PASTORALRAT DER SPANISCHSPRACHIGEN KATHOLISCHEN GEMEINDE LEIPZIG ERLEBT KURZEXERZITIEN IM DOMINIKANERKLOSTER ST. ALBERT

Kontemplation als Kraftquelle fürs ehrenamtliche Engagement

Angeleitet wurden die Teilnehmenden der Kurzexerzitien im Dominikanerkloster St. Albert von Pater Lucas Leonhard Wieshuber OP (hinten). Foto: Oliver Cabrera
Angeleitet wurden die Teilnehmenden der Kurzexerzitien im Dominikanerkloster St. Albert von Pater Lucas Leonhard Wieshuber OP (hinten). Foto: Oliver Cabrera

19.01.2026

Drei Tage Abstand vom Alltag, Raum für Stille und neue geistliche Tiefe: Zu kontemplativen Kurzexerzitien kam jetzt der Pastoralrat der spanischsprachigen katholischen Gemeinde Leipzig im Gästehaus des Dominikanerklosters St. Albert Leipzig zusammen – ermöglicht durch die Förderung des Bonifatiuswerkes. Zwölf Teilnehmende folgten der Einladung. Viele von ihnen engagieren sich ehrenamtlich im „Consejo Pastoral“ – dem Pfarrgemeinderat. Ein Großteil stammt aus Lateinamerika und lebt in Deutschland in der Diaspora – häufig geprägt von Migration, Flucht und herausfordernden Lebensumständen. Umso wichtiger war dieses Wochenende als Zeichen der Wertschätzung, der Ermutigung und geistlichen Stärkung.

Im Mittelpunkt stand die kontemplative Spiritualität – eine Form christlichen Betens, die in Ostdeutschland noch wenig bekannt ist. Angeleitet wurden die Teilnehmenden von Pater Lucas Leonhard Wieshuber OP. Ziel war es, diese Spiritualität nicht nur theoretisch zu erklären, sondern erfahrbar zu machen: als geistliches Fundament für das persönliche Glaubensleben, als Kraftquelle für das ehrenamtliche Engagement und als Hilfe zur inneren Sammlung und Burnout-Prävention.

Das Programm war bewusst schlicht und klar strukturiert:  kurze geistliche Impulse, Phasen des Schweigens, kontemplatives Chanten (meditatives Singen) sowie moderierte Austauschrunden. Ein fester Tagesrhythmus aus Gebet, Stille, gemeinsamen Mahlzeiten und Begegnung trug dazu bei, zur Ruhe zu kommen und sich neu auszurichten. 

Tiefe Erfahrungen und neue Kraft

Viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer berichteten von einer intensiven Erfahrung von Stille und innerer Ruhe – für einige eine völlig neue spirituelle Erfahrung. Sie beschrieben Kontemplation als tragfähige Ressource, die hilft, Abstand vom Alltag zu gewinnen, neue Kraft zu schöpfen und die eigene Beziehung zu Christus zu vertiefen. Besonders wertvoll war für viele, dass nicht Leistung oder Aktivität im Vordergrund standen, sondern das einfache Dasein vor Gott. Diese Erfahrung wirkte befreiend, stärkend und nachhaltig – sowohl für das persönliche Glaubensleben als auch für das ehrenamtliche Engagement in der Gemeinde.

Dieses geistliche Wochenende wäre ohne die finanzielle Unterstützung des Bonifatiuswerkes nicht möglich gewesen. Die Förderung hat entscheidend dazu beigetragen, den ehrenamtlich Engagierten – vielfach in prekären Lebenssituationen – diesen geschützten Raum für Erholung, Stärkung und geistliche Vertiefung zu eröffnen. 

(sah)