ÜBER 100 STIMMEN SANGEN FÜR DEN FRIEDEN
27.08.2025
Knapp hundert Kinder und Jugendliche aus Erfurt, Stockholm, Grenoble und Berlin kamen in der Erfurter Brunnenkirche zum ersten Mal zusammen – vereint durch ihre Stimmen und ihre Botschaft: Sie sangen für den Frieden. Anlass war das Vortreffen zum internationalen Festival des katholischen Chorverbands Pueri Cantores, das in diesem Jahr in München stattfand. “Willkommen in diesem Chaos – das ist unsere erste Probe”, sagte Elisabeth Lehmann-Dronke lachend, während sie Noten sortierte und Hände zur Begrüßung schüttelte. Rund um sie herum wuselten junge Sängerinnen und Sänger, die sich neugierig begegneten. Doch sobald das Einsingen begann, verwandelte sich das lebendige Durcheinander in konzentrierte Stille – und schließlich in einen gemeinsamen Klang.
Der Mädchen- und Knabenchor am Erfurter Dom probte regelmäßig in der Brunnenkirche. Doch diesmal waren sie nicht allein: Zu Gast waren die Pueri Cantores Cathedralis aus Stockholm, Les Petits Chanteurs de Grenoble sowie der Jugendkathedralchor St. Hedwig aus Berlin. Gemeinsam bereiteten sie sich auf das große Chorfestival in München vor, das unter dem Motto "Cantate Domino – Vielstimmig für den Frieden” stand. ”Die Thüringer Kinder geben eine ganze Woche ihrer Sommerferien für die Musik her – das zeigt, welchen Stellenwert das Singen für sie hat“, betonte Lehmann-Dronke. Unterstützt wurde sie von Elisabeth von Waldstein (Stockholm) und Paul Steffens (Grenoble). Die Chorleiter wechselten sich beim Dirigieren ab – unkompliziert, mehrsprachig und mit viel gegenseitigem Vertrauen. Die Proben verliefen erstaunlich harmonisch – obwohl sich die Chöre erst jetzt zum ersten Mal begegneten. ”Es ist wie ein Puzzle", erklärte Lehmann-Dronke. “Jeder Chor probt zu Hause seine Stimme – und hier in Erfurt fügen wir die Teile zusammen.”
Für viele der Jugendlichen war das Treffen mehr als nur musikalische Vorbereitung. “Ich glaube, es verbindet, wenn man als Gemeinschaft singt”, sagte die 18-jährige Maria aus Erfurt. Ihre Mitsängerin Gabriela (16) ergänzte: „Es ist viel lauter als sonst – und es macht Spaß, mal unbekannte Stimmen zu hören." Mit dem Lied “Come and See” endete die Probe. Die jungen Sängerinnen und Sänger standen aufrecht, ihre Stimmen füllten den Raum. Was blieb, war ein Eindruck von Gemeinschaft, Klang und Hoffnung – und die Vorfreude auf das große Wiedersehen in München.
(Pueri Cantores Region Ost/dün)