RÄUME-DES-GLAUBENS-PROJEKT IN DER DIÖZESE ROTTENBURG-STUTTGART MIT NACHHALTIGER WIRKUNG

28.04.2026
Wie kann Kirche vor Ort lebendig bleiben und gleichzeitig das gesellschaftliche Miteinander stärken? Die St.-Urban-Gemeinde in Oberndorf-Beffendorf (Diözese Rottenburg-Stuttgart) hat darauf eine überzeugende Antwort gefunden. Mit dem Projekt “Füreinander Kirche sein” wurden neue Wege erprobt. Das Bonifatiuswerk unterstützte das Engagement mit insgesamt 25.500 Euro im Rahmen des Förderprogramms “Räume des Glaubens eröffnen”. Drei Jahre ist das Projekt nun alt. Die neuen Ideen haben sich erfolgreich verstetigt. Sichtbares Zeichen dafür: der jüngst gegründete Verein “Füreinander”.
Im Mittelpunkt des Räume-des-Glaubens-Projekts stand die Idee, Kirche stärker in den Sozialraum zu öffnen und als lebendigen Teil des Dorflebens erfahrbar zu machen. Es entwickelte sich eine Initiative, die bis heute von einer engagierten Gruppe aus Bürgerinnen und Bürgern, Kirchengemeinde und Ortschaftsrat getragen wird. Diese enge Zusammenarbeit erwies sich als entscheidender Erfolgsfaktor. Der neue Verein “Füreinander” soll das Engagement dauerhaft bündeln, neue Projekte ermöglichen und langfristig sogar die Stelle eines Gemeindekümmerers sichern. Ziel ist es, Verantwortung auf viele Schultern zu verteilen und kirchliches Leben nachhaltig zu stärken.
“Füreinander Kirche sein” hat bereits deutliche Spuren hinterlassen. Nach Worten von Susanne Guhl, eine der Vorsitzenden des Vereins, ist im Dorf ein stärkeres Bewusstsein füreinander gewachsen, Nachbarschaftshilfe wird konkret gelebt und die Bereitschaft zum Engagement ist gestiegen. Gleichzeitig öffnet sich die Kirche bewusst für Menschen, die sich bislang nicht im klassischen kirchlichen Rahmen eingebracht haben. Der neue Verein versteht sich daher ausdrücklich als offen für alle – unabhängig von Konfession oder religiöser Zugehörigkeit.
Ein zentraler Ort dieser Entwicklung ist das Gemeindehaus, das gezielt als Raum der Begegnung gestärkt wurde. Hier finden nicht nur religiöse Angebote statt, sondern auch soziale und kulturelle Aktivitäten. So entsteht ein niederschwelliger Treffpunkt, der Gemeinschaft fördert und das Dorfleben bereichert. Auch strukturell setzt das Projekt auf Zukunft: Es wird nahezu vollständig ehrenamtlich getragen. Die Verantwortlichen berichten von hoher Motivation, Professionalität und einem starken Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Gruppe. Gleichzeitig bleibt die Weiterentwicklung eine Aufgabe – etwa beim Aufbau einer noch stärker gelebten „Füreinander“-Kultur.
Für die Kirche insgesamt liefert das Projekt wichtige Impulse – davon ist das „Füreinander“-Team überzeugt. Vernetzung, Vertrauen in ehrenamtliche Kompetenzen und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen, erwiesen sich als entscheidend für eine zukunftsfähige Pastoral, heißt es. Kirche werde dort glaubwürdig, wo sie nah bei den Menschen ist und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnimmt.
Auch nach dem Ende der Förderung wirkt das Projekt weiter: mit tragfähigen Strukturen, einer klaren Vision und viel Zuversicht. Die Initiative “Füreinander” zeigt, wie aus einer Idee nachhaltige Veränderung entstehen kann – getragen von Engagement, Offenheit und dem gemeinsamen Willen, Kirche und Gesellschaft vor Ort aktiv zu gestalten.
(SAH)