GEMEINDEZENTRUM NACH BAUPHASE WIEDER GEÖFFNET

Pfarrei Emlichheim feiert Wiedereröffnung

Mit einem Gottesdienst mit Weibischof Johannes Wübbe ist die Wiedereröffnung des Gemeindezentrums gefeiert worden. (Foto: Marion Bleumer)
Mit einem Gottesdienst mit Weibischof Johannes Wübbe ist die Wiedereröffnung des Gemeindezentrums gefeiert worden. (Foto: Marion Bleumer)

25.06.2026

In der Pfarrei Emlichheim im Bistum Osnabrück unmittelbar an der niederländischen Grenze ist nun das Gemeindezentrum nach einem Umbau wiedereröffnet worden. Das Gemeindehaus wurde in den Kirchenraum integriert – ein bewusstes Zeichen für Aufbruch und neue Wege. Den feierlichen Gottesdienst in Emlichheim zur Wiedereröffnung feierte Weihbischof Johannes Wübbe mit etwa 250 Gläubigen. Mit 90.000 Euro hat das Bonifatiuswerk das Projekt unterstützt.


Die Umgestaltung in Emlichheim ist ein Beispiel dafür, wie auf Leerstand und hohe Unterhaltungskosten reagiert werden kann: mit einem flexiblen Raumkonzept, das Liturgie und Gemeinschaft enger verbindet. Das Vorhaben stehe laut den Verantwortlichen in Emlichheim damit beispielhaft für den Transformationsprozess, den das Bistum Osnabrück unter das Leitwort “verändert bleiben” gestellt hat.

Eindrücke der Wiedereröffnung

Thomas Twents, Bereichsleiter Projektverwaltung im Bonifatiuswerk, lobte den Umbau in seinem Grußwort als “mutigen Schritt”. “Die Einigung auf einen Standort für die Zukunft war sicher für viele nicht ganz einfach. Wer sich in einer Gemeinde engagagiert, weiß, wie schwer solche Veränderungen fallen. Manchmal heißt es eben auch: Hab Mut, lass los! Sie alle haben diesen Mut bewiesen. Sie sind aufgestanden. Sie haben nicht den Kopf hängen lassen oder die Hände in den Schoß gelegt, nach dem Motto: Da kann man eh nichts machen. Pragmatismus statt Pessimismus. Zuversicht statt Verzagtheit. Diesen Geist von Emlichheim wünscht man sich auch für die ganze Kirche”, sagte Thomas Twents im Namen des Generalsekretärs Monsignore Georg Austen und des gesamten Bonifatiuswerkes, der zudem darauf verwies, dass bereits der Bau der Kirche im Jahr 1976 finanziell vom Bonifatiuswerk gefördert worden war. Damals war die alte Kirche zu klein geworden, die Gemeinde brauchte etwas Größeres. Nun sind die Verantwortlichen um den Pfarrbeauftragten Gerd Wieners den umgekehrten Weg gegangen. “Damals wie heute hat die Gemeinde hier in Emlichheim die Zeichen der Zeit erkannt und rechtzeitig gehandelt”, lobte Thomas Twents.

Von den 340 Sitzplätzen waren in den vergangenen Jahren viele leer geblieben. Nur etwa 60 bis 100 Gläubige besuchen die Sonntagsgottesdienste. Gleichzeitig sind das benachbarte Pfarrhaus und das gegenüberliegende Gemeindehaus aus den 1970er Jahren zu groß geworden und sanierungsbedürftig. Aus dieser Situation heraus entstand die Idee, die bisherigen Gebäude in dem Gemeindeverbund aufzugeben und die Gemeinderäume künftig direkt in die Kirche St. Joseph zu integrieren. Möglich wurde das durch ein „Gebäude im Gebäude“-Konzept. Kern ist ein neu geschaffener Gemeindesaal, der an den Kirchenraum angebunden ist. Bewegliche Wände erlauben es, den Raum flexibel zu nutzen: Im Alltag entsteht ein kompakter Kirchenraum. Zu Hochfesten kann der Gemeindesaal geöffnet und in den Kirchenraum einbezogen werden. So passt sich die Fläche künftig den tatsächlichen Bedürfnissen der Gemeinde an.

Mit dem Umbau verfolgt die Pfarrei klare Ziele: Kirche und Gemeindeleben sollen räumlich zusammengeführt werden. Begegnung, Austausch und gemeinsames Feiern finden künftig unter einem Dach statt – ohne Trennung zwischen liturgischem Raum und Gemeindeleben. Gottesdienste in kleiner Runde können in den Wintermonaten in beheizbaren Nebenräumen stattfinden. Begegnungen nach dem Gottesdienst werden einfacher, da angrenzende Räume unmittelbar erreichbar sind. Zudem entwickelt sich die Kirche zum zentralen Versammlungsort für alle Bereiche des Gemeindelebens.

(bam)

Unterstützen Sie die Bauhilfe!