Hoffnung braucht Menschen, die sie weitergeben. Mit persönlichen Geschichten, tiefgründigen Gesprächen und berührender Musik hat das Bonifatiuswerk am Libori-Mittwoch unter dem Titel „Mut zur Hoffnung! – Gedanken, Geschichten und Musik“ zu einer Benefizveranstaltung in die Paderborner Marktkirche eingeladen. 600 Gäste erlebten einen Abend, der Mut machte und zeigte, dass Hoffnung eine verbindende Kraft besitzt.
Bonifatiuswerk-Generalsekretär Monsignore Georg Austen führte durch die Veranstaltung in der vollbesetzten Marktkirche und sprach mit den Journalisten, Autoren und Moderatoren Steffi Neu und Stefan Gödde, dem Musiker, Produzenten und Geschäftsführer der Popakademie Baden-Württemberg Michael Herberger sowie dem Sänger und Songwriter Samuel Rösch über die Frage, was Menschen gerade in einer Zeit voller Krisen, Unsicherheiten und gesellschaftlicher Spannungen Hoffnung gibt.
“Einfach für die Menschen da sein und Nähe schenken”
Dabei wurde deutlich: Hoffnung und Glaube sind für die Gesprächsgäste keine abstrakte Idee, sondern eine Haltung, die sich im Alltag bewähren muss. Steffi Neu erzählte, wie die schwere Erkrankung und der Tod eines engen Freundes sie dazu bewegt hätten, nach echten Worten des Trostes und der Ermutigung zu suchen. Aus dieser Erfahrung sei während der Corona-Pandemie zunächst der Podcast und später das Buch „Meine Mutmacher“ entstanden. „Ich wollte lernen, Worte zu finden, die nicht banal sind, sondern echt sind und Mut machen“, sagte sie. Diese Suche habe sie schließlich zu einer Ausbildung als Seelsorgerin geführt. Besonders Begegnungen mit Menschen, die schwere Lasten tragen – etwa beim WDR2-Weihnachtswunder in Paderborn – hätten ihr gezeigt, wie wichtig es sei, einfach da zu sein und Nähe zu schenken. Hoffnung entstehe für sie vor allem dort, „wo viele Menschen zusammen sind, die Gutes im Sinn haben. Das spürt man hier. Das spüren wir, wenn wir es nur zulassen und den ganzen Irrsinn um uns herum weglassen.“
“Wir sind uns auf der ganzen Welt viel ähnlicher, als es manchmal erscheint”
Auch Stefan Gödde berichtete von einem einschneidenden Erlebnis in seinem Leben. Eine geplatzte Ader im Kopf habe ihn bereits mit Anfang 30 mit der Endlichkeit des Lebens konfrontiert. Seitdem seien das tägliche Gebet, Gottesdienst und Dankbarkeit feste Bestandteile seines Alltags geworden. „Wir nehmen viele Dinge viel zu selbstverständlich“, sagte der Journalist und TV-Moderator. Gleichzeitig schöpfe er Hoffnung aus seinen Reisen rund um die Welt: Trotz unterschiedlicher Kulturen, Religionen und politischer Systeme habe er überall erlebt, dass Menschen im Kern dieselbe Sehnsucht verbinde. „Ich glaube aus tiefstem Herzen, dass wir alle möchten, dass es unseren Lieben gut geht. Wir sind uns auf der ganzen Welt viel ähnlicher, als es manchmal erscheint, das macht mir große Hoffnung, dass wir gar nicht so unterschiedlich sind.“
Menschen begegnen und nicht erreichen
Zwischen den Gesprächsrunden verlieh Samuel Rösch dem Abend mit seinen Liedern „Leuchtsignal“, „Geschichten“, „Stückchen Himmel“, „Wir“, „Das Gute sehen“ und „Der Herr sei mit dir“ eine besondere emotionale Tiefe. Seine Musik griff die Themen Vertrauen, Sehnsucht und Zuversicht auf und erzeugte immer wieder berührende und hoffnungsvolle Momente. Persönlich sprach der Sänger darüber, wie sein Glaube im Laufe seines Studiums gewachsen und zugleich gereift sei. Viele vertraute Strukturen und Traditionen seien für ihn zerbrochen, geblieben sei jedoch die lebendige Beziehung zu Jesus Christus. „Ich möchte Menschen nicht erreichen, sondern ihnen begegnen – mit all meinen Fragen“, sagte Rösch. Er hoffe, auf diese Weise anderen Mut und Hoffnung schenken zu können.
