DA IST JEMAND DER ZUHÖRT

"Rat auf Rädern" - der Beratungsbus für Menschen in Not

Mit diesem Bus bringt die Caritas Rat und Hilfe im Pastoralen Raum Friedland, Stavenhagen, Neubrandenburg genau dorthin, wo sie benötigt werden. (Foto: T. Meier)
Mit diesem Bus bringt die Caritas Rat und Hilfe im Pastoralen Raum Friedland, Stavenhagen, Neubrandenburg genau dorthin, wo sie benötigt werden. (Foto: T. Meier)

Die roten Buchstaben leuchten schon aus der Ferne auf dem weißen Beratungsmobil, das im ländlichen Raum Neubrandenburgs auf einer Fläche von insgesamt 2.000 km² unterwegs ist. Der studierte Sozialarbeiter Timon Kuchel fährt zu Menschen, die sich in schwierigen Situationen befinden und schenkt ihnen Zeit und Unterstützung. Oftmals sind es sozialrechtliche Fragen, mit denen die Menschen Rat bei Timon Kuchel suchen. Ob Anträge für das Jobcenter auszufüllen sind oder es Hilfe beim Thema Pflegeleistungen bedarf, im Beratungsbus können mit vorhandenem WLAN, Scanner und Drucker schnell die passenden Dokumente bereitgestellt werden und eine schnelle Hilfe kann greifen. Auch eine existentielle Unterstützung ist im Notfall kurzzeitig möglich, bei der die Ratsuchenden mit Lebensmitteln, Kleidung und Hygieneartikeln versorgt werden. Die Kleidung erhalten sie von der Kleiderkammer der Caritas im Norden, die von freiwilligen Helfern betrieben wird.

Der Film zur Personalstelle

Monika Glan (Anm. d. Red.: Name geändert) ist auf dem Marktplatz in Friedland, einer Kleinstadt mit rund 6.000 Einwohnern im Osten von Mecklenburg-Vorpommern, auf "Rat auf Rädern" der Caritas im Norden aufmerksam geworden. Das Projekt wird in Kooperation mit der katholischen Pfarrei St. Lukas in Neubrandenburg durchgeführt und wurde bis September dieses Jahres mit einer Personalstelle vom Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken für zwei Jahre mit 80.000 Euro gefördert. In seiner 30-Stunden-Stelle hat Timon Kuchel Monika Glan in einigen Beratungsgesprächen in der Kommunikation mit verschiedenen Behörden hinsichtlich Erwerbsunfähigkeitsrente, persönliches Budget oder diverser Pflegeleistungen unterstützt. "Häufig werden diese Anträge abgelehnt. Dann ist man sehr frustriert und deprimiert. Und wenn man hier wohnt und akute Sorgen hat, dann gibt es keinen, mit dem man reden kann. Daher ist es sehr gut, dass es dieses Angebot gibt. Da ist mal jemand, der zuhört und auch Trost und Mut spendet", erklärt Monika Glan.

 

Unterstützen Sie die Glaubenshilfe!

Durch die Corona-Pandemie waren keine regelmäßigen öffentlichen Sprechstunden mit dem Beratungsbus in den Orten möglich und immer wieder mussten neue Konzepte entwickelt werden. "Zwar erlaubt das Land Mecklenburg-Vorpommern grundsätzlich eine mobile soziale Beratung, aber eine direkte Beratung darf erst nach einer vorherigen  telefonischen, schriftlichen oder elektronischen Terminvereinbarung stattfinden. In der Konsequenz heißt das, dass die Menschen auf mich zukommen müssen", beschreibt Timon Kuchel die Situation. Daher wurde beispielsweise das digitale Beratungsangebot ausgebaut und eine Plattform eingerichtet, über die in einem chatähnlichen Format zunächst Probleme besprochen werden können, um dann weitere Schritte zu planen. Außerdem hat Timon Kuchel in Zusammenarbeit mit anderen Diensten der Caritas im Norden ein Angebot für Nachbarschaftshilfe ins Leben gerufen, das von Ehrenamtlichen ausgeführt wird.

Karin Hofmann, gebürtige Kölnerin wohnt seit knapp einem Jahr in Neubrandenburg und hat das Angebot von "Rat auf Rädern" dankend angenommen, da ihr Start in der neuen Stadt nicht einfach war. Vermeintliche Freunde haben sie im Stich gelassen. Mit Timon Kuchel hat sie eine verlässliche Stütze gefunden. Ein Freiwilliger übernimmt regelmäßig die Einkäufe für sie. Durch ihn hat sie unter anderem Kontakt zur Gemeinde und zum ortsansässigen Pastor gefunden, denn der Glaube sei ihr sehr wichtig, aus ihm schöpfe sie Kraft und Hoffnung. Und mit dieser Zuversicht blickt die 64-Jährige trotz aller erfahrenen Rückschläge in die Zukunft, denn: "Wer sich hängen lässt, ist selber schuld."

IHRE ANSPRECHPARTNER ZUR GLAUBENSHILFE

Weitere Auskünfte zur Glaubenshilfe erhalten Sie bei Simon Rüffin. Ansprechpartner für die Personalstellenförderung ist Daniel Born.

Simon Rüffin

Leitung Fachbereich Missionarische und diakonische Pastoral
05251 29 96-50
simon.rueffin@bonifatiuswerk.de

Daniel Born

Referent Missionarische und diakonische Pastoral
05251 29 96-26
daniel.born@bonifatiuswerk.de