04.02.2026
GEISTLICHE WÜRDENTRÄGER POCHEN AUF ACHTUNG DES VÖLKERRECHTS
04.02.2026
Der Verband der EU-Bischofskonferenzen (Comece) erklärt sich solidarisch und spirituell verbunden mit Grönland und seinem Volk. Das politische, soziale und ökologische Schicksal Grönlands müsse von seiner eigenen Bevölkerung gestaltet werden, und zwar "unter voller Achtung seiner Rechte und seiner Würde", so die EU-Bischöfe in einer Brüsseler Erklärung vom Dienstag.
Angesichts der heiklen Verhandlungen über Grönlands politische, soziale und ökologische Zukunft unterstreicht die Comece-Präsidentschaft unter der Leitung des italienischen Bischofs Mariano Crociata: “Die Zukunft Grönlands muss vom grönländischen Volk selbst entschieden werden, unter voller Achtung seiner Rechte, seiner Würde und seiner Bestrebungen.” Die Erklärung erinnert gleichzeitig an die Bedeutung der Einhaltung des Völkerrechts, der Grundsätze der Charta der Vereinten Nationen und der territorialen Integrität des Königreichs Dänemark.
Besorgt zeigt sich der Bischofsverband über das breitere internationale Klima, in dem diese Diskussionen stattfinden. Sie seien durch zunehmende geopolitische Spannungen und eine Schwächung der multilateralen Zusammenarbeit gekennzeichnet. In diesem Zusammenhang erinnert die Erklärung an die jüngsten Worte von Papst Leo XIV. an das diplomatische Korps: “In unserer Zeit gibt insbesondere die Schwäche des Multilateralismus auf internationaler Ebene Anlass zur Sorge. Eine Diplomatie, die den Dialog fördert und den Konsens aller sucht, wird durch eine Diplomatie der Stärke, durch einzelne Staaten oder Gruppen von Verbündeten ersetzt.”
Auch das Bonifatiuswerk hat sich solidarisch mit den Menschen in Grönland erklärt. Zwar hat sich die Lage vorerst stabilisiert, die Verunsicherung im Alltag vieler Menschen ist dort allerdings immer noch allgegenwärtig. “Die Grönländer sind ein ruhiges und widerstandsfähiges Volk“, sagte Pater Tomaž Majcen dem Bonifatiuswerk. "Aber sie hängen sehr an ihrem Land, ihrer Kultur und ihrer Würde. Wenn das alles von außen in Frage gestellt wird, fühlen sich die Menschen klein und verletzlich."
Die Comece-Führung ermutigt unterdessen die Europäische Union, weiterhin als geeinter, verantwortungsbewusster und vertrauensbildender Akteur auf der internationalen Bühne aufzutreten, fest in ihren Gründungswerten verankert zu bleiben und sich einer regelbasierten internationalen Ordnung und einem effektiven Multilateralismus zu verpflichten.
(Quelle: vatican news)