KLASSENZIMMER GEGEN ARBEITSALLTAG GETAUSCHT
13.03.2026
Statt Schulbank hieß es für zehn Schülerinnen und Schüler der Manege-Schule aus Berlin-Marzahn zwei Wochen lang: mitarbeiten, ausprobieren und Berufsluft in verschiedenen Paderborner Betrieben schnuppern.
Während des Praktikumsprogramms des Bonifatiuswerkes, des Rotary Clubs Paderborn Stadt+Land und der Berliner Jugendeinrichtung Manege erhielten die jungen Erwachsenen die Chance, praktische Berufserfahrungen zu sammeln. Ziel ist es, jungen Menschen aus schwierigen sozialen und familiären Lebenssituationen frühzeitig Einblicke in verschiedene Berufsfelder zu ermöglichen und ihnen Orientierung für ihren weiteren beruflichen Weg zu geben. Seit 2014 wird dieses Programm bereits angeboten.
Eine der Teilnehmenden war die 17-jährige Lea. Sie absolvierte ihr Praktikum in der Küche des Hotel Vivendi und unterstützte dort das Team bei den täglichen Vorbereitungen. Mal schnitt sie Tomaten für ein Fischgericht, mal kümmerte sie sich um die Suppe oder half bei der Essensausgabe: "Mir hat die Arbeit viel Spaß gemacht, mir gefällt am meisten die Essensausgabe. Es war interessant zu erfahren, wie es in so einer Küche aussieht und abläuft. Ich habe hier viel gelernt", berichtet die Schülerin.
Auch das Küchenteam zeigte sich begeistert von der engagierten Praktikantin. Küchenchef und Ausbilder Thomas Schweitzer beschreibt Lea als "sehr interessiert, aufmerksam, pünktlich, höflich und zuverlässig". Sie habe stets versucht zu helfen und sich aktiv in die Abläufe eingebracht. Auch beim Frühstücksbuffet half Lea regelmäßig mit: Gemeinsam mit Hauswirtschafterin Nina Rittmeier füllte sie das Buffet auf und unterstützte das Service-Team. "Lea war eine große Hilfe", sagt Rittmeier.
Ebenfalls aus Berlin angereist war die 18-jährige Skyler, die zwei Wochen lang im Versand des Bonifatiuswerkes mitgearbeitet hat. Für sie war es der erste Einblick in diesen Arbeitsbereich. "Ich arbeite zum ersten Mal im Versand und mag die vielen verschiedenen Aufgaben, die mir Spaß machen. Außerdem finde ich es toll, dass hier alle sehr nett sind", erzählt sie. Ihr Lieblingsprodukt: Zwei verbundene Holzherzen, die sie "Glücksherzen" nennt. "So weiß man, dass Liebe nicht kaputtgehen kann und nicht aufhört. Das zeigen die zwei Herzchen sehr gut."
Zuvor hatte Skyler bereits ein Praktikum im Einzelhandel in Berlin absolviert und wollte nun bewusst einen neuen Arbeitsbereich kennenlernen. Besonders schätzte sie auch den Austausch mit den Mitarbeitenden im Versand, die täglich mit unterschiedlichen Aufgaben und Menschen zu tun haben.
"Im Versandteam wurde Skyler schnell zur geschätzten Unterstützung. Kolleginnen und Kollegen bezeichneten sie als 'fleißige Helferin', die zuverlässig mit anpackte und sich schnell ins Team integrierte. Gleichzeitig sind die Begegnungen für uns im Bonifatiuswerk sehr bereichernd. Die jungen Menschen bringen Offenheit, Engagement und neue Perspektiven mit", erklärt Bonifatiuswerk-Generalsekretär Monsignore Georg Austen und ergänzt: "Wenn junge Menschen die Chance bekommen, neue Erfahrungen zu sammeln und Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten zu entwickeln, kann das viel bewegen. Genau solche Chancen möchten wir mit diesem Praktikumsprogramm ermöglichen."
Warum solche Programme eine wichtige Investition in die Zukunft sind, weiß auch Dr. Till Moog, Präsident des Rotary Clubs Paderborn Stadt+Land: "Es gibt viele Herausforderungen in unserer Gesellschaft und da brauchen wir unbedingt die jungen Leute, die mit anpacken, um uns wirtschaftlich, aber auch gesellschaftlich weiterzubringen. Deshalb ist es wichtig, den Jugendlichen auch die Möglichkeit zu geben, vorher schon einmal in Berufe reinzuschnuppern, um für sie das richtige Feld zu finden."
Neben dem Bonifatiuswerk haben die Schülerinnen und Schüler in folgenden Paderborner Betrieben gearbeitet: Hotel und Restaurant Waldkrug, Hotel Vivendi, Restaurant El Chingón, integrative Kita und Familienzentrum St. Christophorus, Pflegeeinrichtung am St. Johannisstift, Auto Individuell Automotive GmbH sowie DPSG-Diözesanverband Paderborn.
(thmei)