BONIFATIUSWERK STÄRKT KATHOLISCHES LEBEN IN NORWEGEN
22.05.2026
Mit einem feierlichen Gottesdienst wurde die Kapelle von Stiklestad in Norwegen nach umfassender Sanierung jetzt wieder eingeweiht. Für das Bonifatiuswerk markiert die Konsekration durch den Bischof von Trondheim, Erik Varden, weit mehr als den Abschluss eines Bauprojekts: Sie ist ein sichtbares Zeichen für die Lebendigkeit katholischen Glaubens in der Diaspora und für die Solidarität innerhalb der Weltkirche.
Die Renovierung der Kapelle in Stiklestad, einem der bedeutendsten historischen und geistlichen Orte Norwegens, hat das Bonifatiuswerk mit insgesamt 100.000 Euro unterstützt. "Als Bonifatiuswerk ist es unser Auftrag, katholisches Leben dort zu stärken, wo es nicht selbstverständlich ist. Dort, wo Gemeinschaft oft klein ist, Wege weit sind und Ressourcen begrenzt", betonte Bonifatiuswerk-Präsident Manfred Müller, der zur Wiedereinweihung nach Norwegen gereist war.
Stiklestad gilt als zentraler Erinnerungsort der Christianisierung Norwegens. Hier fiel im Jahr 1030 König Olav II., der heute als heiliger Olav verehrt wird und als Nationalheiliger Norwegens gilt. Die 1930 errichtete Kapelle, deren Bau maßgeblich durch die Literaturnobelpreisträgerin Sigrid Undset ermöglicht wurde, ist bis heute ein bedeutendes katholisches Zeugnis in einem überwiegend evangelisch geprägten Land.
"Gerade deshalb sind Orte wie dieser so wichtig: Sie sind Ankerpunkte des Glaubens – sichtbar, offen und einladend. Diese Kapelle steht an einem historischen Ort von nationaler Bedeutung. Sie verknüpft die nationale Geschichte mit der katholischen Kirche. Und insofern ist diese renovierte Kapelle ein wertvoller Teil der nationalen Identität", sagte Müller. Die Förderung des Hilfswerkes verstehe sich dabei nicht allein als finanzielle Unterstützung: "Sie ist Ausdruck einer Verbundenheit über Grenzen hinweg. Sie ist ein Zeichen dafür: Ihr seid nicht allein. Die Kirche lebt aus dem Miteinander – aus der Solidarität, aus dem Teilen von Verantwortung und aus der Freude am Glauben. Das ist gerade in der heutigen Zeit und Weltlage wichtiger denn je."
Auch Bischof Erik Varden, Vorsitzender der Nordischen Bischofskonferenz, betonte die Bedeutung dieses Ortes: "Es ist eine große Freude zu sehen, dass Stiklestad zu einem neuen, lebendigen Zentrum der katholischen Kirche in Mittelnorwegen geworden ist." Künftig solle die Kapelle wieder stärker geistlich genutzt werden. Geplant sei unter anderem die Wiedereinführung regelmäßiger Mittwochsgottesdienste, da der Mittwoch der Tradition zufolge als König Olavs II. Todestag gelte. Zudem wünsche er sich, dass die Kapelle weiterhin ein Ort der Begegnung für Menschen unterschiedlicher Konfessionen bleibe.
Im Zuge der Sanierung wurden unter anderem eine neue Lichtanlage installiert, der Innenraum wurde neu gestrichen und eine Sakristei errichtet. Für die künstlerische Ausgestaltung konnte die norwegische Ikonenmalerin Solrunn Nes gewonnen werden, die sich seit Jahrzehnten mit klassischer Ikonenmalerei beschäftigt und darin Glauben und Kunst untrennbar miteinander verbunden sieht.
Die feierliche Wiederweihe der Kapelle bildet den Höhepunkt eines mehrjährigen Sanierungsprojekts, das für die katholische Kirche in Norwegen von großer Bedeutung ist. Gleichzeitig steht sie exemplarisch für den Einsatz des Bonifatiuswerkes, katholisches Leben in der Diaspora nachhaltig zu stärken und historische Glaubensorte für kommende Generationen zu bewahren.
Zum Grußwort von Bonifatiuswerk-Präsident Manfred Müller
(Av Frøydis de Damas/thmei)