlafstörungen und Alpträume, Konzentrationschwierigkeiten, Verlust von Freude und Interessen, Reizbarkeit sowie Schreckhaftigkeit und Anspannung. In mehreren Einzelsitzungen werden Fragen wie "Woher kommen meine psychischen Probleme", "Welche Techniken kann ich anwenden, wenn es mir nicht gut geht?" und "Was gibt mir Halt und Kraft" nachgegangen.

Die Kinderhilfe des Bonifatiuswerkes unterstützt das Projekt mit einer Fördersumme in Höhe von 4.000 Euro.

(nd)

PROJEKT DES MONATS

Don-Bosco-Haus Chemnitz

Das Don Bosco Haus Chemnitz (DBH) ist eine Einrichtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit im Chemnitzer Stadtteil Sonnenberg, einem sozialen Brennpunkt der Stadt, in Trägerschaft der Salesianer Don Boscos.

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