News //

25 Jahre Newman-Institut in Uppsala

Eine junge Hochschule mit internationaler Ausstrahlung

Das Newman-Institut in Uppsala feierte sein 25-jähriges Bestehen. Foto: Ritha Eriksson

Das Newman-Institut in Uppsala feierte sein 25-jähriges Bestehen. Foto: Ritha Eriksson

Seit 25 Jahren verbindet das Newman-Institut in Uppsala katholische Bildung, Wissenschaft und gesellschaftlichen Dialog. Als einzige katholische Hochschule Skandinaviens hat es sich zu einer festen Größe in der schwedischen Bildungslandschaft entwickelt. Mit dem Institut verbindet auch das Bonifatiuswerk eine langjährige Partnerschaft, sei es durch finanzielle Unterstützung, eine internationale Zusammenarbeit oder den Freiwilligendienst „Praktikum im Norden“.

Am 4. September feierte das Newman-Institut sein 25-jähriges Bestehen. Mit einer Jubiläumsmesse in der katholischen St.-Lars-Kirche und einer Festveranstaltung im Auditorium des Instituts blickten Gäste, Studierende und Mitarbeitende auf die Geschichte der Hochschule zurück. 

"Pluralistische Gesellschaft als Chance für die katholische Hochschule"

Aus einer kleinen katholischen Bildungsinitiative ist inzwischen eine Hochschule mit eigenem Profil und internationaler Vernetzung geworden. Besonders freut es Rektor Pater Philip Geister SJ, dass viele Studierende nicht aus dem kirchlichen Milieu kommen. Das Newman-Institut habe damit einen Bedarf in der schwedischen Gesellschaft getroffen. „Viele Menschen sind an Fragen des Glaubens interessiert“, sagt Geister. Die pluralistische Gesellschaft sei deshalb auch eine Chance für die katholische Hochschule.

Gleichzeitig steht das Institut vor neuen Herausforderungen. Eine davon sei die rasante Entwicklung der künstlichen Intelligenz. Sie stelle die Frage nach der Würde des Menschen mit neuer Schärfe und fordere Hochschulen zugleich pädagogisch und disziplinarisch heraus.

Langjährige Verbundenheit mit dem Bonifatiuswerk

Mit dem Newman-Institut verbindet das Bonifatiuswerk eine langjährige Partnerschaft. Dank der Spenderinnen und Spender des Bonifatiuswerkes sowie mit der Förderung durch das Diaspora-Kommissariat der deutschen Bischöfe konnte das Hilfswerk die Arbeit des Instituts über die Jahre großzügig finanziell unterstützen. Für Pater Geister bedeutet die Verbundenheit jedoch mehr als monetäre Hilfe: Das Bonifatiuswerk halte auch das Interesse an der Arbeit des Newman-Instituts in der katholischen Kirche in Deutschland wach.

Eine besondere Frucht dieser Partnerschaft ist das gemeinsame Freiwilligenprogramm „Praktikum im Norden“, das inzwischen seit 15 Jahren besteht. Junge Menschen aus Deutschland sammeln Auslandserfahrungen und engagieren sich sozial in Nordeuropa und dem Baltikum. Sie arbeiten in katholischen Kirchengemeinden, Schulen, karitativen Einrichtungen und Bildungszentren mit, übernehmen Verantwortung und erleben, was es bedeutet, den Glauben in einer Diaspora-Kirche zu leben. Auch am Newman-Institut sind die Freiwilligen Teil des Hochschullebens. Sie kommen mit Studierenden, Lehrenden und Mitarbeitenden in Kontakt, begegnen internationalen Gästen und nehmen an Seminaren und Veranstaltungen teil. Dabei bringen sie „Energie, Kreativität und eine fröhliche Ausstrahlung“ mit, so Pater Geister. Ihre Arbeit werde sehr geschätzt.

Gleichzeitig beobachtet der Rektor, wie stark die jungen Menschen selbst von ihrem Aufenthalt geprägt werden. „Die jungen Menschen durchlaufen eine intensive Entwicklung“, sagt er. Die Herausforderungen, aber auch die Freuden, in einem anderen Land zu leben, könnten innerhalb weniger Monate zu einer bemerkenswerten persönlichen Entwicklung führen. Viele seien überrascht, dass die katholische Kirche in Schweden in ihren Wertungen und menschlichen Beziehungen anders sei als sie es aus Deutschland kennen.

Durch Menschen im Norden zu "einer besseren Italienerin geworden"

Eine besondere Perspektive auf diese Erfahrungen bringt Lidia Fioravanti mit. Die gebürtige Italienerin lebt seit 2017 in Schweden und lernte das Newman-Institut zunächst als Studentin kennen. 2020 begann sie dort als Beauftragte für internationale Angelegenheiten zu arbeiten. Seit diesem Jahr ist sie als Projektkoordinatorin für das „Praktikum im Norden“ tätig.

