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Pfarrer Christoph Dziwisch fördert mit seinem Nachlass die Arbeit in der Diaspora

Es ist dieses gegenseitige Vertrauensverhältnis zwischen Pfarrer Christoph Dziwisch (l.) und Andreas Kaiser, Referent im Bonifatius Stiftungszentrum, das es ermöglicht, so offen über den eigenen Nachlass zu sprechen. (Foto: Theresa Meier)
Es ist dieses gegenseitige Vertrauensverhältnis zwischen Pfarrer Christoph Dziwisch (l.) und Andreas Kaiser, Referent im Bonifatius Stiftungszentrum, das es ermöglicht, so offen über den eigenen Nachlass zu sprechen. (Foto: Theresa Meier)

22.12.2025

Zwischen Boxer und Bonifatius werden die Gäste von Pfarrer Christoph Dziwisch in seinem Haus in Stockelsdorf in der Nähe von Lübeck begrüßt. Der Boxer ist ein Hund, der auf einem Türschild mit den Worten „Hier wache ich“ zu erkennen ist. Der heilige Bonifatius hat als große Holzfigur im Eingangsbereich des Hauses seinen Platz gefunden. Es war ein Abschiedsgeschenk aus der Gemeinde St. Vicelin in Neumünster, in der Dziwisch früher als Kaplan tätig war. 


"Der schwarze Mann mit Hund"

Der Boxer ist mittlerweile verstorben. Ein gezeichnetes Bild von dem Hund namens Kletus hängt bei dem 81-Jährigen im Büro. "Wir waren ein gutes Team", erinnert sich der Geistliche. "Ich bin ein großer Hunde-Fan. Von klein auf habe ich es mit Boxern zu tun gehabt. Boxer sind sehr liebe, aber auch sehr anspruchsvolle Hunde. Und ich war in Timmendorf Strand bekannt als der schwarze Mann mit Hund – ob mit oder ohne Leine. Egal wo wir waren, wir waren zusammen unterwegs." Ein Bild, das sich ins Ortsgedächtnis eingebrannt hat. "Ein Arzt sagte mal: Das war ortsprägend", lacht Dziwisch. 


Kirchsanierung mithilfe des Bonifatiuswerkes

Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2009 war Christoph Dziwisch als Pfarrer in der St. Paulus Gemeinde in Timmendorfer Strand tätig. 27 Jahre hat er dort gewirkt und gearbeitet. Die Kirche hatte er 1982 in einem sehr schlechten Zustand übernommen.  Auch mit finanziellen Mitteln des Bonifatiuswerkes konnte er sie sanieren. Ein Unterfangen, das viel Zeit und körperlichen Einsatz forderte. "Aber ich habe etwas Gutes daraus gemacht." Die Zeit dort habe ihn geprägt. "Ich hoffe, dass ich auch einige Leute auf ihrem Weg zu Gott prägen konnte." 

Ein Leben voller Hingabe für Gott und die Menschen

Wer Pfarrer Dziwisch begegnet, merkt schnell: Dieser Mann lebt, was er glaubt. Und er glaubt mit dem ganzen Herzen. Schon früh als Kind habe er eine Empfindung für die Liturgie und die Realpräsenz des Herrn im Gottesdienst gespürt. In seiner Jugendzeit gab es jeden Donnerstagabend eine Jugendmesse in der Krpyta der Herz-Jesu-Kirche in Lübeck. Besonders die Lesung über den Propheten Samuel, die er dort hörte, berührte ihn: "Rede Herr, dein Diener hört." Für den Geistlichen wurde diese Antwort Samuels zum inneren Kompass: "Ich bin nicht der Herr, ich bin der Diener und er sagt mir, wo ich selbstlos, demütig hinzugehen und was ich zu machen habe. Das ist das Entscheidende. Dadurch kann eine gewisse Selbstlosigkeit gelebt werden. Man stellt sich nicht selbst in den Mittelpunkt, sondern ist für die anderen da."
 

