BONIFATIUSWERK FÖRDERT SANIERUNG MIT 300.000 EURO
03.06.2026
Der Geruch von frisch gestrichenen Wänden liegt noch in der Luft. Bis vor wenigen Tagen wurde hier noch kräftig gewerkelt. Nun aber ist das Don Bosco Kinder- und Jugendzentrum Magdeburg fertig. Die Bewohner sind zurück. An diesem Montag (1. Juni) wurde die Einrichtung gut eineinhalb Jahre nach Beginn der Sanierung im Beisein von Bischof Dr. Gerhard Feige (Bistum Magdeburg) feierlich wiedereröffnet. Das Bonifatiuswerk unterstützt das Projekt mit 300.000 Euro aus Mitteln der Bauhilfe. Bonifatiuswerk-Präsident Manfred Müller gratulierte vor Ort und betonte, wie wichtig das Don Bosco Kinder- und Jugendzentrum ist: “Das Bonifatiuswerk hat mit voller Überzeugung einen Beitrag von 300.000 Euro für dieses Kinder- und Jugendzentrum gegeben. In der Umgebung eines sozialen Brennpunktes hilft es dabei, Kinder- und Jugendlichen aller Schichten eine Anlaufstelle für soziale Kontakte und Lernen zu geben. Schwester Lydia und Schwester Bernadeth vermitteln soziale Kompetenzen und Kraft für den Alltag. Diese christliche Einrichtung liefert einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft. Es zeigt, wie Kirche mit Hilfe von vielen Spenden und vielen Ehrenamtlichen segensreich wirken. Parteien wie die AFD, die gerade in Sachsen-Anhalt den Kirchen den Finanzhahn zudrehen sollen, dürften sich demnach ins eigene Fleisch schneiden. Denn ohne Spenden und Ehrenamt wird vieles teurer werden.”
Die katholischen Don-Bosco-Ordensschwestern Lydia und Bernadeth sind das Herz des Kinder- und Jugendzentrums. Hier im Milchweg 29, unter den Räumen der Kirche St. Mechthild, arbeiten Don Bosco-Schwestern seit 1993 pädagogisch mit Kindern und Jugendlichen, “damit ihr Leben gelingt”, wie sie sagen – ganz im Sinne des katholischen Priesters Don Bosco.


Die Räumlichkeiten gehören zur Pfarrei St. Johannes Bosco, die Don Bosco Schwestern sind seit vielen Jahren feste Bezugspersonen für Kinder und Jugendliche aus den Stadtteilen Neustädter Feld, Kannenstieg und weit darüber hinaus.
Die vergangenen anderthalb Jahre standen ganz im Zeichen einer umfassenden Rundum-Erneuerung. Im Außenbereich laufen teilweise noch Baggerarbeiten und Erdaushübe. Der Eingangsbereich wurde neu gepflastert. Besonders sichtbar ist das neue Sicherheitskonzept: Große Fensterfronten und Glastüren schaffen Offenheit und Transparenz.
Auch im Inneren wurde nahezu alles erneuert. Frisch gestrichene Wände, neue Decken und vollständig erneuerte Fußböden verleihen den Räumen ein modernes und freundliches Erscheinungsbild. Hinzu kommen barrierefreie Sanitäranlagen, eine neue Küche sowie modernisierte Büroräume für die pädagogische Arbeit.
Die technische Ausstattung folgt dabei einem klaren Konzept: Ein Computerkabinett dient vor allem Freizeit, Gaming und digitaler Begegnung. Daneben gibt es einen separaten Lernraum, in dem Jugendliche konzentriert Bewerbungen schreiben, Hausaufgaben erledigen oder Unterstützung beim Übergang in Ausbildung und Beruf erhalten können. Dass die Einrichtung gebraucht wird, zeigt der tägliche Zulauf. Offiziell richtet sich das Zentrum an Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 26 Jahren. Derzeit prägen vor allem die Sechs- bis 15-Jährigen den Alltag. “Täglich besuchen etwa 25 bis 30 junge Menschen das Haus – darunter viele Stammgäste, aber auch immer wieder neue Kinder und Jugendliche”, erzählt Schwester Bernadeth.
Geöffnet ist das Jugendzentrum täglich von 13:30 Uhr bis 20:00 Uhr. Intern gliedert sich die Einrichtung in zwei Bereiche: einen Kinderbereich für die Jüngeren bis zwölf Jahre sowie einen Jugendbereich für alle Besucher ab zwölf Jahren. Täglich besuchen 25 bis 30 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene das Zentrum. Die Gemeinschaft ist bewusst offen gestaltet. Einige Kinder kommen aus christlichen Familien, viele andere sind religiös ungebunden. “Gerade deshalb entstehen die gemeinsamen Rituale selbstverständlich und ohne Zwang. Wer länger dabei ist, wächst nach und nach hinein – in eine Atmosphäre von Vertrauen, Gemeinschaft und Verlässlichkeit”, so Schwester Lydia.
Ganz abgeschlossen ist die Erneuerung allerdings noch nicht. Weil aus Budgetgründen nicht alle Anschaffungen gleichzeitig möglich waren, besteht weiterhin Bedarf an neuen Spielgeräten und pädagogischem Material – insbesondere für die Arbeit mit Kindern im Grundschulalter. Deshalb bleiben Spenden auch nach der Wiedereröffnung willkommen.
(Bistum Magdeburg/sah)