Die Koffer sind gepackt, die Vorfreude ist groß – für 25 junge Erwachsene aus ganz Deutschland beginnt in diesen Tagen ein Abenteuer, das ihren Blick auf die Welt bereichern wird. Mit dem "Praktikum im Norden" des Bonifatiuswerkes reisen sie für mehrere Monate nach Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland, Island sowie nach Lettland und Estland. Dort werden sie in katholischen Kirchengemeinden, Schulen, sozialen Einrichtungen und Bildungszentren mitarbeiten, Verantwortung übernehmen und erleben, was es bedeutet, den Glauben in einer Diaspora-Kirche zu leben.
Zwischen Schule, Pfarrei und sozialem Engagement
In der Pfarrei St. Paul im norwegischen Bergen werden beispielsweise die Abiturienten Emil Kreutzer und Tobias Zeiler das katholische Gymnasium St. Paul unterstützen. Sie begleiten den Unterricht, helfen bei der Erstellung des Jahrbuchs und wirken an der Gestaltung des Schulalltags mit. "Norwegen erlebe ich als offenes, soziales und gemeinschaftsorientiertes Land. Ein Praktikumsjahr dort sehe ich als große Chance, neue Perspektiven kennenzulernen, meine sozialen und pädagogischen Fähigkeiten weiterzuentwickeln und persönlich zu wachsen. Ich bin motiviert, mich aktiv einzubringen und meine christlichen Werte, Offenheit, Respekt und Engagement im Alltag zu leben", sagt der 18-jährige Emil Kreutzer.
Für Emilia Schwan führt der Weg nach Island. Die 19-Jährige unterstützt die Mutter-Teresa-Schwestern in Reykjavík bei ihrem Frühstücksangebot für bedürftige Menschen und übernimmt außerdem Aufgaben im Pfarrbüro. "Nicht nur das Land zu sehen, macht das Praktikum so attraktiv, sondern auch die Möglichkeit, anderen Menschen aktiv helfen zu können, etwas Gutes zu tun und über meine Grenzen hinauszuwachsen. Ich habe eine tiefe Verbindung mit meinem Glauben und diesen weiterzugeben ist mir sehr wichtig. Zu inspirieren, helfen und motivieren, darin sehe ich meine Aufgabe", erklärt sie.
Gestärkt für den Einsatz im Norden
Alle wichtigen Informationen für ihren Freiwilligendienst erhielten die Teilnehmenden während Vorbereitungsseminaren in Paderborn und Lennestadt. Neben organisatorischen Fragen standen vor allem die Menschen und Kulturen ihrer Gastländer im Mittelpunkt. Die jungen Erwachsenen setzten sich mit ihren eigenen Erwartungen und Werten auseinander, reflektierten ihren persönlichen Glaubensweg und bereiteten sich auf Herausforderungen vor, die ein längerer Auslandsaufenthalt mit sich bringen kann. Auch Themen wie Prävention sowie mentale Gesundheit und Resilienz spielten eine wichtige Rolle. So können die Freiwilligen nicht nur gut informiert, sondern auch persönlich gestärkt in ihre Zeit im Norden starten.
Bonifatiuswerk-Generalsekretär Monsignore Georg Austen wünscht den jungen Erwachsenen für ihren bevorstehenden Freiwilligendienst Gottes Segen und viele bereichernde Erfahrungen: "Sie machen sich auf den Weg, um die nordische und baltische Diaspora vor Ort zu erleben, Menschen zu begegnen, Verantwortung zu übernehmen und sich auf Neues einzulassen. Ich wünsche allen Freiwilligen Offenheit, Mut und Zuversicht für die kommenden Monate. Mögen sie viele wertvolle Erfahrungen sammeln, bereichernde Begegnungen erleben und entdecken, dass sie nicht nur selbst lernen, sondern auch Hoffnung, Gemeinschaft und Glauben weitergeben können. Wir freuen uns darauf, welche Geschichten sie nach ihrer Rückkehr mitbringen werden."
Ein Freiwilligendienst mit Perspektive
Das "Praktikum im Norden" wurde 2011 vom Bonifatiuswerk gemeinsam mit dem Newman-Institut im schwedischen Uppsala ins Leben gerufen. Jedes Jahr ermöglicht das Programm mehr als 20 jungen Menschen zwischen 18 und 27 Jahren einen Freiwilligendienst in Nordeuropa und dem Baltikum. Während ihres Einsatzes werden sie von Mentorinnen und Mentoren vor Ort begleitet und bleiben zugleich eng mit dem Bonifatiuswerk verbunden.
(thmei)

