"ATEMRAUM DES GLAUBENS GESCHAFFEN"

Neue Kirche im Kloster Munkeby wird am Dienstag eingeweiht

Dieses Bild zeigt einen Entwurf der Klosterkirche. (Skizze: Eggen Arkitekter)
Dieses Bild zeigt einen Entwurf der Klosterkirche. (Skizze: Eggen Arkitekter)

01.12.2023

Vor 15 Jahren entstand im norwegischen Munkeby die Idee, ein Kloster zu bauen. Nun ist die gesamte Anlage fertiggestellt. Am Dienstag, 5. Dezember, wird die neue Klosterkirche geweiht. EWTN.TV überträgt ab 12:00 Uhr die Kirchweihe mit deutschem Kommentar (sowohl auf YouTube als auch über den Fernsehsender) und auchEWTN Norwegen überträgt die Weihe in voller Länge. Um 18.00 Uhr wird am Dienstagabend eine Wiederholung ausgestrahlt.

Das Kloster St. Marien Munkeby war die erste Neugründung der Zisterzienser aus Cîtaux seit mehr als 500 Jahren. Das Mutterkloster Cîtaux der Zisterzienser liegt in der Region Burgund in Frankreich. In Munkeby nahe der norwegischen Stadt Levanger wurde 2009 mit dem Gästehaus der erste Bauabschnitt abgeschlossen. Bis zur Fertigstellung des Hauptgebäudes diente es als provisorisches Kloster. Nun muss die Mönchsgemeinschaft nicht mehr improvisiert auf engem Raum zusammenleben. Die Mönche können das eigentliche Kloster nutzen, die Gäste das Gästehaus.

Alte Wurzeln werden lebendig

Das Kloster Munkeby erfreut sich mittlerweile immer größerer Beliebtheit. Viele Menschen besuchen den Ort, um dort auf ihrem Pilgerweg von Stiklestad nach Trondheim zu nächtigen oder Tage der inneren Einkehr zu verbringen. An den Wochenenden kommen ebenfalls zahlreiche Menschen, um gemeinsam mit den Mönchen Gottesdienst zu feiern. Nicht zu vergessen ist der Edelschimmel-Rohmilchkäse nach dem Rezept von Cîteaux, der in Munkeby hergestellt wird und der ebenfalls zur Bekanntheit des Klosters beiträgt. Der Käse ist inzwischen landesweit berühmt. Er wird in Geschäften in Oslo und anderen Großstätten sowie auf Wochenmärkten verkauft und sogar von der norwegischen Königsfamilie gegessen. Und weil sich der Käse so gut verkauft, wurde vor zwei Jahren eine Käserei auf dem Areal gebaut.

Streng genommen ist das Kloster die Fortsetzung einer Tradition, die etwa eineinhalb Kilometer von dem jetzigen Standort entfernt bereits vor langer Zeit bestand: Im Jahr 1180 wurde das Zisterzienserkloster von Munkeby erstmals urkundlich erwähnt. Es war zur damaligen Zeit das nördlichste Zisterzienserkloster der Welt. Vermutlich wurde es 1207 nach Tautra verlegt. Das alte Kloster von Munkeby diente fortan nur noch als landwirtschaftliche Außenstelle. Historiker gehen davon aus, dass ein Versuch, das Kloster um 1470 wiederzubeleben, scheiterte.

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Ort des Glaubens und der Gemeinschaft

Monsignore Georg Austen, Generalsekretär des Bonifatiuswerkes und Geschäftsführer des Diaspora-Kommissariates der deutschen Bischöfe, wird am Dienstag bei der Weihe der Klosterkirche dabei sein. Er sagt: "Unser Leitwort beziehungsweise unser Auftrag lautet 'Keiner soll alleine glauben'. Das gilt auch für das Kloster Munkeby. Dort ist ein Ort des Glaubens und der Gemeinschaft entstanden. Die Mönche haben einen Atemraum des Glaubens geschaffen." Die Mönche hätten sich von Anfang an sehr gut in die norwegische Kultur integriert, auf Norwegisch gebetet und die Menschen gastfreundlich aufgenommen. Damit gäben sie der katholischen Kirche ein freundliches und einladendes Gesicht und ließen erfahren, dass das Gebet hier lebendig sei. Monsignore Austen: "Dieser neue Glaubensort ist für mich ein Zeichen der Hoffnung, die alten Wurzeln lebendig werden zu lassen." Außer Monsignore Austen nehmen unter anderem Bischof Erik Varden OCSO, Prälat von Trondheim, Generalabt Bernardus Peeters, Generalabt des Ordens der Zisterzienser der strengen Observanz, der Abt von Citeaux Pierre André Burton sowie der Abt von Rochefort Gilbert Degros an der Weihe der Kirche teil.

Insgesamt wurden in den Klosterneubau mehr als neun Millionen Euro investiert. Rund 2,4 Millionen Euro wurden über das Bonifatiuswerk für dieses Projekt zur Verfügung gestellt. Davon kommen fast 800.000 Euro vom Bonifatiuswerk und 1,6 Millionen Euro vom Diaspora-Kommissariat der deutschen Bischöfe.

(bam)