BONIFATIUSWERK GRATULIERT BISCHOF HEINER WILMER

21.06.2026
Dr. Heiner Wilmer ist neuer Bischof von Münster. Im vollbesetzten St.-Paulus-Dom in Münster wurde am Sonntag der Gottesdienst zu seiner Amtseinführung gefeiert.
Unter langem Applaus übernahm der 65-Jährige sein neues Amt. Damit hat Deutschlands mitgliederstärkstes katholisches Bistum nach etwa 15 Monaten wieder einen Bischof. Wilmer ist seit Februar auch Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Am Ende des Gottesdienstes bestätigte er den bisherigen Generalvikar Klaus Winterkamp (60) im Amt. Während der Feier im Dom brachten Gläubige ein Fahrrad und einen Laib Pumpernickel in den Altarraum. Ein Grußwort sprach unter anderem Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU). Nach dem Gottesdienst lud das Bistum Münster zu einem Fest der Begegnung vor die Kathedrale ein.
Der Vorstand des Bonifatiuswerkes und Bonifatiuswerk-Präsident Manfred Müller gratulieren dem Bistum Münster im Namen des Hilfswerks herzlich zum neuen Bischof. Dr. Heiner Wilmer wünschen Sie “für die neue Wegetappe alles Gute, viel Kraft und Gottes Segen für den verantwortungsvollen Dienst”: “Die Diözese Münster ist für uns als Diaspora-Hilfswerk ein besonderes Bistum – vereint es doch Gebiete, die katholisch geprägt sind, mit Regionen, in denen Katholiken in einer Minderheit leben, wie im Oldenburger Land. Beides gehört zur Realität der Kirche in unserer Gegenwart. Und im solidarischen Miteinander – davon bin ich überzeugt – hat diese Kirche auch eine Zukunft. Wer könnte besser für diese Solidarität einstehen als ein Bischof von Münster, der selbst aus einer Diaspora-Umgebung stammt?”, schreibt Monsignore Georg Austen in einem Grußwort.
Mit dem St.-Ansgar-Werk im Bistum Münster ist das Bonifatiuswerk darüber hinaus in der Diaspora-Arbeit für Nordeuropa seit Jahrzehnten eng verbunden. “Gemeinsam erleben wir große Solidarität – und umgekehrt große Dankbarkeit – mit den Katholikinnen und Katholiken in kleinsten Gemeinden in Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden sowie im Baltikum”, betont Monsignore Austen, der Heiner Wilmer als neuem Bischof von Münster und neuem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz auch den „nötigen Rückhalt von allen Seiten für die richtige Balance zwischen Kontinuität und Aufbruch wünscht. Bonifatiuswerk-Präsident Manfred Müller lobt die Bodenständigkeit und zugleich die internationale Erfahrung des neuen Bischofs: “Das Bistum kann sich glücklich schätzen, künftig einen so international erfahrenen und zugleich bescheidenen, bodenständigen sowie humorvollen Bischof zu haben. Heiner Wilmer setzt auf Zuhören, Beteiligung und Beharrlichkeit und ist ein hervorragender Brückenbauer, dem die Bedeutung der Einheit und der Vielfalt in der Weltkirche vor Augen steht.”
In seiner ersten Predigt in seinem neuen Amt rief dazu Wilmer auf, sich zum Glauben zu bekennen. Wer dabei Angst habe, anzuecken und missverstanden zu werden, den halte Gott. Wilmer erinnerte unter anderem an die Schriftstellerin Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848), die aus dem Bistum Münster stammt, und ihre Erzählung "Die Judenbuche". Die Stimme von Gewaltopfern berühre auch heute noch, sagte er. “Es sind die Geschichten von Überlebenden von Machtmissbrauch. Geschichten, die lange nicht gehört wurden. Geschichten, die uns nicht in Ruhe lassen dürfen.”
In seiner Predigt blickte Wilmer auch auf die Pilgerwege zurück, die er in der Woche vor seiner Amtseinführung mit verschiedenen Gruppen im Bistum Münster gegangen war. Dabei habe der Austausch von Glaubenserfahrungen im Mittelpunkt gestanden. Am Ende der jeweiligen Tage, sagte der Bischof, sei etwas geschehen, was ihn tief bewegt habe. Die Pilgerinnen und Pilger hätten einander „einfache, starke Sätze“ mit auf den Weg gegeben, die gebündelt lauteten: „Seid nicht bange! Steht hin! Haltet fest am Glauben!“ Diese Erfahrungen der Pilgertage verband Bischof Wilmer mit dem Tagesevangelium, das berichtet, wie Jesus die Jünger aussendet. Dabei sagt er ihnen: “Wer sich zu mir bekennt, zu dem bekennt sich auch der Vater im Himmel.” Dazu betonte Bischof Wilmer: “Bekennen heißt, mit Gott übereinstimmen – und es sichtbar werden lassen.”
Konzelebranten waren der Metropolit der Rheinischen Kirchenprovinz, der Kölner Erzbischof Dr. Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof Dr. Hubertus Matheus Maria van Megen, der Stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Michael Gerber aus Fulda, der emeritierte Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, die Münsteraner Weihbischöfe, der bisherige Diözesanadministrator des Bistums Münster, Dr. Antonius Hamers, der Hildesheimer Domkapitular Martin Wilk sowie von der Ordensgemeinschaft der Herz Jesu Priester, der Bischof Wilmer angehört, deren Generaloberer P. Carlos Luis Suárez Codorniú sowie der Provinzial der deutschen Ordensprovinz, Pater Stefan Tertünte.



Zu Beginn der Feier erinnerte der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki daran, dass Wilmer von Papst Leo XIV. in das Amt des Bischofs von Münster berufen worden ist. Nicht durch menschliches Kalkül, sondern durch den Heiligen Geist kämen die Menschen in dieser Stunde zusammen. Das Bistum Münster gehört zur Kölner Kirchenprovinz.
Im Anschluss wurde die päpstliche Ernennungsurkunde übergeben. Dann brachten Gläubige in Anlehnung an einen Brauch im Bistum Münster den Bischofsstab des Heiligen Luidger zum Altar. Sie vertraten eine Gruppe von Laien, die erstmals im Bistum Münster an der Vorbereitung der Bischofswahl beteiligt war. Während der Fürbitten brachten Gläubige weitere Gegenstände in den Altarraum, unter anderem ein Fahrrad und einen Laib Pumpernickel - beides typische Gegenstände aus der Region.
In einem Grußwort nach dem Gottesdienst rief NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst die Kirche dazu auf, sich Extremisten entgegenzustellen. "Extremisten und Spalter haben es dort immer schwer, wo der Zusammenhalt groß ist", sagte Wüst. Die Kirchen hätten diese Kraft. An der Feier im Dom nahmen zahlreiche Gäste aus Politik und Kirche teil, neben Wüst auch die stellvertretende niedersächsische Ministerpräsidentin Julia Willie Hamburg (Grüne). Die Glückwünsche der Deutschen Bischofskonferenz überbrachte Wilmers Stellvertreter, Bischof Michael Gerber.
Bislang war Wilmer Bischof von Hildesheim. Sein Vorgänger in Münster, Bischof Felix Genn (76), war im März 2025 altersbedingt zurückgetreten. Wilmer ist der 77. Bischof von Münster und der 76. Nachfolger des Bistumsgründers, des heiligen Liudger, der 805 erster Bischof von Münster wurde. Das Bistum ist mit rund 1,6 Millionen Katholikinnen und Katholiken das mitgliederstärkste Bistum in Deutschland.
(Bistum Münster/bam)