KIRCHENGEMEINDE FÜRSTENBERG UND BONIFATIUSWERK FEIERN GEMEINSAM
05.04.2026
Die Flammen des Osterfeuers kämpfen gegen den Wind. In der Abenddämmerung der Osternacht hat es das kleine Licht schwer, den Platz vor der Pfarrkirche St. Marien Fürstenberg aufzuhellen. Die Böen lassen nicht nach. Und doch: Aus dieser kleinen Flamme erwächst der helle Schein, der das Gotteshaus Minuten später erfüllt. An der Feuerschale entzündet Monsignore Georg Austen die Osterkerze und trägt sie gemeinsam mit den Messdienerinnen und Messdienern in die dunkle Kirche, wo die Gemeinde in stiller Vorfreude wartet. Die Osternacht hat begonnen – und mit ihr die Botschaft, die in diesem Jahr unter dem Leitwort „Ostern – mitten im Leben“ steht.

Erneut ist die Feier der Osternacht in Fürstenberg ein eindrucksvolles Zusammenspiel aus tiefem Glauben, freudvoller Musik und gelebter Gemeinschaft. Die Kirchengemeinde St. Marien hat gemeinsam mit dem Bonifatiuswerk zu den Feierlichkeiten eingeladen. Die Kirchenbänke sind bis auf den letzten Platz gefüllt. Mehr als 350 Menschen haben den Weg in die Marienkirche gefunden, um diesen besonderen Moment zwischen Dunkelheit und Licht mitzuerleben.
Als Zeichen der Hoffnung geben die Messdiener das Licht der Osterkerze an die Gemeinde weiter. Zahllose kleine Kerzen leuchten schließlich in den Kirchenbänken. Vom ersten Knistern des Feuers bis zum festlichen Gloria spannt sich ein Bogen, der die zentrale Botschaft des christlichen Glaubens sinnlich erfahrbar macht: Auf das Dunkel folgt das Licht, auf den Tod das Leben. Bonifatiuswerk-Generalsekretär Monsignore Austen in seiner Predigt: „Der Tod hat nicht das letzte Wort. Ostern ist Gottes Antwort auf Gewalt, Schuld und Hoffnungslosigkeit. Gott macht den Gekreuzigten zum Lebendigen. Er ergreift Partei für die Rechtlosen.“ Die Gewissheit darüber brauche es erst recht in einer Zeit, in der der Friede in der Welt durch Kriege und rücksichtslose Machtausübung bedroht sei.

Kulturell bietet die Osternacht viele Facetten. Einen ersten musikalischen Höhepunkt erreicht die Feier mit dem traditionellen „Christ ist erstanden“ nach der Verkündigung des Evangeliums. Der aus Chicago stammende Gospel-Sänger Kirk Smith, der Berliner Saxophonist Gaëtan Fournet-Fayas und Pianist Lars Peter setzen eindrucksvolle Akzente. Mit seinem samt-weichen Bariton rührt Kirk Smith die Menschen im Herzen an – mal getragen und meditativ, mal kraftvoll und jubelnd. Mit der Gospel-Hymne „O happy Day” reißen die heimische „Sintfeld Chorporation“ und Kirk Smith die Menschen von den Kirchenbänken. Alle klatschen, alle singen mit. Praise the Lord!
Einen besonderen Dank richtet Monsignore Austen schließlich an Julius Schäfer, der die Gemeinde an der Orgel begleitet, und an den Musikverein Fürstenberg. Das Bläserensemble setzt mit Georg-Friedrich Händels „Feuerwerksmusik“ den Schlusspunkt.
Die Osternacht in Fürstenberg ist eingebettet in eine lebendige Veranstaltungsreihe zur Karwoche, die Menschen aller Generationen zusammenführte. Kinder haben in den Tagen zuvor das Quellwasser für die Tauferneuerung geschöpft, Osterkerzen für die Familien der Verstorbenen gestaltet und sich mit vielen weiteren Aktionen auf das Fest vorbereitet.
Bereits am Karfreitag zeigte das Kirk-Smith-Trio in der restlos gefüllten Bonifatiuskirche in Paderborn sein Können. Unter dem Titel „Hoffnungszeichen Kreuz“ gestalteten die Künstler gemeinsam mit der Gemeinde St. Bonifatius und Monsignore Austen einen Abend, in dem Gebete aus Wort und Klang an die Passion Jesu und den Sinn des Karfreitags erinnerten.
(sah)