"HIER IST ALLES EIN BISSCHEN ENTSPANNTER"

Frederik Hasenauer absolviert sein "Praktikum im Norden" im schwedischen Uppsala

Schweden ist für die nächsten Monate die neue Heimat von Frederik Hasenauer. (Foto: Andreas Kaiser)
Schweden ist für die nächsten Monate die neue Heimat von Frederik Hasenauer. (Foto: Andreas Kaiser)

02.01.2026

Wenn Frederik Hasenauer an den Moment denkt, als er die Zusage für sein "Praktikum im Norden"  des Bonifatiuswerkes erhielt, muss er lächeln. "Ich war einfach happy", erinnert sich der 18-Jährige aus Freiburg. "Uppsala war meine erste Wahl – eine Studentenstadt mitten in Schweden. Im Nachhinein bin ich richtig froh, dass ich hier gelandet bin."
 

Vielfältige Einsatzstellen

Seit einigen Monaten lebt und arbeitet der Abiturient in Uppsala, unterstützt im Newman-Institut, der einzigen katholischen Hochschule in Skandinavien. Er hilft bei Veranstaltungen und fährt an zwei Tagen pro Woche nach Stockholm, wo er bei der Caritas mitarbeitet. Seine Tage sind abwechslungsreich: morgens das kleine Café im Newman-Institut vorbereiten, dann Post verteilen, Tagungen organisieren, Caterer anrufen, Räume herrichten. "Ich mag besonders die Aufgaben, bei denen ich unterwegs bin – Brötchen holen, Plakate gestalten, Buffets aufbauen. Das ist einfach ein schöner Mix aus Büroarbeit und Begegnung", erzählt er.

Was ihn in Schweden besonders beeindruckt, ist die Haltung der Menschen: "Die Arbeitsweise hier ist viel entspannter. Es ist normal, Pausen zu machen, Kaffee zu trinken – 'Fika' nennt man das. Niemand ist hektisch, und das zieht sich durch den Alltag." Diese Gelassenheit, sagt er, wolle er sich auch für Deutschland bewahren.

Begegnungen, die prägen

Frederik genießt das Leben in der kleinen Wohngemeinschaft. "Abends haben wir oft lange Gespräche mit den Studierenden, mit denen meine Mitpraktikantin und ich zusammenwohnen. Das sind schöne, intensive Begegnungen." 

Besonders eindrücklich ist für ihn auch die Arbeit beim Caritas Mötesplatsen, ein Treffpunkt für Menschen, die neu in Schweden sind: "Viele Gäste dort sind Migranten, aus der Ukraine, aus Lateinamerika. Eine Begegnung mit einer Ordensschwester, die Jahrzehnte in Deutschland gelebt hat, werde ich nie vergessen. Sie hatte so viel Energie und Lebenserfahrung. Das war sehr inspirierend."

Wenn Frederik Hasenauer von Uppsala spricht, klingt Begeisterung in seiner Stimme. "Man ist in zehn Minuten aus der Stadt raus und steht mitten in der Natur. Diese Weite, die Wälder, die Seen – das hat eine andere Qualität als in Deutschland. Es fühlt sich wilder, ursprünglicher an." Besonders gern erinnert er sich an einen Ausflug ins Waldhaus "Marielund": "Das war so richtig Bilderbuch-Schweden – rotes Holzhaus, See, Sonne, Stille und Wald."

Einblicke in den Freiwilligendienst

Wie Glaube in der Diaspora gelebt wird

Auch in der kirchlichen Erfahrung erlebt der Praktikant Unterschiede. "Die schwedische Kirche wirkt traditioneller als viele Gemeinden in Deutschland, die katholische Kirche hier ist sehr konservativ. Das war für mich zuerst überraschend, aber auch spannend zu sehen, wie unterschiedlich Glaube gelebt werden kann." Er selbst möchte sich in der kommenden Zeit mehr Raum nehmen für Spiritualität – "einfach mal still werden, in die Kapelle gehen, auftanken."

Das Leben im Ausland hat ihn verändert. "Ich war überrascht, wie leicht mir das selbstständige Leben fällt. Einkaufen, kochen, organisieren – das geht inzwischen ganz selbstverständlich." Sein Lieblingsrezept: Zimtschnecken.

Frederik Hasenauer ist überzeugt: Ein Freiwilligendienst im Ausland verändert den Blick auf die Welt – und auf sich selbst. "Es lohnt sich total, ein Jahr im Ausland zu verbringen, neue Perspektiven kennenzulernen und Menschen aus anderen Kulturen zu begegnen. Ich bin sehr froh, dass ich mich für das 'Praktikum im Norden' beworben habe."

(thmei)
 

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