KARFREITAG: MAITE KELLY GIBT GLAUBENSZEUGNIS AB

"Liebe zu Gott lohnt sich"

Fastenreihe 2021 im Paderborner Dom: Monsignore Georg Austen und Maite Kelly halten die Dialogpredigt (Foto: Besim Mazhiqi)

02.04.2021

„Die Leere ist da“ unter diesem Titel haben die Schlagersängerin Maite Kelly und der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen, eine Dialogpredigt am Karfreitag im Hohen Dom zu Paderborn gehalten. Auf Einladung des Domkapitels haben sie die Fastenreihe "Rendezvous im Dom" des Erzbistums Paderborn mitgestaltet. Die Veranstaltung ist bundesweit auf ein großes Echo und Interesse gestoßen.
 

Die Dialogpredigt

Mit den Figuren der Passionsgeschichte wurde auf die aktuelle pandemiegeprägte Zeit geblickt. In der Krise gebe es keine Zuschauer. "Wir sind auf dieser Bühne der Welt alle Mitspieler. Keiner kann sich raushalten", sagte Monsignore Georg Austen und verwies auf die Eigenverantwortlichkeit jedes Menschen. Im solidarischen Miteinander müsse der Blick auf den Nächsten gerichtet werden, nur so könne eine menschliche und christliche Kultur bestehen. Zudem kritisierte Austen den Umgang mit Wahrheit: "Wahr ist oft das, was mir nützt." Viel zu oft würde sie mit "Fake-News" und aggressiven Parolen auf der Straße und in den sozialen Medien verleugnet, um Unsicherheit zu stiften. Es gelte sich diesem gefährlichen Kreislauf zu entziehen, und viel mehr den Wahrheitsgehalt zu prüfen und zu reflektieren.

"Mit Mut muss dem für viele Menschen bequemen Schweigen, dem Wegblicken in unserer heutigen Gesellschaft begegnet werden", verdeutlichte die aktive Christin Maite Kelly. Beeindruckt von der Passionsfigur Veronika, die bewusst als Frau aus dem Hintergrund tritt, um Jesus auf dem Kreuzweg Erleichterung zu schaffen, plädierte die Schlagersängerin für ein engagiertes Handeln miteinander. "Das Kreuz, an dem am Karfreitag Jesus mit durchbohrtem Herzen aber einladenden Armen hängt, macht deutlich, dass die Liebe zu Gott sich lohnt", sagt Kelly. Er liebe alle Menschen und so solle der Blick auf das Kreuz uns immer wieder vergegenwärtigen, dass wir unsere Wege nicht alleine gehen, betonte die Sängerin.

"Die Spannung, die am Abend des Karfreitags deutlich wird, dass Jesus gegen den Schrei der Verlassenheit das Gebet des Vertrauens setzt, kann auf die weltweite Krisensituation und die zerrissenen Erfahrungen vieler Menschen bei uns in der ‚dritten‘ Corona-Welle übertragen werden", merkte Monsignore Austen an.
 

Fastenreihe "Rendezvous im Dom"

Den Abendgottesdienst mit der Dialogpredigt bildete den Abschluss der Fastenreihe. In den vergangenen Wochen haben sich mit großer Beteiligung Kirche und Kultur getroffen. Unter dem Leitmotiv "Ist das Kunst – dann kann das weg?!" stellt die diesjährige Reihe die Kultur in den Fokus. "Uns war es in diesem Jahr in der Fastenzeit sehr wichtig, im Dom eine Begegnung von Kirche und Kulturszene zu ermöglichen. Kunst und Musik sind aus unserer Sicht genau wie Religion für das Leben existenzrelevant. Die Predigt von Monsignore Austen und Maite Kelly bildet daher einen sehr passenden Abschluss und wir freuen uns sehr, dass Maite Kelly die Andacht ehrenamtlich mitgestaltet hat. Ein echtes Rendezvous von Glaube und Kunst", sagte der Dompastor Dr. Nils Petrat.

Eindrücke von der Karfreitagsandacht

Langjährige Patin des Bonifatiuswerkes

Maite Kelly ist dem Bonifatiuswerk seit einigen Jahren eng verbunden. Als langjährige Patin der bundesweit bekannten "Weihnachtsmannfreien Zone" setzt sie immer wieder ein Zeichen für den Nikolaus als echt gutes Vorbild. Auch eine gemeinsame Buchpublikation mit Monsignore Georg Austen unter dem Titel "Mit Kindern Feste gestalten und feiern" hat Kelly für das Hilfswerk erarbeitet. Darin geht es um gelebtes Glaubensbrauchtum und wie Glaube in der Familie gestaltet werden kann.

(thmei)