FEIER IST TIEF IN DEN ANFÄNGEN DES CHRISTENTUMS VERWURZELT

Weißer Sonntag: Kinder empfangen das Sakrament der Eucharistie

„Ihr seid meine Freunde“. Unter dieses Leitwort stellt das Bonifatiuswerk seine diesjährige Erstkommunion-Aktion. Es geht auf die Worte Jesu im Abendmahlsaal zurück.
„Ihr seid meine Freunde“. Unter dieses Leitwort stellt das Bonifatiuswerk seine diesjährige Erstkommunion-Aktion. Es geht auf die Worte Jesu im Abendmahlsaal zurück.

07.04.2026

Wenn Kinder in festlicher Kleidung vor den Altar treten, Familien zusammenkommen und Kirchen sich mit Leben füllen, dann ist Weißer Sonntag. Der erste Sonntag nach Ostern – in diesem Jahr am 12. April – gehört zu den prägendsten Momenten im Leben vieler katholischer Kinder: Sie feiern ihre Erstkommunion. Ein Fest, das tief in den Anfängen des Christentums verwurzelt ist.

Mit seiner bundesweiten Erstkommunion-Aktion unterstreicht das Bonifatiuswerk die Bedeutung des Erstkommunion-Sakramentes. Alljährlich werden umfangreiche Aktionsmaterialien zur Erstkommunion-Vorbereitung bundesweit an mehr als 7.000 Gemeinden versendet. Es ist eine Unterstützung für Katechetinnen und Katecheten, Ehrenamtlichen und Familien, um Glaubensthemen kindgerecht, kreativ und lebensnah zu vermitteln. Eine vergleichbare Aktion gibt es in Deutschland nicht. Zudem hat das Bonifatiuswerk eine Erstkommunion-Sonderausgabe seines beliebten Kinder-Magazins „bonikids“ herausgegeben. 

Das diesjährige Leitwort der Erstkommunion-Aktion bringt den Kern auf den Punkt: „Ihr seid meine Freunde.“ Es geht auf die Worte Jesu im Abendmahlsaal zurück (Johannesevangelium, Kapitel 15, Vers 14). Zum Hintergrund des Leitwortes sagt Bonifatiuswerk-Generalsekretär Monsignore Georg Austen: „Freundschaft mit Jesus bedeutet, sich ihm anzuvertrauen – im Gebet, im Gottesdienst, in schwierigen Situationen.“ Und diese Freundschaft zeige sich im Umgang miteinander: in Hilfsbereitschaft, im Teilen, im Einstehen füreinander. „Aber auch wenn Kinder erleben: Meine Eltern, Paten oder Großeltern stehen verlässlich meiner Seite. Hier können sich Ängste in Vertrauen wandeln“, so der Generalsekretär. Im Rahmen seiner Erstkommunion-Aktion bittet das Bonifatiuswerk übrigens um Spenden für das Caritas-Kinderdorf Grašu in Lettland. 

Kommunion bedeutet Gemeinschaft

Der Name „Weißer Sonntag“ reicht zurück bis in die frühe Kirche. Neugetaufte trugen damals eine Woche lang weiße Gewänder – als Zeichen für den Neuanfang ihres Lebens im Glauben. Diese „Weiße Woche“ endete am Sonntag nach Ostern. Erst deutlich später, im Jahr 1673, taucht der Weiße Sonntag erstmals als Termin für die Erstkommunion auf. Im 19. Jahrhundert wurde er schließlich vielerorts bewusst dafür festgelegt: als Tag, an dem Kinder nicht nur zum ersten Mal die Kommunion empfangen, sondern auch ihre Taufe erneuern und ihren Platz in der Gemeinschaft der Kirche bewusst bekräftigen.

Heute gehen die meisten katholischen Kinder im dritten Schuljahr zur Erstkommunion. Sie bereiten sich über Monate hinweg in Gruppenstunden vor, entdecken biblische Geschichten und sprechen über ihren Glauben. Im Mittelpunkt steht dabei ein Gedanke, der aktueller kaum sein könnte: Gemeinschaft. Denn „Kommunion“ bedeutet genau das – Gemeinschaft. Für die Kinder wird sie konkret, wenn sie zum ersten Mal die gewandelte Hostie empfangen und damit die Nähe Jesu feiern.

Darauf verwies auch der Berliner Erzbischof Dr. Heiner Koch im Bonifatiuswerk-Interview zur Erstkommunion-Aktion: „Es einfach toll, wenn die Kirche zur Erstkommunion voll ist und wir sehen: Wir sind viele. Ich glaube, dass es diese Gemeinschaft braucht, die einen stärkt. Das darf nicht abstrakt sein, das muss erfahrbar sein.“

(sah/KNA)

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