JUBILÄUM IN NORDNORWEGEN

50 Jahre katholische Christkönigs Kirche in Narvik

Am vergangenen Sonntag hat die Gemeinde das 50-jährige Bestehen gefeiert. (Foto: Pfr. Antonius Sohler)Am vergangenen Sonntag hat die Gemeinde das 50-jährige Bestehen gefeiert. (Foto: Pfr. Antonius Sohler)
Am vergangenen Sonntag hat die Gemeinde das 50-jährige Bestehen gefeiert. (Foto: Pfr. Antonius Sohler)

18.06.2026

Alles begann mit einem Traum oder besser gesagt mit einer Vision: Der “Visionär” war P. Rudolf Arzt, Missionar der Heiligen Familie. Er stammte aus Steinebach im Bistum Trier und kam 1972 nach Nordnorwegen in die Prälatur Tromsø. Seine Vision war eine katholische Kirche in Narvik zu bauen. Die neue und auch erste katholische Kirche im Ort sollte vielfältige Bedürfnisse bedienen.

Narvik am inneren Ende des großen Ofotfjords gelegen, ist die Endstation der sogenannten schwedischen Erzbahn, die seit mehr als 100 Jahren täglich Tausende Tonnen Eisenerz aus den Mienen rund um die Erzstadt Kiruna im schwedischen Lappland zur Verladung auf Schiffe anliefert. Zudem liegt Narvik günstig zwischen den Lofoten, den Vesterålen und der Ostsee. Deshalb ist die Stadt ein wichtiges Handelstor zu den nördlichen Regionen Norwegens und den westlichen Inselgruppen entlang der norwegischen Atlantikküste.

Für all die Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen nach Narvik kamen – Arbeiter, Seeleute, Reisende und Touristen – wollte P. Rudi, wie ihn alle nannten, ein katholisches Gotteshaus bauen. Beim damaligen Bischof Johannes Wember MSF fand er ein offenes und hilfsbereites Ohr. Auch das Dutzend Katholiken, das fest in Narvik wohnte, sowie viele Freunde und Wohltäter aus Deutschland unterstützten das Vorhaben. Mit großer Hilfe des Bonifatiuswerkes gelang es damals, in nur 14 Monaten Bauzeit eine Kirche mit Pfarrerwohnung und Gemeindesaal zu erbauen.

Am 13. Juni 1976 wurde die Kirche konsekriert. Der Bau kann als rundum gelungen bezeichnet werden, sowohl bautechnisch als auch künstlerisch und spirituell. Wo die einheimische Nachbarschaft früher zwischen den Bäumen ihre Wäscheleinen zum Wäsche trocknen gespannt hatten, steht heute eine Kirche, die bis zu 100 Menschen Platz bietet. Sie hält nach wie vor ihre Türen und ihr Herz offen für Menschen unterschiedlichster Herkunft, Nationalität und Religion. Dafür sind wir sehr dankbar, besonders aber den vielen, die damals etwas Großes gewagt haben, und jenen, die in all den Jahren für den Fortbestand der Kirche Sorge getragen haben.

(Pfr. Antonius Sohler)