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2026 Projektbezogene Nachrichten

Ein Tag der Freude, des Staunens und des Dankes

Feierliche Einweihung der umgebauten Klosterkirche Kerbscher Berg im Bistum Erfurt

Bischof Ulrich Neymeyr weihte den Altar ein. Fotos: Juliane Körber/Bistum Erfurt

Bischof Ulrich Neymeyr weihte den Altar ein. Fotos: Juliane Körber/Bistum Erfurt

Richtig voll war es am Sonntag auf dem Kerbschen Berg (Dingelstadt/Thüringen) und in der Klosterkirche St. Baptista und Gefährten. Und das aus allerbestem Grund. Nach gut 19-monatigem Umbau- und Sanierungsarbeiten der alten Klosterkirche, die vom Bonifatiuswerk finanziell gefördert worden sind, wurde sie durch den Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr wieder eingeweiht. Gut 400 Menschen feierten dieses Ereignis mit.

Die dringend notwendig gewordenen Sanierungsarbeiten und die Nutzung der Kirche durch das danebenstehende Familienzentrum gaben den Anstoß, die Kirche nicht nur zu sanieren, sondern als Familienkirche umzubauen. Das Künstlerehepaar Susann und Bernhard Lutzenberger konnte für die Konzeptionierung der Klosterkirche als Familienkirche gewonnen werden. Inspiriert von der Anna Selbdritt Darstellung (16. Jh.), die wie auch andere kostbare Figurenschätze in der umgebauten Kirche wieder einen Platz gefunden hat, soll auch auf diese Weise eine Familienkirche sichtbar gemacht werden, in der alle Generationen willkommen und eingeladen sind. Genau dies zeigte sich sowohl beim feierlichen Gottesdienst als auch dem sich anschließenden Sommerfest im Klostergarten: vom Säugling bis zum Hochbetagten feierten alle fröhlich mit. 

Mit der Familienkirche entstand eine Kirche, die auch außergottesdienstlich genutzt werden kann, als Raum der Begegnung zu verschiedenen Anlässen. Die Künstler selbst beschreiben den neugeschaffenen Ort als einen berührenden Ort für die Sinne, ein sakraler Raum, offen für alle. Die Gestaltung der Kirche nimmt bewusst den franziskanischen Gedanken des Lobpreises der Schöpfung auf. Gleich am Eingang der Kirche befindet sich der Taufstein, ein jahrtausendealter Steinfindling. 

In den Altar, der aus dem Stamm einer Pappel gemacht ist, wurden die Reliquien des Hl. Petrus Baptista und Gefährten und des Heiligen Franziskus in die dafür vorgesehene Öffnung im linken Altarteil eingebracht. Diese wurde im weiteren Verlauf des Gottesdienstes die mit einer Glasscheibe verschlossen. Der rechte Teil des Altars ist beweglich. Zusammengestellt ergeben beide Teile die Form einer Acht, ein Zeichen für die Ewigkeit. Durch die flexible Gestaltung des Altars bleiben die Reliquien den Blicken der Kirchenbesucher nicht dauerhaft verschlossen.

In seiner Predigt nahm Bischof Ulrich Neymeyr Bezug auf die Bedeutung der Reliquien. „In den Altar werden Reliquien von Heiligen eingelassen, die uns durch ihr Vorbild und ihre Fürsprache zu einem christlichen Leben bestärken.” Ein besonderer Moment war die Salbung des Altares.

Bevor der Bischof den Schlusssegen spendete, gab es noch viel Dank. Denn möglich wurde diese gravierende Umgestaltung der Kirche durch die finanzielle Unterstützung des Bonifatiuswerkes der deutschen Katholiken, der Bischof Konrad Martin Stiftung (Paderborn) und vieler anderer Förderer. Verlesen wurde das Grußwort von Monsignore Georg Austen, Generalsekretär des Bonifatiuswerkes der deutschen Katholiken. Allein vom Bonifatiuswerk kamen mehr als 300.000 Euro. Zudem hat die Bischof-Konrad-Martin-Stiftung, die zu den Stiftungen des Bonifatiuswerkes gehört, 75.000 Euro beigesteuert. Die Klosterkirche auf dem Kerbscher Berg ist eine Begegnungsstätte geworden, in der jede/r willkommen ist und es unglaublich viel zu entdecken gibt. 

(Quelle: Bistum Erfurt)