ETAT BLEIBT TROTZ SCHWIERIGER WIRTSCHAFTLICHER RAHMENBEDINGUNGEN STABIL

Bonifatiuswerk schnürt Förderpaket in Höhe von elf Millionen Euro

Allein 1,6 Millionen Euro stellt das Bonifatiuswerk für Projekte der Kinder- und Jugendhilfe bereit. Der größte Teil der Mittel geht in der Förderung der Religiösen Kinderwochen (Foto) und der Unterstützung katholischer Kindertageseinrichtungen in Nord- und Ostdeutschland auf. (Foto: Simon Helmers)
Allein 1,6 Millionen Euro stellt das Bonifatiuswerk für Projekte der Kinder- und Jugendhilfe bereit. Der größte Teil der Mittel geht in der Förderung der Religiösen Kinderwochen (Foto) und der Unterstützung katholischer Kindertageseinrichtungen in Nord- und Ostdeutschland auf. (Foto: Simon Helmers)

13.01.2026

Mit einem Förderbudget von elf Millionen Euro geht das Bonifatiuswerk ins Jahr 2026. Mit dem Geld unterstützt das internationale Hilfswerk Projekte in den Diaspora-Regionen in Deutschland, Nordeuropa und im Baltikum. Der Etat ist gegenüber 2025 leicht gewachsen. Bonifatiuswerk-Generalsekretär Monsignore Georg Austen erklärt dazu: „In unsicheren Zeiten sind verlässliche Hilfe und bewährte Formen in der Zusammenarbeit wichtiger denn je. Das Bonifatiuswerk sieht sich in der Verantwortung, gerade den Menschen in der Diaspora eine Beheimatung, Orientierung und Hoffnung zu schenken.“ Sein Dank gilt den Spenderinnen und Spendern, die die Fördersumme trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland möglich gemacht haben.

Der Bonifatiusrat hat das Budget in seiner jüngsten Sitzung freigegeben. Erstmals legt das Spendenhilfswerk 2026 zusätzlich zur bisherigen Unterstützung eine Sonderförderung für katholische Frauenorden auf. Profitieren sollen Ordensgemeinschaften in Nordeuropa, die selbst über keine oder nur geringe Einnahmen verfügen. 100.000 Euro stehen für diesen Zweck zur Verfügung. 

1,6 Millionen Euro stellt das Hilfswerk für Projekte der Kinder- und Jugendhilfe bereit. So fließen beispielsweise mehr als 13.000 Euro in den „credo·collab Songcontest“ – ein neuer, kreativer Musikwettbewerb, bei dem junge Erwachsene ihre Glaubens- und Lebensfragen in Töne und Klänge übersetzen. Der größte Teil der Kinder- und Jugendhilfe-Mittel – mehr als 920.000 Euro – geht in der Förderung der Religiösen Kinderwochen (RKW) und der Unterstützung katholischer Kindertageseinrichtungen in Nord- und Ostdeutschland auf. Speziell mit seiner Hilfe für Kindergärten und Familienzentrum leistet das Bonifatiuswerk Gemeinwesenarbeit, die über die katholische Kirche hinausgeht. Bei den RWK kommen Jahr für Jahr bundesweit mehrere Tausend Kinder und Jugendliche zusammen, um sich der Kirche und den Inhalten des christlichen Glaubens zu nähern und eine lebendige Glaubensgemeinschaft zu erleben.

Die Glaubenshilfe nimmt Projekte mit missionarischem Charakter in den Blick. Hier können Initiativen Förderanträge stellen, die Kirche als offenen, einladenden Ort erlebbar machen – analog wie digital. Bei mehr als einer Million Euro liegt das Glaubenshilfe-Budget in diesem Jahr. Davon gehen 244.000 Euro an das Freiwilligen-Programm „Praktikum im Norden“ (PIN) sowie 440.000 Euro an die Personalstellen-Förderung. Das Bonifatiuswerk beteiligt sich an der Finanzierung von Personalstellen in den Diözesen, die pastorales Neuland erschließen oder ehrenamtliches Engagement in Gemeinden fördern. Im PIN-Programm des Bonifatiuswerkes engagieren sich junge Menschen für sechs bis maximal elf Monate in den Diaspora-Regionen Nordeuropas und des Baltikums.

Knapp 600  BONI-Busse sind aktuell im In- und Ausland unterwegs. Die markant-gelben mobilen Glaubenshelfer ermöglichen kirchliches Leben dort, wo große Entfernungen Gemeinschaft erschweren – sei es auf dem Weg zum Gottesdienst, zum Religionsunterricht oder zu Angeboten für Seniorinnen und Senioren. 2026 unterstützt das Bonifatiuswerk den Kauf von BONI-Bussen mit 600.000 Euro (ein Plus von 70.000 Euro gegenüber 2025).

Die vor wenigen Jahren neu eingeführten flexiblen Förderinstrumente kommen auch 2026 zum Tragen: So können besonders innovative Bauprojekte unterjährig mit 400.000 Euro gefördert werden. Zusätzlich sollen erneut Modellprojekte, die beispielgebend für Innovationen in der pastoralen Arbeit sind, mit einem Fördervolumen von 500.000 Euro bedacht werden. Bonifatiuswerk-Präsident Manfred Müller: „Wir wollen mutige Ideen stärken, die Kirche in Bewegung halten, dem Evangelium ein Gesicht geben und neue Wege eröffnen.“

Im Bereich Bauhilfe liegt das Budget bei 2,3 Millionen Euro. Mit diesen Mitteln unterstützt das Bonifatiuswerk Gemeinden und kirchliche Einrichtungen in der Diaspora, die den Neubau oder die Instandhaltung von Gebäuden nicht komplett aus eigener Kraft nicht stemmen können. Zu den Empfängern zählt zum Beispiel die Pfarrei Heilige Familie auf den Lofoten. Die katholische Kirche ist das älteste Gebäude auf der norwegischen Inselgruppe. Für ihren Erhalt sowie für die Renovierung des Gemeindeshauses werden jeweils 25.000 Euro an die Pfarrei überwiesen. 

Einen nennenswerten Beitrag zum gesamten Förderetat steuert das Diaspora-Kommissariat der deutschen Bischöfe bei. Priester aus Deutschland geben als Zeichen der Solidarität ein Prozent ihres Gehaltes an das Diaspora-Kommissariat ab. Mit diesem Geld werden Priester und hauptamtliche Diakone in Nord-, Mittel- und Osteuropa unterstützt. Aufgrund fehlender Eigenmittel und mangels staatlicher Unterstützung können die Bistümer in diesen Regionen ohne diese Zuschüsse die Ausgaben für die Seelsorge vor Ort nicht ausreichend finanzieren. 5,4 Millionen Euro hat der Vergabeausschuss des Diaspora-Kommissariates für 2026 bewilligt. Das Bonifatiuswerk verwaltet die Mittel und gibt sie zweckgebunden weiter. 

(SAH)