PFARRZENTRUM IM OLDENBURGER LAND

Innenstadt-Kirche in Varel wird zum offenen Treffpunkt

Der Innenraum der Kirche mit Vortragsbestuhlung. (Foto: Kath. Pfarrgemeinde St. Bonifatius Varel)
Der Innenraum der Kirche mit Vortragsbestuhlung. (Foto: Kath. Pfarrgemeinde St. Bonifatius Varel)

10.11.2021

Die Diaspora-Pfarrei St. Bonifatius in Varel (Kreis Friesland) baut ihre 1858 errichtete ehemalige Kirche derzeit um in ein modernes Pfarrzentrum. Die Pfarrei plant in der Innenstadt-Kirche künftig auch ein offenes Angebot, um regelmäßig Menschen zur Begegnung einladen zu können. Aus der Zeit gefallen - so erschien sie mit den Jahren. "Es ging einfach nicht mehr", sagte zum Beispiel Pfarrer Manfred Janßen und meint etwa die Sache mit dem Saal im Obergeschoss. Es ist der einzige Raum, den die St.-Bonifatius-Gemeinde im friesischen Varel für Feiern oder größere Aktionen nutzen konnte. Das heißt: Nutzen konnten ihn nur diejenigen, die in der Lage waren, die Treppenstufen zu erklimmen. Barrierefreiheit? Fehlanzeige. Dazu kam dringender Sanierungsbedarf der alten Vareler Kirche, die schon lange keine Kirche mehr war. Schon seit 1968 ist sie profaniert. Damals entstand ein zweites, größeres Gotteshaus direkt nebenan. In das alte kam mit einer Zwischendecke ein zweites Stockwerk – und fertig war ein Pfarr- und Jugendheim. Für die Bedürfnisse von 1970 genügte das auch, mittlerweile aber nicht mehr. Die Räume waren in die Jahre gekommen, dazu kamen eine schlechte Akustik, altmodische Sanitärbereiche und hohe Heizkosten.

Pfarrei setzt auf offene Angebote

Mit Blick auf den Gemeindenachwuchs soll das Pfarrzentrum mit modernster Technik aufgerüstet werden. Für zeitgemäße und ansprechende Bildungsveranstaltungen, etwas des Katholischen Bildungswerks, soll deshalb auf Dauer auch ein so genanntes "Smartboard", eine Art digitale Schultafel, eingebaut werden. Ganz neu ist außerdem die Idee eines offenen Treffs im Eingangsbereich. Dort befindet sich eine Küche. "Hier könnte eine Art offenes Café entstehen, wohin Menschen aus der nahen Innenstadt kommen können. So könnte das Einladende unserer Kirche noch deutlicher werden", freut sich Diakon Elfert auf diese Neuerung. Die Lage in der Fußgängerzone sei ideal dafür. Die Gemeinde werde, sobald das wieder möglich ist, Menschen suchen – auch über die Pfarrgrenzen hinaus – die Interesse haben, sich ehrenamtlich an einem solchen Projekt zu beteiligen.

Bonifatiuswerk gibt 95.000 Euro

Die St.-Bonifatius-Pfarrei ist Bauherrin des rund 1,7 Millionen Euro teuren Projekts. An der Finanzierung haben sich unter anderem das Offizialat mit insgesamt 777.400 Euro und das Bonifatiuswerk mit 95.000 Euro. Außerdem hat der Förderverein zahlreiche Spenden angeworben, unter anderem für die Renovierung der Fenster. Genutzt werden soll die "Alte Kirche" künftig in erster Linie von Gemeindegruppen, steht aber auch für das Bildungswerk oder auch für städtische kulturelle Veranstaltungen zur Verfügung.

(nd)

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