Die kostenfreie Firm-App des Bonifatiuswerkes ist umfangreich überarbeitet worden, mehrere Funktionen wurden verbessert. Im Interview mit dem Bonifatiuswerk spricht Gemeindeassistentin Sophia Tittel (24) aus dem Seelsorgebereich Erlangen Nord-West im Erzbistum Bamberg darüber, wie die App in ihrem Seelsorgebereich zur Firmvorbereitung eingesetzt wird und welche Vorteile sie darin sieht. Die Fragen stellte Matthias Band.
Warum setzen Sie die Firm-App ein?
Wir haben in diesem Jahr ein neues Firmkonzept eingeführt, das unter anderem die Lebenswelt der Jugendlichen stärker einbeziehen möchte. Dazu gehören auch digitale Medien und das Smartphone. Auch viele andere Institutionen wie zum Beispiel Schulen und Vereine nutzen ja bereits Apps zur Kommunikation mit Jugendlichen. Warum also nicht auch die katholische Kirche?
Darüber hinaus war es uns bei der Entwicklung des neuen Firmweges wichtig, den Firmbewerberinnen und Firmbewerbern möglichst viel Freiheit bei der Auswahl der Angebote zu lassen und so unterschiedliche Interessen anzusprechen. Dafür gibt es verschiedene Projekte, aus denen die Jugendlichen auswählen können. Eine Anmeldung zu jedem einzelnen Projekt per Mail wäre mit einem relativ hohen organisatorischen Aufwand verbunden gewesen. Deshalb haben wir nach einer Möglichkeit gesucht, die Anmeldung einfacher zu gestalten – und sind dabei auf die Firm-App aufmerksam geworden.
Wofür setzen Sie die App konkret vor Ort ein?
Wir nutzen die App vor allem, um die Termine rund um den Firmweg und die Firmung zu kommunizieren und die Anmeldung zu den verschiedenen Veranstaltungen zu ermöglichen. Darüber hinaus nutzen wir auch die Chatfunktion, um unkompliziert und schnell mit den Firmbewerberinnen und Firmbewerbern und ihren Familien in Kontakt zu treten.
Welche Funktionen sind im Alltag besonders hilfreich?
Besonders hilfreich ist für uns die Kalenderfunktion. Unser Firmweg soll den Jugendlichen möglichst viele Freiheiten lassen. Deshalb gibt es nur wenige Treffen der gesamten Gruppe. Firmbewerberinnen und Firmbewerbern können bei uns vielmehr aus verschiedenen Projektangeboten auswählen. Die verschiedenen Angebote werden mit einer kurzen Beschreibung sowie den wichtigsten Informationen zu Ort und Zeit im Kalender der Firm-App eingetragen. Über die Anmeldefunktion können sich die Jugendlichen dann direkt für die jeweilige Veranstaltung anmelden. Das erleichtert uns die Organisation erheblich.
Auch die Chatfunktion ist für uns hilfreich. Die Teilnehmenden können uns darüber beispielsweise auch kurzfristig mitteilen, wenn sie krank sind oder sich verspäten.
Wo sehen Sie weiteres Entwicklungspotential in der App?
Entwicklungspotential sehe ich vor allem bei der Chatfunktion. Aus datenschutzrechtlichen Gründen können die Teilnehmenden derzeit nur mit mir als Leitung in Kontakt treten und umgekehrt. Da die Projekte allerdings überwiegend von verschiedenen Ehrenamtlichen angeboten werden, wäre es sehr hilfreich, wenn auch diese mit den Jugendlichen in Kontakt treten können. Und da unsere Firmvorbereitung gemeindeübergreifend im Seelsorgebereich stattfindet, wäre es schön, wenn es künftig auch eine Möglichkeit gäbe, dass die Jugendlichen untereinander über die App in Kontakt treten können. Gerade wenn im Rahmen der Firmvorbereitung neue Bekanntschaften entstehen, wäre eine solche Möglichkeit interessant.
Weiteres Entwicklungspotential sehe ich beim Terminkalender. Wenn dieser mit vielen Veranstaltungen gefüllt ist, kann er auch einmal etwas unübersichtlich werden. Hier wäre es hilfreich, zusätzlich ein Dokument hinterlegen zu können, das einen Gesamtüberblick über alle Termine bietet. Dieses verschicken wir aktuell per Mail. Doch es wäre praktisch, einen solchen Überblick auch direkt in der App bei der Kalenderfunktion zu hinterlegen.
Welche Rückmeldung erhalten Sie von den Firmbewerbern?
Die Rückmeldungen, die wir erhalten, sind insgesamt sehr positiv. Abgesehen von einigen kleineren technischen Problemen, die sich bisher aber immer – und meistens auch recht schnell – lösen ließen, haben wir in der Regel positive Rückmeldungen erhalten.
Was empfehlen Sie anderen Gemeinden, die noch unsicher sind, was die Nutzung der Firm-App anbelangt?
Einfach ausprobieren! Am Anfang ist es hilfreich, sich zunächst selbst in Ruhe einen Überblick über die Firm-App und deren Funktionen zu verschaffen. Gleichzeitig sollte man überlegen, welche Funktionen zum eigenen Firmweg passen und für diesen einen Mehrwert bieten. Wir haben uns dazu entschieden, zunächst die Kalender- und die Chatfunktion zu nutzen und andere Funktionen vorerst außen vorzulassen. So konnten wir uns Schritt für Schritt mit der App vertraut machen.

