NACH ÜBERNAHME VON DER SCHWEDISCHEN KIRCHE: KARDINAL ARBORELIUS WEIHT NEUGOTISCHES GOTTESHAUS EIN

Historischer Moment: Erste Eucharistiefeier in St. Johannes Stockholm

Bischof Kardinal Anders Arborelius bei der Weihe der St. Johannes Kirche in Stockholm. (©Rickard L Eriksson - New Art Production AB)
Bischof Kardinal Anders Arborelius bei der Weihe der St. Johannes Kirche in Stockholm. (©Rickard L Eriksson - New Art Production AB)

05.05.2026

Die Mai-Sonne erhellte die Buntglasfenster, und ihre Strahlen durchdrangen die Weihrauchwolken, die über den tausend Teilnehmern schwebten, die sich zur Einweihung der „neuesten“ Kirche des katholischen Bistums Stockholm versammelt hatten – ein neugotisches Prachtbauwerk, das Ende des 19. Jahrhunderts für die Schwedische Kirche errichtet wurde. Am vergangenen Wochenende wurde die Übergabe der St.-Johannes-Kirche an das Bistum Stockholm endgültig besiegelt. Zum ersten Mal überhaupt feierten Katholiken dort die Eucharistie – mit Bischof Kardinal Anders Arborelius OCD als Hauptzelebrant. Das Bonifatiuswerk hat den Erwerb und die Renovierung mit 90.000 Euro aus Mitteln der Bauhilfe gefördert.

Schon gut eine Stunde vor Beginn der Messe hatte sich draußen eine fröhliche und lebhafte Menschenmenge versammelt, die an diesem historischen Tag, dem Gedenktag Josefs des Arbeiters, früh gekommen waren, um einen Platz zu ergattern. Für manche war es das erste Mal, dass sie das beeindruckende Innere sahen. Der Kreuzträger führte die lange Prozession durch die Kirche zum Chor, vorbei an den blattförmigen Kronleuchtern und den zwölf massiven Backsteinsäulen, die sich zur Decke recken. 

Vor dem Kirchentor steht eine Statue des Apostels Petrus mit den Himmelsschlüsseln. Nach einer kurzen Ansprache übergab der Kardinal den Schlüssel der St.-Johannes-Kirche, der ihn wiederum an den Rektor und Generalvikar der Diözese, Pater Pascal René Lund OP, weiterreichte. Die üblichen Teile der Messe wurden durch Momente ergänzt, die die Einzigartigkeit des Gottesdienstes unterstrichen: Wasser wurde gesegnet und sowohl auf dem Altar als auch in der Gemeinde versprengt. Gebete wurden auf Polnisch und Ukrainisch verlesen – eine Geste an die Missionen, die in der Kirche beheimatet sind. In seiner Predigt erwähnte der Kardinal viele, die ihre Freude über die prachtvolle Kirche zum Ausdruck gebracht hatten, erinnerte aber sogleich daran, dass nicht das Äußere entscheidend sei, sondern dass jede Kirche, ob prunkvoll oder schlicht, dieselbe Aufgabe habe: Menschen zu Christus und zur Missionsarbeit zu führen.

Reliquien der heiligen Birgitta, des heiligen Johannes vom Kreuz und der heiligen Maria Elisabeth Hesselblad wurden unter dem Altar platziert. Kardinal Arborelius salbte das Altarbild mit Chrisam und anschließend die Kirche, indem er auf jede der zwölf Säulen ein Kreuz zeichnete. Zwischen den Gebeten sang der Chor verschiedene Psalterhymnen, die der Wandlung einen andächtigen Rahmen gaben. Der Altar wurde beräuchert, und der Rauch stieg auf und breitete sich aus wie Gebete vor Gott. 

"Wo Barmherzigkeit und Liebe wohnen, da ist auch Gott.“ Während der Kommunion hallten die Klänge dieses besinnlichen Hymnus nach, und es war mit Händen zu greifen, dass es gerade Barmherzigkeit und Liebe waren, die die Übernahme der St.-Johannes-Kirche, dieser neuen Wohnstätte Christi, ermöglicht hatten. Stille Dankbarkeit machte sich breit, und manche waren zu Tränen gerührt. Und als Widors kraftvolle Toccata in F-Dur während des Auszugs erklang, war die Freude spürbar. Es fühlte es sich für die Gottesdienstfeiernden so an, als sei die katholische St.-Johannes-Kirche nach Hause gekommen.

In seinem Grußwort, welches bei den anschließenden Feierlichkeiten verlesen wurde, sprach Monsignore Georg Austen seine Freude über die Einweihung aus: “Wir im Bonifatiuswerk freuen uns gemeinsam mit unseren Spenderinnen und Spendern aus ganz Deutschland, dass wir den Kauf und die Renovierung der Sankt-Johannes-Kirche mit insgesamt 90.000 Euro unterstützen konnten. Der Umbau in Stockholm ist – selbst in der 175-jährigen Geschichte unseres internationalen Hilfswerks – ein wirklich besonderes, historisches und symbolträchtiges Ereignis. Möge im Geiste der Ökumene die universale Kirche und die christliche Nächstenliebe wachsen und ein sichtbarer Ort der Hoffnung, der Begegnung und des Gebets entstehen. Wir wünschen Ihnen und dieser Kirche Gottes Segen und eine gute Zukunft im gemeinsamen Glauben.”

(H.G. Billing)

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