PAPST LEO XIV. BLICKT AUF FASTENEXERZITIEN ZURÜCK

"Tiefgreifende spirituelle Erfahrung"

In der Paulinischen Kapelle im Apostolischen Palast finden die diesjährigen Fastenexerzitien unter Leitung von Bischof Erik Varden statt. (Foto: Vatican Media)
In der Paulinischen Kapelle im Apostolischen Palast finden die diesjährigen Fastenexerzitien unter Leitung von Bischof Erik Varden statt. (Foto: Vatican Media)

02.03.2026

Papst Leo XIV. hat sich nach einer Woche gemeinsamer Fastenexerzitien an die Römische Kurie gewandt und dabei die Bedeutung der Gemeinschaft und des Gebetes für das kirchliche Leben hervorgehoben. Dankend wandte er sich an Bischof Erik Varden aus der norwegischen Diaspora, der die Meditationen in der Paulinischen Kapelle während der Exerzitien-Woche geleitet hatte.

Er habe geholfen, eine “tiefgreifende spirituelle Erfahrung zu machen, die so wichtig für unseren Fastenweg ist”, sagte der Papst am Freitagabend am Ende einer Vesperfeier im Apostolischen Palast laut Vatican News. Papst Leo XIV. wandte sich direkt an den Prediger: “Ihre Weisheit, Ihr Zeugnis und das des klösterlichen Lebens des heiligen Bernhard, der Reichtum Ihrer Betrachtungen werden uns noch lange Zeit ein Segen, eine Quelle der Gnade und eine Quelle der Begegnung mit Jesus Christus sein.”
 

Zum Nachdenken angeregt worden

Er sei “persönlich in manchen Momenten besonders zum Nachdenken angeregt worden”, so Leo XIV., der berichtete, wie er die Exerzitien erlebte – etwa bei den Ausführungen des Predigers zur Wahl von Papst Eugen III. und den Worten des heiligen Bernhard: “Was hast du getan? Gott sei dir gnädig.” Auch habe er an den Tag seiner Wahl am 8. Mai zurückgedacht, als sich die Kardinäle in der Paulinischen Kapelle zur Eucharistiefeier versammelten, unter der Inschrift aus dem Brief des heiligen Paulus an die Philipper: “Denn für mich ist Christus das Leben, und Sterben ein Gewinn.” Dazu merkte Leo XIV. nachdenklich an: “In diesem Kontext und im Geiste der Gemeinschaft versammeln wir uns alle, um zusammenzuarbeiten, doch manchmal auch sehr getrennt voneinander. Das gemeinsame Gebet ist, denke ich, ebenfalls ein sehr wichtiger Moment in unserem Leben, in dem wir über viele Themen nachdenken, die für unser Leben und für die Kirche wichtig sind.”

Gemeinschaft und Gebet

Der Papst blickte auf die gesamte gemeinsame Exerzitien-Woche zurück und benannte “einige Punkte, denen ich zustimme”, wie er formulierte. “Zum Beispiel die Bezugnahme auf den Kirchenlehrer John Henry Newman und sein Gedicht ,Der Traum des Gerontius‘, in dem Newman den Tod und das Gericht des Gerontius als Prisma nutzt, durch das der Leser seine eigene Todesangst und sein Gefühl der Unwürdigkeit vor Gott ergründet.” Aspekte wie Freiheit und Wahrheit seien darüber hinaus „wichtig für unser Leben“, sagte der Papst. In Bezug auf den Paulusbrief an die Philipper hob er hervor, dass das Wort Gottes eine Einladung sei: “Darum lebt so, wie es dem Evangelium Christi würdig ist.”

Leo XIV. dankte zudem den Mitarbeitern des Amtes für Liturgische Feiern, die das Material für die Fastenexerzitien vorbereitet hatten, sowie dem Chor, der zur musikalischen Gestaltung beigetragen hatte. Musik helfe “auf eine Weise, die Worte nicht vermögen, und erhebt unsere Herzen zum Herrn”, betonte der Papst. “Vielen Dank also an Sie alle für Ihre Anwesenheit und Teilnahme in diesen Tagen”, so Leo XIV., der die Anwesenden segnete.
 

Fasten-Exerzitien für Römische Kurie gibt es seit 1929 

Bei den einwöchigen Fasten-Exerzitien im Vatikan haben die leitenden Mitarbeiter des Papstes täglich geistliche Vorträge in der Paulinischen Kapelle des Apostolischen Palasts gehört. Diese Übung gibt es im Vatikan seit 1929. Mit Bischof Erik Varden hat Papst Leo XIV.  nicht nur den ersten Trappisten, sondern auch den ersten Norweger und den ersten ehemaligen Lutheraner für die Leitung der Exerzitien ausgewählt. Der 51-jährige Norweger stammt aus dem Bistum Oslo, das seit mehr als 50 Jahren zum Fördergebiet des Bonifatiuswerkes gehört. Dem Hilfswerk für den Glauben und die Solidarität ist Varden eng verbunden. Der Norweger trat 1993 zur katholischen Kirche über und wurde 2002 in den Trappistenorden aufgenommen. Nach einer Zeit als Abt in der englischen Abtei Mount St. Bernard wurde er 2019 von Papst Franziskus zum Bischof von Trondheim ernannt. Seit 2024 ist er Vorsitzender der Nordischen Bischofskonferenz.

(bam/vatican news)