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Bonifatiuswerk unterstützt „Frauen im Mentoring“ von Beginn an

Kirchliches Förderprogramm für Frauen bald auch in der Schweiz

16 Mentees wurden im vergangenen Jahr auf ihrem Abschlussfoto begleitet von Dr. Claudia Lücking-Michel, ihren Mentorinnen und einem Mentor, einigen Personalverantwortlichen. (Foto: Stefan Winterstetter/Hildegardis-Verein)

16 Mentees wurden im vergangenen Jahr auf ihrem Abschlussfoto begleitet von Dr. Claudia Lücking-Michel, ihren Mentorinnen und einem Mentor, einigen Personalverantwortlichen. (Foto: Stefan Winterstetter/Hildegardis-Verein)

In Deutschland ist es bereits eine Erfolgsgeschichte, bald gibt es das Frauen-Förderprogramm in der katholischen Kirche auch in der Schweiz: Unter dem Titel „Frauen in Führung – das Mentoring-Programm“ initiieren das Bistum St. Gallen und das Bistum Basel in diesem Jahr das gemeinsame Pilotprojekt. In Deutschland ist der Anteil von Frauen in Führungspositionen in der katholischen Kirche in den vergangenen Jahren gestiegen – nicht zuletzt wegen des Hildegardis-Vereins und seiner Arbeit in dem Programm "Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf", das von Beginn an finanziell vom Bonifatiuswerk unterstützt wird. 

Ziel des Vorhabens ist es, die Rolle der Frau innerhalb der kirchlichen Strukturen zu stärken und die bestehende Organisationskultur zu überprüfen. Das Programm, an dem sich die beiden Schweizer Bistümer nun beteiligen, besteht seit 2015 und wurde in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bischofskonferenz entwickelt. Bischof Beat Grögli und Bischof Felix Gmür betonen die Notwendigkeit dieses Schrittes: „Ohne Frauen geht es nicht! Es ist uns ein Anliegen, das Thema systemisch anzuschauen. Es geht um Diversität, passende Strukturen und um die Personal- und Fachkräfteentwicklung der Kirche in den kommenden Jahren.“

Struktur und Ablauf des Programms

Das Mentoring ist auf eine Dauer von zwölf Monaten angelegt. In dieser Zeit bilden jeweils eine Mentee und eine Mentorin ein Tandem, das als Lernpartnerschaft auf Erfahrungsaustausch und persönlicher Entwicklung basiert. Die Zusammensetzung der Tandems erfolgt bistumsübergreifend. Dass seit diesem Jahr erstmals auch kirchliche Institutionen außerhalb Deutschlands an diesem Programm teilnehmen können, geht unter anderem auf eine Initiative des Bistums St. Gallen zurück. Das Projekt beginnt im Oktober 2026. Neben der Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen soll das Programm eine Auseinandersetzung mit der männlich geprägten Organisationskultur anstoßen und die überdiözesane Vernetzung von Personalverantwortlichen und Nachwuchskräften fördern.

Pilotphase mit acht Teilnehmerinnen

Im Gegensatz zum Verfahren in Deutschland, wo Plätze öffentlich ausgeschrieben werden, wählen die Bistümer St. Gallen und Basel nach eigenen Angaben im Pilotjahr einen direkten Weg: Je zwei Frauen aus beiden Bistümern nehmen als Mentees teil und werden von je zwei Mentorinnen begleitet. Diese bilden ein gemischtes Team aus beiden Diözesen.

Das Theologisch-pastorale Bildungsinstitut koordiniert das Programm und fungiert als Vertragspartner gegenüber dem Hildegardis-Verein mit Sitz in Bonn. Nach Abschluss des Pilotjahres ist eine Evaluation vorgesehen, um über die Fortsetzung und die weitere Finanzierung des Projekts zu entscheiden. Als Koordinatoren fungieren Damian Kaeser-Casutt, Leiter des Personalamtes des Bistums St. Gallen, und Donata Tassone-Mantellini, Personalverantwortliche des Bistums Basel.

Laut dem Hildegardis-Verein haben seit 2016 bereits mehr als 200 angehende Führungskräfte das Programm abgeschlossen. Ingrid Krucker, Leiterin des Regensamtes St. Gallen, sieht darin eine Bestätigung für den Start des Projekts: „Die vielen positiven Rückmeldungen bestärken uns, hier einzusteigen.“
Der Hildegards-Verein mit Sitz in Bonn setzt sich seit 119 Jahren für Gleichstellung und Teilhabegerechtigkeit ein. Er unterstützt Frauen bei ihren Studienvorhaben und anderen Qualifizierungsprojekten finanziell und ermutigt sie durch Mentoring, Coachingangebote und Frauen-Netzwerk-Treffen. "Bildung verleiht Flügel" ist das Motto des von Katholikinnen gegründeten Vereins. Die Vergabe von zinslosen Darlehen ist eines von vielen Aufgabenfeldern des Hildegardis-Vereins, der innovative Programme in den Bereichen Inklusion, Führung und Kirche durchführt.

(bam)