AUFTAKT ZUM 40. PRIESTERJUBILÄUM VON MSGR. GEORG AUSTEN
10.05.2026
Monsignore Georg Austen, Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, blickt auf 40 Jahre im Dienst des Priestertums zurück: Bevor dieses Jubiläum am 9. Juni mit einer großen Feier begangen wird, gab es am Sonntag in Austens Heimatgemeinde in Büren-Brenken (Kreis Paderborn) einen Dankgottesdienst, dem sich ein Empfang mit zahlreichen Gästen anschloss. Auch der Bischof von Helsinki, Bischof Raimo Goyarrola, war eigens zu diesem Ereignis angereist. Die Festpredigt hielt Bischof em. Franz-Josef Bode, der ehemalige Bischof von Osnabrück.
Etwa 160 geladene Gäste, darunter viele Menschen und Wegbegleiter aus den Gemeinden, in denen Monsignore Georg Austen als Priester tätig war, waren der Einladung gefolgt, unter anderem Pastor Friedhelm Geißen aus Soest sowie viele Gäste aus den Kirchengemeinden Fürstenberg und Siddinghausen-Weine. Die Feierlichkeiten begannen mit einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche Sankt Kilian Brenken, der von den Brenkener Vereinen, dem Chor Ton Art und dem Bläserensemble Brenken mitgestaltet wurde.
In seinem Grußwort ging Monsignore Georg Austen auf die Anfangszeit seiner kirchlichen Tätigkeit ein. Es seien Menschen wie Pastor Friedhelm Geißen gewesen, die ihn über die Landjugendbewegung den Weg bereitet hätten. Die verschiedenen Stationen hätten ihn im Laufe der Jahre zwar weit in die Welt hinausgetragen, dabei habe er aber nie seine Wurzeln vergessen. „Daher habe ich mich besonders darüber gefreut, dass die Kirchengemeinde mir dieses Fest als Geschenk bereitet hat“, sagte Monsignore Georg Austen.
Dass der junge Priester, der am 17. Mai 1986 zusammen mit 21 Mitbrüdern im Hohen Dom zu Paderborn zum Priester geweiht wurde, schon in seiner Anfangszeit einen Drang zum Wirken und Gestalten hatte, daran erinnerte Bischof em. Franz-Josef Bode: „Er war immer wieder auf der Suche nach etwas Neuem, immer aktiv, ohne dabei zu allem ja zu sagen.“ In seiner Festpredigt ging Bischof em. Bode auch auf aktuellen den Priestermangel ein. „Hier muss die Kirche bereit und mutig sein, über neue Formen des Priesterseins nachzudenken“, sagte er.
Während seines Diakonats arbeitete Georg Austen unter anderem in der Justizvollzugsanstalt Herford. Anschließend war er als Vikar in der Pfarrei St. Marien in Fröndenberg, als Pfarradministrator in der Kirchengemeinde St. Johannes Baptist in Siddinghausen und in der Kirchengemeinde St. Michael in Weine eingesetzt. Eine große Aufgabe übernahm er im Jahr 2002 als Sekretär des XX. Weltjugendtages 2005 in Köln, wo er mit seiner erfolgreichen Arbeit bundesweit und international auf sich aufmerksam machte. „Du bist viel in der Welt herumgekommen. Du kennst große Städte, internationale Bühnen, bedeutende Menschen und kirchliche Würdenträger rund um den Globus. Eines ist immer spürbar geblieben: Du bist ein Weltenbummler und zugleich ein echtes Dorfkind“, sagte Irmhild Jakobi-Reike vom Vorstand des Gemeinderates. Von seinem Vater habe Monsignore Austen das Anpacken mitbekommen und von seiner Mutter, die einen kleinen Lebensmittelladen in Brenken führte, habe er gelernt, mit Menschen umzugehen. Zuhören, verstehen, merken und das an die Frau und den Mann bringen – das seien seine Stärken. „Du bist einer von hier, hier hast du deine Wurzeln“, sagte Irmhild Jakobi-Reike.
Monsignore Georg Austen betonte, dass es ihm wichtig sei, dass bei allen Herausforderungen in dieser zerrissenen Welt die Wurzeln des Lebens lebendig gehalten werden. Daher habe es ihm „eine ganz besondere Freude bereitet, dass die Menschen seines Heimatdorfs Brenken anlässlich seines Priesterjubiläums ein solch schönes Fest organisiert haben“, sagte der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, der auf persönliche Geschenke zugunsten von Spenden an die gemeinnützige „Georg Austen Stiftung Solidarität“ zur Förderung von Projekten für Kinder und Jugendliche unter dem Dach des Bonifatiuswerkes verzichtete.
Georg Austen wuchs in Brenken, einem Ortsteil der ostwestfälischen Stadt Büren, auf. Nach seinem Abitur im Jahr 1978 am Mauritius Gymnasium in Büren studierte er Katholische Theologie in Paderborn und München. Anschließend absolvierte er in den Jahren 1985 und 1986 sein Diakonat in der Gemeinde St. Johannes Baptist und in der Justizvollzugsanstalt in Herford. Am 16. Mai 1986 empfing er in Paderborn das Sakrament der Priesterweihe. Anschließend war er als Vikar in der Pfarrei St. Marien in Fröndenberg, als Pfarradministrator in der Kirchengemeinde St. Johannes Baptist in Siddinghausen und in der Kirchengemeinde St. Michael in Weine eingesetzt. Zudem war er Diözesanpräses der Katholischen Landjugendbewegung und von 1996 bis 2002 Diözesanseelsorger des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend im Erzbistum Paderborn sowie Studentenpfarrer und Leiter der Katholischen Hochschulgemeinde in Paderborn.
Als Sekretär des XX. Weltjugendtages der Deutschen Bischofskonferenz in Köln war Austen in den Jahren 2002 bis Juli 2006 maßgeblich an der Vorbereitung des katholischen Großereignisses im Jahr 2005 beteiligt. Er verantwortete die pastorale Vor- und Nachbereitung des Weltjugendtages, die Tage der Begegnung mit dem Tag des sozialen Engagements in allen deutschen (Erz-)Bistümern, das Kultur- und Jugendfestival beim Weltjugendtag in Köln sowie den Pilgerweg des Weltjugendtagskreuzes durch Europa und Deutschland. Im Anschluss an den XX. Weltjugendtag verbrachte Austen für persönliche Fortbildungen einige Monate in New York City und in Schweden. Nach seiner Rückkehr wurde er im selben Jahr Geschäftsführer der Steuerungsgruppe "Perspektive 2014" im Erzbistum Paderborn.
Seit März 2008 ist Georg Austen Generalsekretär und Hauptgeschäftsführer des Bonifatiuswerkes der deutschen Katholiken sowie Geschäftsführer des Diaspora-Kommissariates der deutschen Bischöfe/Diasporahilfe der Priester.
(Johannes Büttner)