SOLIDARITÄTSBOTSCHAFT AN DIE KATHOLISCHE GEMEINDE IN NUUK


19.01.2026
Kopenhagens katholischer Bischof Czeslaw Kozon bekundet Grönlands einziger katholischer Pfarrei seine Solidarität und Unterstützung in einer Zeit wachsender internationaler Spannungen. Auch der Chefdiplomat des Papstes, Kardinal Pietro Parolin, hat sich besorgt über die Spannungen um Grönland gezeigt. Grönland, das von US-Präsident Donald Trump als Teil der USA beansprucht wird, zählt zu den Fördergebieten des Bonifatiuswerkes.
Das Portal Vatican News zitiert aus einem Brief von Bischof Kozon an den Pfarrer der katholischen Gemeinde im grönländischen Nuuk, Pater Tomaž Majcen OFMConv. Darin heißt es: "Große Ängste erfüllen viele Menschen weltweit, aber vor allem in Grönland und Dänemark. Frieden und Stabilität stagnieren.“ Der Bischof ermutigt die Inselgemeinde, Vertrauen in Gottes Vorsehung zu haben, damit er die Regierenden der Welt leite. Die Pfarrei in Nuuk gehört zum Bistum Kopenhagen.
Pfarrer Majcen dankte Bischof Kozon auf der Facebook-Seite der Kirchengemeinde. "Für uns ist es sehr wichtig, diese Nähe und Solidarität zu spüren", heißt es dort. Majcen hatte zuletzt über die Medien erklärt, dass die Debatte über eine mögliche Übernahme Grönlands durch die USA auch bei der kleinen katholischen Minderheit auf der Insel für Verunsicherung sorge. Das berühre "ihr Identitätsgefühl und ihre Zukunft", sagte er gegenüber DOMRADIO.DE. Und weiter: “Viele haben das Gefühl, dass Außenstehende plötzlich über ihre Heimat sprechen, als wäre sie eine Immobilie auf dem Markt.”

Der Chefdiplomat des Papstes, Kardinal Pietro Parolin, reagierte am Wochenende in Rom auf die Forderungen der US-Regierung. "Machtlösungen sind unangebracht", mahnte er einem Bericht von „Vatican News“ zufolge. Konflikte allein mit Gewalt zu lösen und Positionen durchsetzen zu wollen, sei nicht nur inakzeptabel, sondern führe immer näher an "einen Krieg innerhalb der internationalen Politik", so der Kardinalstaatssekretär. Angesichts wachsender Spannungen um das zu Dänemark zählende Grönland hob er die Bedeutung des Multilateralismus hervor. Der Geist der Zusammenarbeit, der die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg geprägt habe, verliere zunehmend an Kraft, so die Nummer Zwei des Vatikans.
Das Bonifatiuswerk und das Diaspora-Kommissariat der deutschen Bischöfe haben in den vergangenen Jahren entscheidend zum Ausbau der pastoralen Arbeit in Nuuk beigetragen. So wurde die katholische Kirchengemeinde bei der Sanierung des Kirchenzentrums mit Gemeindesälen und Priesterwohnung mit insgesamt 500.000 Euro unterstützt.
Quelle: domradio.de/KNA/Vatican News