BONIFATIUSWERK FEIERT PATRONATSFEST UND DAS 40. PRIESTERWEIHEJUBILÄUM VON MONSIGNORE GEORG AUSTEN
09.06.2026
Eine besondere Kerze aus dem Karmel in Hillerød bei Kopenhagen, Bischöfe aus Deutschland, Nordeuropa und dem Baltikum sowie die Erinnerung an zwei große Glaubensboten Europas – den heiligen Bonifatius und den heiligen Ansgar: Mit dem Bonifatiustag hat das Bonifatiuswerk am Dienstag in Paderborn Zeichen der Hoffnung, des Zusammenhalts und gelebten Glaubens über Grenzen hinweg gesetzt. Gemeinsam mit Gästen aus dem In- und Ausland erinnerte das Hilfswerk an die verbindende Kraft des Glaubens und die Bedeutung von Solidarität in einer Zeit gesellschaftlicher und politischer Umbrüche. Zugleich wurde das 40. Priesterweihejubiläum von Bonifatiuswerk-Generalsekretär Monsignore Georg Austen gewürdigt.
Diese europäische Verbundenheit war gleich zu Beginn des feierlichen Gottesdienstes in der Marktkirche spürbar, als eine Kerze entzündet wurde, die Monsignore Austen anlässlich des Jubiläums des heiligen Ansgar Anfang des Jahres in Kopenhagen geschenkt worden war. „Betrachtet man die Lebenswege des heiligen Bonifatius und des heiligen Ansgar auf der Landkarte Europas, entsteht das Bild eines großen Kreuzes, das den Kontinent verbindet. Beide haben Grenzen überschritten, Menschen zusammengeführt und Hoffnung gestiftet. Dieser Auftrag bleibt auch heute aktuell – für die Kirche und für das Bonifatiuswerk und für mich als Priester“, sagte der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes.
Seit vier Jahrzehnten setzt sich Monsignore Austen für eine Kirche ein, die Menschen zusammenführt und den Glauben in einer sich wandelnden Gesellschaft mit konkreten Angeboten lebendig hält. Sein Wirken im Bonifatiuswerk ist dabei eng mit dem Anliegen verbunden, Christinnen und Christen in der Diaspora zu stärken und kirchliche Netzwerke über Ländergrenzen hinweg zu fördern. „Die schönsten Erfahrungen meines priesterlichen Dienstes waren immer Begegnungen mit Menschen. Dort, wo Menschen füreinander da sind und ihren Glauben teilen, entsteht Hoffnung“, betonte Monsignore Austen.
Dass diese Hoffnung konkrete Gestalt annimmt, zeigen die zahlreichen Projekte des Bonifatiuswerkes in den Fördergebieten in der deutschen, nordeuropäischen und baltischen Diaspora. Die Anwesenheit der internationalen Gäste machte deutlich, wie eng die Beziehungen zu den Ortskirchen inzwischen sind und wie die gemeinsame Arbeit durch das Wirken des heiligen Bonifatius geprägt ist. Bischof Erik Varden, Bischof von Trondheim in Norwegen und Vorsitzender der Nordischen Bischofskonferenz, ging in seinem Grußwort auf den Schutzpatron des Bonifatiuswerkes ein: „Mit 40 verließ Bonifatius England und ging nach Deutschland. Er vereinte Tugenden, die wir heute dringend brauchen: Mut, Demut, Geduld. Du, lieber Georg, bist wie damals der heilige Bonifatius – ein pilgernder Verbinder und ein pilgernder Kirchenbauer. Im Namen der Nordischen Bischofskonferenz darf ich ein herzliches ‚Vergelt’s Gott“ sagen. Ich wünsche dir Gottes Gnade und Gottes Freude für deinen weiteren Weg.“
