BONIFATIUSWERK-PRÄSIDENT MANFRED MÜLLER ZU GAST IN GÖRLITZ
12.01.2026
Am Samstag, dem 10. Januar 2026, kamen zahlreiche Gäste aus Kirche, Politik, und Gesellschaft trotz widriger Wetterbedingungen zum traditionellen Neujahrsempfang von Bischof Wolfgang Ipolt im Görlitzer St.-Otto-Stift zusammen. In seinen eröffnenden Worten ging der Vorsitzende des Diözesan-Bonifatiuswerkes Generalvikar Markus Kurzweil auf das Jahresthema des Bistums Görlitz “Auf den Heiligen Geist hören” ein und betonte die Bedeutung des Heiligen Geistes als Orientierung stiftende Kraft in der heutigen lauten und zuweilen schrillen Zeit.
Außerdem begrüßte Generalvikar Kurzweil einen besonderen Ehrengast des Bischofs in diesem Jahr: Aus Paderborn war der Präsident des Bonifatiuswerkes der deutschen Katholiken, Herr Landrat a.D. Manfred Müller nach Görlitz gereist. In seinem Grußwort lobte der Präsident des Bonifatiuswerkes das Engagement der haupt- und ehrenamtliche Vertreter des Bistums: “Aus den Berichten weiß ich, wie engagiert haupt- und ehrenamtliche Vertreter des Bistums Görlitz ihre Arbeit im Dienst der Menschen tun. Chapeau – das ist großartig!” Wie breit und vielfältig die Unterstützung des Bonifatiuswerkes im Bistum Görlitz ist, verdeutlichte er später in seinem Grußwort: “Derzeit befinden sich im Bistum Görlitz insgesamt 26 laufende Projekte in Durchführung. Die Fördersumme des Bonifatiuswerkes der aktuell laufenden Projekte beträgt mehr als 750.00 Euro. Hier zeigt sich die ganze Vielfalt der Diaspora-Förderung durch das Bonifatiuswerk: gelbe BONI-Busse, pastorale Projekte, Kita-Förderung, Bildungshäuser, religiöse Kinderwochen, Sanierung und Umbau von Kirchen – bis hin zu spannenden Vorhaben wie dem geplanten Neubau des Zisterzienserklosters 'Maria Friedenshort' in Neuzelle.”
Es folgten in guter Tradition das Grußwort des Diözesanrates, in diesem Jahr vertretungsweise vorgetragen von der Geschäftsführerin Aleksandra Matczak, das Grußwort des Dekans aus Zgorzelec Jan Kułyna und des Superintendenten des Kirchenkreises Schlesische Oberlausitz Pfarrer Daniel Schmidt in Vertretung von Frau Superintendentin Theresa Rinecker. Nach den Grußworten der kirchlichen Vertreter folgten schließlich zwei Grußworte aus der Kommunalpolitik: Nach Ocatavian Ursu, dem Oberbürgermeister der Bischofsstadt Görlitz ergriff auf Dr. Stephan Meyer, Landrat des Landkreises Görlitz das Wort.
Der Neujahrsempfang wurde in diesem Jahr musikalisch erstmals mit Gesang von Anna Dribas umrahmt, die von ihrer Mutter Olga Dribas am Klavier begleitet wurde.
Die abschließende Rede vor der Ansprache des Bischofs hielt in diesem Jahr der Sächsische Staatsminister für Kultus Conrad Clemens. Anlass war das 30-jährige Jubiläum des Staatskirchenvertrages zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Freistaat Sachsen aus dem Jahr 1996. In diesem Dokument, das bis heute unverändert gilt, wurden die wichtigsten Grundlagen für die Zusammenarbeit von Kirche und Staat auf dem Gebiet des Freistaats vereinbart. Staatsminister Clemens dankte den Kirchen für die hervorragende Zusammenarbeit in vielen Bereichen und erwähnte dabei auch explizit die katholischen Kinderhäuser, deren Leiterinnen der Bischof in diesem Jahr ebenfalls zum Neujahrsempfang eingeladen hatte. Schließlich wandte sich der Staatsminister auch mit einem direkten Appell an die Kirchenvertreter: Selbst Mitglied der Herrnhuter Brüdergemeine wünsche er sich eine laute und selbstbewusste Kirche, die hörbar an den Debatten unserer Zeit teilnimmt und häufig und klar Stellung bezieht.
Die Ansprache von Bischof Wolfgang Ipolt bildete schließlich Höhepunkt und Abschluss des offiziellen Teils des Neujahresempfangs. Bischof Ipolt stellte seine Ansprache unter den Titel “Brauchtum als Transzendenzerfahrung – Dienst der Kirchen an der Gesellschaft”. Anhand verschiedener Bräuche christlicher Prägung und Herkunft erläuterte Bischof Ipolt, welche tragende Rolle das Brauchtum für das Funktionieren einer Gesellschaft bis heute einnimmt. Er nahm dabei u.a. auch Bezug auf den verstorbenen Papst Franziskus, der christliche Bräuche als “Frucht des inkulturierten Evangeliums” bezeichnet hat.
Im Anschluss gab es bei Canapés und Getränken, die das Team des St-Wenzeslaus-Stifts in Jauernick den Gästen anreichten, Gelegenheit miteinander ins Gespräch zu kommen und sich zu den Inhalten der Grußworte und der Ansprache des Bischofs auszutauschen.
(Bistum Görlitz / J. W./mos)