KATHOLIKENTAG: BONIFATIUSWERK SETZT EINEN SCHWERPUNKT BEIM THEMA KIRCHENMITGLIEDSCHAFT
15.05.2026
Bei intensiven Gesprächen über die Zukunft der Kirche und bewegenden Erfahrungen aus der Diaspora war der Infostand des Bonifatiuswerkes am dritten Tag des Katholikentages in Würzburg erneut ein lebendiger Treffpunkt. Noch mehr Menschen als am Vortag kamen zusammen, um sich über neue Perspektiven für Kirche auszutauschen.
Viel Beachtung fand der Beitrag von Schwester Philippa Rath. Die Benediktinerin, Historikerin, Politikwissenschaftlerin und Theologin gehört zu den profiliertesten Stimmen unter anderem für Frauenrechte in der katholischen Kirche. Mit ihrem Gesprächskreis „Trotzdem“ setzt sie sich für Menschen ein, die sich von der Kirche abgewandt haben. Sie verfolgt damit ähnliche Anliegen wie das Bonifatiuswerk.

Schwester Philippa Rath fand deutliche Worte: „Niemand verlässt die Kirche des Geldes wegen.“ Hinter jedem Austritt stehe eine ganz persönliche Geschichte, die von Enttäuschung geprägt sei. „Das Geringste, was die Kirche tun müsste, ist, den Ausgetretenen zuzuhören, die Argumente anzuhören, warum sie gehen“, so Schwester Rath. Sie lobte das Bonifatiuswerk dafür, dass das Hilfswerk das Thema Kirchenaustrittspastoral als eine der wenigen Teilnehmer beim Katholikentag zum Thema gemacht habe.
Bei allem Bedauern über die Austrittszahlen setzt Schwester Philippa Rat auf das Prinzip Hoffnung. Sie sei überzeugt davon, dass „Kirche veränderbar ist. Dafür arbeite ich. Dafür bete ich“, so Schwester Philippa Rath.
Einen eindrucksvollen Einblick in die pastorale Arbeit in der extremen Diaspora gab Pfarrer Antonius Sohler aus der 20.000-Einwohner-Stadt Narvik in Nord-Norwegen. Seine Pfarrei Christus König umfasst ein Gebiet von rund 6.000 Quadratkilometern. Dort leben lediglich 450 Katholikinnen und Katholiken, die bis zu zwei Stunden Fahrt zum Sonntagsgottesdienst auf sich nehmen. „Wir sind nicht viele. Oft kommen nur 50 zum Gottesdienst. Aber sie kommen regelmäßig. Dadurch entsteht eine Beziehung. Die Gemeinde erlebt eine menschliche Kirche“, sagte Pfarrer Sohler.

Der aus dem Allgäu stammende Priester zeigte sich tief bewegt von den Begegnungen beim Katholikentag: „Es tut unheimlich gut, zu sehen, dass wir wahrgenommen werden. Es ist so wertschätzend, dass gesehen wird, was wir unter den Bedingungen, die in Norwegen herrschen, tun.“
Als Beispiel für seine internationale Projektarbeit präsentiert das Bonifatiuswerk beim Katholikentag die Pfarrei Heilige Familie auf den norwegischen Lofoten. Dort werden derzeit mit Unterstützung des Hilfswerkes die Pfarrkirche sowie das Gemeindezentrum saniert. Die Kirche gilt als das älteste Gebäude der Inselgruppe im hohen Norden Norwegens.
Am seinem Infostand begrüßte das Hilfswerk wieder zahlreiche prominente Gäste und Freunde – darunter Bischof Heinrich Timmerevers (Dresden-Meißen), Erzbischof Herwig Gössl (Bamberg) sowie Bischof Dominicus Meier OSB (Osnabrück). Wie ein Heimspiel fühlte sich der Auftritt der christlichen Influencer und Podcaster „Frengels & Chef“ an. Viele eingefleischte Fans waren zum „Meet and Greet“ mit Gemeindereferentin Michelle Engel ("Frengels") und Pfarrer David Grüntjens ("Chef") gekommen.
Ein besonderer Höhepunkt erwartet die Besucherinnen und Besucher am Samstag: Unter dem Leitwort „Sei mutig und stark“ lädt das Bonifatiuswerk für 14 Uhr zu einem Gottesdienst in den Würzburger Dom St. Kilian ein. Hauptzelebrant ist Bischof Heinrich Timmerevers. Als Konzelebranten wirken Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz (Paderborn), Erzbischof Herwig Gössl (Bamberg), Bischof Dr. Dominicus Meier OSB (Osnabrück) sowie Bonifatiuswerk-Generalsekretär Monsignore Georg Austen mit.
(sah)