Die Festpredigt hielt der Berliner Erzbischof Dr. Heiner Koch. Gemeinsam mit Viktors Stulpins, Bischof von Liepāja, Generalvikar Prälat Thomas Dornseifer sowie zahlreichen weiteren kirchlichen Vertretern würdigte er die Arbeit des Bonifatiuswerkes und insbesondere das Wirken von Generalsekretär Monsignore Georg Austen: „Gutes tun, Gutes verkündigen, das bedeutet Bonifatius. Das hast du, lieber Georg, seit 40 Jahren getan. Wir danken Gott und wir danken dir für diesen Dienst, für die Kraft, immer wieder aufzustehen, wie es auch der heilige Bonifatius getan hat.“ Der Glaube brauche Zeichen, sonst bleibe er stumm, betonte der Erzbischof. „Danke für die Zeichen, die du gesetzt hast. Danke für dein Gebet. Du weißt um die Kraft des Gebetes. Du hast dafür gesorgt, dass in den vielen Förderländern des Bonifatiuswerkes und auch bei uns keiner alleine glauben muss.“
Während des Festaktes hob Bonifatiuswerk-Präsident Manfred Müller das langjährige Wirken von Monsignore Austen hervor und dankte dem Jubilar für seinen Einsatz zugunsten der Menschen, die ihren Glauben in einer Minderheitensituation leben: „Das Bonifatiuswerk wäre ohne Georg Austen nicht das, was es heute ist: ein leistungsstarkes Hilfswerk für die Diaspora, ein verlässliches Bollwerk der Solidarität für die nord- und ostdeutschen Bistümer und eine unverzichtbare Unterstützung für die Partner in Nordeuropa und im Baltikum. Georg Austen hat wichtige Entwicklungen nicht nur begleitet, sondern häufig vorausgedacht. Ob Glaubenskonferenzen, Kirchenaustrittspastoral oder Erwachsenentaufen – bei vielen Themen, die die Kirche heute bewegen, war er seiner Zeit voraus und schon lange auf der katholischen Überholspur unterwegs.“
Auch der Paderborner Landrat Christoph Rüther würdigte Austens Verdienste und seine Menschlichkeit: „Wir feiern heute einen Menschen, der nie vergessen hat, woher er kommt. Einen Menschen der Brücken baut – zwischen Kirche und Gesellschaft, zwischen Haupt- und Ehrenamt, zwischen Ostwestfalen und der Weltkirche. Und einen Menschen, der trotz aller Aufgaben, Ehrungen und Ämter nahbar geblieben ist. Wir sehen ein Leben am Dienst an den Menschen. Wir sehen einen Priester, der Glauben glaubwürdig gelebt hat und lebt, und einen Seelsorger, der Menschen in Freude und Leid begleitet hat.“
Begleitet wurden Gottesdienst und Festakt von dem Gesangs-Duo Judy Bailey und Patrick Depuhl. Für einen besonderen musikalischen Akzent sorgte zudem die Sängerin Maite Kelly, die mit Monsignore Georg Austen seit mehr als 25 Jahren freundschaftlich verbunden ist und sich auch als Botschafterin der Nikolausaktion des Hilfswerkes engagiert: „Wir haben sehr viel über Taten gesprochen, aber hier werden auch viele Taten umgesetzt – ob das zum Beispiel die Frauenhäuser oder Kinderhospize sind, die ich besuchen durfte, die durch das Bonifatiuswerk unterstützt werden. Und auch im Kleinen wird hingeschaut und etwas gemacht. Wo Not ist, wird diese nicht nur gehört, sondern es wird auch konkret geholfen“, sagte die Sängerin.
Am Vorabend hatte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz, als Schirmherr des Bonifatiuswerkes, die ausländischen Delegationen zu einem Empfang und Austausch eingeladen.
ZUM NACHLESEN:
Grußwort von ERZBISCHOF Julio Murat
Grusswort von Bischof Viktors Stulpins
Grusswort Erzbischof DR. Udo Markus Bentz
Grusswort von Bischof Erik Varden
(thmei)