Sein Glaube: tief, geerdet, liturgisch

Seinen priesterlichen Dienst hat Dziwisch nie als Beruf betrachtet. "Ich habe es immer als Auftrag gesehen. Ich bin berufen worden, um mit den Menschen die Nähe Gottes zu feiern." Sein Glaube: tief, geerdet, liturgisch: "Ich lebe aus der Messe und für die Messe."

Auch wenn er offiziell im Ruhestand ist, ist es ihm ein Herzensanliegen, mit den Menschen weiterhin den Gottesdienst zu feiern. Mit nur wenigen Ausnahmen zelebriert er noch jeden Sonntag in verschiedenen Kirchen die heilige Messe. Im Caritashaus Simeon, einer Pflegeeinrichtung in Lübeck, freuen sich donnerstags die Bewohner auf den Besuch des Geistlichen. Seit 16 Jahren ist er für sie da, wenn sie gemeinsam die Gegenwart Gottes feiern. Er besucht auch die Bewohner auf den Zimmern und bringt ihnen die Kommunion. "Das ist wichtig für sie. Wenn ich das nicht machen würde, würde es keine Messe mehr geben", sagt er. Keine Plage, kein Pathos. Nur ein tiefer, stiller Dienst an den Menschen und an Gott.

Über den Tod hinaus das Leben und den Glauben gestalten

Interessieren auch Sie sich, wie Sie das Bonifatiuswerk testamentarisch bedenken können? Wir informieren Sie gerne zu den Themen Testamentsgestaltung, Nachlassregelung, Bestattungsvorsorge und Vorsorgevollmachten.

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Dem Nachlass Sinn geben

Christoph Dziwisch ist ein Mensch, der den Glauben lebt – in der Liturgie, im Alltag, im Zuhören, im Aushalten. Und er gibt ihn weiter, auch über sein Leben hinaus. Dankbar blickt er auf die Unterstützung des Bonifatiuswerkes zurück, die er seinerzeit nicht als selbstverständlich angesehen hat. "Aus dieser Dankbarkeit heraus möchte ich etwas, vielleicht auch stellvertretend für andere, zurückgeben." 

Er möchte seinem Nachlass Sinn geben – für den Glauben, die Zukunft der Kirche, die Menschen in der Diaspora. "Ich vertraue dem Bonifatiuswerk, dass es Bedingungen schafft, um den Glauben bei jungen Leuten zu stärken. Wir brauchen einen äußeren Rahmen, in dem wir arbeiten können. Da meine ich, dass man dem Bonifatiuswerk helfen sollte, diesen Rahmen zu schaffen." 
 

Betreuung durch das Bonifatiuswerk: persönlich, ehrlich, aufrichtig

Dieses Vertrauen ist über die Jahre gewachsen, weil er weiß, dass das Hilfswerk mit Herz und Verantwortung handelt. Besonders die Begleitung durch seinen Ansprechpartner Andreas Kaiser, Referent im Bonifatius Stiftungszentrum, hat ihn berührt: persönlich, ehrlich, aufrichtig. "Ich habe miterlebt, wie ein Mitbruder im Ruhestand durch ihn und das Bonifatiuswerk betreut wurde." Das habe ihm gezeigt, dass er in den richtigen Händen sei. "Und so hat sich ein gegenseitiges, vertrauensvolles Verhältnis entwickelt, dass ich sage: Ich lasse mich dann später auch von ihm betreuen." 

Was er sich von seinem Erbe wünscht? Keine Denkmäler, aber lebendige Orte, an denen Glaube wachsen und Wurzeln schlagen kann. Und vielleicht gerade deswegen hängt der heilige Bonifatius, der sich unermüdlich für die Ausbreitung des christlichen Glaubens eingesetzt hat, im Flur von Pfarrer Dziwisch – als Spiegelbild seines Lebens und Wirkens: standhaft, glaubenstreu und ganz für die Menschen da. 

(thmei)

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