INTERVIEW MIT KARDINALSTAATSSEKRETÄR PIETRO PAROLIN

Vatikan-Vertreter: "Die Dänen waren offen und warmherzig"

Zu den Feierlichkeiten zum Ansgar-Jubiläum kam Kardinal Parolin, Staatssekretär des Vatikans, nach Dänemark. (Foto: Marco Chwalek / Erzbistum Hamburg)
Zu den Feierlichkeiten zum Ansgar-Jubiläum kam Kardinal Parolin, Staatssekretär des Vatikans, nach Dänemark. (Foto: Marco Chwalek / Erzbistum Hamburg)

29.01.2026

Zum Ansgar-Jubiläum kam Kardinal Parolin, Staatssekretär des Vatikans, erstmals nach Dänemark. Im einem Interview zeigt er sich beeindruckt von den Katholiken in der Diaspora.

Zur Eröffnung des Ansgar-Jubliäumsjahrs in Kopenhagen am Wochenende kam auch hoher Besuch aus dem Vatikan: Kardinal Pietro Parolin besuchte das Bistum Kopenhagen mehrere Tage lang, leitete die Eucharistiefeier in der Domkirche St. Ansgar und traf sich unter anderem mit König Frederik und Außenminister Lars Løkke Rasmussen.

In einem Interview für die Webseite des Bistums Kopenhagen zeigte sich der Kardinal jetzt beeindruckt von seinem Besuch in der dänischen Diaspora: “Ich muss sagen, dass der Eindruck sehr positiv war”, sagte Parolin. “Die Dänen waren offen, warmherzig und entgegenkommend – obwohl wir in Nordeuropa sind! Das galt sowohl für den Empfang nach der Messe als auch für die Treffen mit verschiedenen Gruppen.” Überrascht zeigte sich Parolin auch von den vielen jungen Menschen in der katholischen Kirche in Dänemark.

Besuch aus dem Vatikan

"Ein Glaube, der – selbst als Minderheit – stark ist."

Der Kardinal betonte, dass der Besuch in einer von globaler Unruhe geprägten Zeit stattfand und dass gerade deshalb der Empfang einen großen Eindruck bei ihm hinterließ: “Ich bekam das Gefühl, dass hier eine tiefe Freundlichkeit herrscht. Und ein Glaube, der – selbst als Minderheit – stark ist.”

Auf die Frage, welche Rolle der universelle Charakter der Kirche in einem kleinen Land wie Dänemark spielt, in dem das Christentum – und insbesondere der Katholizismus – nicht viel Raum einnimmt, antwortete Parolin: “Die Kirche hat eine Stimme in der Welt – auch politisch gesehen. Auch wenn nicht alle mit unseren Standpunkten einverstanden sind, glaube ich, dass unsere Stimme als eine moralische, mäßigende Präsenz geschätzt wird.”

Parolin betonte, die Kirche stehe für Prinzipien, die ein friedliches Zusammenleben möglich machen: Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, Solidarität und unantastbare Würde des Menschen. 2Das ist der Kern der katholischen Lehre und der Diplomatie der Kirche." Der Kardinal fügte hinzu, dass sich die Hauptaufgabe der Kirche niemals ändert: “Selbst wenn wir nicht gehört werden, müssen wir fortfahren, das Evangelium zu verkünden. Das ist unsere erste und größte Aufgabe.”

Auch Monsignore Georg Austen, Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, hatte sich in Kopenhagen zur Rolle der Kirche in der Grönland-Krise geäußert: “Als Weltkirche erinnern wir daran, dass echter Friede nicht durch Machtansprüche entsteht, sondern durch Dialog, gegenseitigen Respekt und das Gebet für- und miteinander”, sagte er.

Nordeuropa gehört zu den Haupt-Fördergebieten des katholischen Hilfswerks für den Glauben und die Solidarität. Die Länder der Nordischen Bischofskonferenz sowie das Erzbistum Hamburg feiern dieses Jahr den 1.200 Jahrestag der ersten Missionsreise des Heiligen Ansgar, der vom Kloster Corvey in Westfalen nach Nordeuropa zog und heute als “Apostel des Nordens” gilt. 

Das gesamte Interview lesen Sie hier Kardinal Parolin: “Ansgars mission fortsætter i dag” - katolsk.dk 

(thi)