Dass Hoffnung auch bedeutet, mutig neue Wege zu gehen und Rückschläge anzunehmen, machte Michael Herberger deutlich. Der Musiker, Produzent und Geschäftsführer der Popakademie Baden-Württemberg sprach über prägende Stationen seines Lebens und darüber, wie ihn sein Glaube durch Erfolge ebenso wie durch Herausforderungen getragen habe. Nach dem Ende seiner langjährigen Zusammenarbeit mit der Band „Söhne Mannheims“ habe er sich gefragt, wie sein Weg weitergehen werde. „Das war eine sehr herausfordernde Zeit“, sagte Herberger. Kraft habe er damals vor allem im Gebet und beim täglichen Bibellesen um 5 Uhr morgens gefunden. Zweifel gehören für ihn bis heute zum Leben dazu: „Das ist als Mensch völlig okay und normal. Da hilft mir mein Glaube mehr als alles andere. Mark Twain soll mal gesagt haben: ‚Ich hatte in meinem Leben viele Probleme, die meisten sind nie eingetroffen.‘ Das finde ich sehr bezeichnend.“
“Hoffnung ist ansteckend”
Für Monsignore Georg Austen war der Abend ein Zeichen dafür, dass Hoffnung Menschen verbindet und Orientierung schenken kann: „Hoffnung ist ansteckend. Dieser Abend hat gezeigt, dass Hoffnung dort wächst, wo Menschen einander begegnen, zuhören und ihren Glauben miteinander teilen. Gerade in bewegten Zeiten wie diesen wurde deutlich, wie groß die Sehnsucht nach Zuversicht und Orientierung ist. Die persönlichen Lebensgeschichten, die Musik und die große Resonanz der Besucher machen deutlich: Hoffnung ist keine Vertröstung, sondern eine Kraft, die Menschen bewegt, verbindet und zum Handeln ermutigt. Genau dafür steht auch das Bonifatiuswerk – wir möchten Menschen stärken und konkrete Hilfe dort ermöglichen, wo sie gebraucht wird.“
Spenden für wichtige Institutionen
Neben den persönlichen Lebensgeschichten und Gesprächen stand auch der Benefizgedanke im Mittelpunkt des Abends. Der Eintritt war frei, das Bonifatiuswerk warb um Unterstützung für zwei Projekte, die Hoffnung ganz konkret erfahrbar machen: für die dringend notwendige Sanierung der Kirche Heilige Familie auf den norwegischen Lofoten, der einzigen katholischen Kirche der Inselgruppe, sowie für den Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Paderborn-Höxter. Beide Projekte stehen beispielhaft für den Auftrag und den Einsatz des Hilfswerkes, Glaubensorte zu erhalten und Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu begleiten.
Zu den Gästen gehörte unter anderem der Paderborner Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz, Schirmherr des Bonifatiuswerkes, der sich sehr beeindruckt von dem Benefizabend zeigte und mit einem ausdrücklichen Dank und Segensgebet den geistlichen Abschluss bildete.
Das Interesse an der Veranstaltung war so groß, dass längst nicht alle ein Ticket erhalten konnten. Daher wurde die Veranstaltung live von DOMRADIO.DE übertragen. Zum Nachschauen kann folgender Link genutzt werden: https://www.youtube.com/watch?v=DQ8MyXtwCfs
(thmei)