Der Norden habe sie vor allem durch die Menschen überrascht, die sie im Laufe der Zeit dort kennenlernen konnte. Deren Freundlichkeit und aufrichtige Neugier hätten sie berührt. „Ich glaube, dass ich dank ihnen sogar eine bessere Italienerin geworden bin“, sagt Fioravanti.

Diese Offenheit wünscht sie auch den jungen Menschen, die aus Deutschland in den Norden gehen. Ein Auslandsaufenthalt werde dann zu einer prägenden Erfahrung, wenn man bereit sei, die eigene Perspektive zu verändern und Menschen jenseits von Vorurteilen zu begegnen.

Kirche über Grenzen hinweg

Für Fioravanti liegt gerade darin eine wichtige Erfahrung der katholischen Kirche im Norden. In Schweden ist die katholische Kirche eine kleine Minderheit und zugleich eine wachsende und international geprägte Gemeinschaft. Viele Gläubige sind selbst eingewandert oder gehören der zweiten Generation an.

Den Begriff „Diaspora“ verwende man dort kaum. Vielmehr verstehe man sich als Teil der weltweiten Kirche. Diese Erfahrung hat auch Fioravantis eigenes Verständnis von Kirche verändert. Der eigene Glaube erweitere sich, wenn man akzeptiere, dass Menschen ihren Glauben auf unterschiedliche Weise ausdrücken.

„Man kann an einer Messe teilnehmen, die in einer Sprache gefeiert wird, die man nicht versteht, und sich dennoch zu Hause fühlen“, sagt sie. Darin zeige sich auch die Bedeutung kirchlicher Solidarität über nationale Grenzen hinweg. 

Eine Kirche, die sich als Teil dieser weltweiten Gemeinschaft versteht, braucht zugleich Orte, an denen Glaube, Bildung und gesellschaftlicher Dialog zusammenkommen. Ein solcher Ort ist das Newman-Institut.

Für die kommenden 25 Jahre wünscht sich Pater Geister deshalb vor allem den Mut, „als kreative Minorität in der schwedischen Gesellschaft zu wirken: eigenständig und konstruktiv“.

Das Grußwort von Bonifatiuswerk-Generalsekretär Msgr. Austen zum Jubliäum

(thmei)

Eindrücke der Jubiläumsfeier

Jubiläumsmesse in der katholischen St.-Lars-Kirche anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Newman-Instituts. Foto: Ritha Eriksson

Jubiläumsmesse in der katholischen St.-Lars-Kirche anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Newman-Instituts. Foto: Ritha Eriksson

Das Newman-Institut hat sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. Mit dabei war Erzbischof Julio Murat, der Apostolische Nuntius in den Ländern Skandinaviens. Foto: Ritha Eriksson

Das Newman-Institut hat sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. Mit dabei war Erzbischof Julio Murat, der Apostolische Nuntius in den Ländern Skandinaviens. Foto: Ritha Eriksson

Festrede von Pater Philip Geister SJ, Rektor des Newman-Instituts, anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Hochschule. Foto: Ritha Eriksson

Festrede von Pater Philip Geister SJ, Rektor des Newman-Instituts, anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Hochschule. Foto: Ritha Eriksson

Zum Abschluss der Feier überreichte der Silberschmied Fernando Fabris dem Präsidenten eine akademische Kette, die er eigens für diesen Anlass angefertigt hatte. Foto: Ritha Eriksson

Zum Abschluss der Feier überreichte der Silberschmied Fernando Fabris dem Präsidenten eine akademische Kette, die er eigens für diesen Anlass angefertigt hatte. Foto: Ritha Eriksson

Das Newman-Institut hat sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. Mit dabei war Erzbischof Julio Murat, der Apostolische Nuntius in den Ländern Skandinaviens. Foto: Ritha Eriksson

Das Newman-Institut hat sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. Mit dabei war Erzbischof Julio Murat, der Apostolische Nuntius in den Ländern Skandinaviens. Foto: Ritha Eriksson

Die schwedische Schauspielerin Pia Johansson las aus den Werken von John Henry Newman vor. Foto: Ritha Eriksson

Die schwedische Schauspielerin Pia Johansson las aus den Werken von John Henry Newman vor. Foto: Ritha Eriksson

Das Newman-Institut hat sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. Foto: Ritha Eriksson

Das Newman-Institut hat sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. Foto: Ritha Eriksson

Das Newman-Institut hat sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. Foto: Ritha Eriksson

Das Newman-Institut hat sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. Foto: Ritha Eriksson