Vier Räder, ein Lenkrad, drei Sitzreihen: Technisch betrachtet sind die BONI-Busse des Bonifatiuswerkes ganz normale VW Bullis. Allein, der Geist, von dem die rapsgelben Autos getragen – oder besser gelenkt – werden, macht sie zu etwas einzigartig Wertvollem. Die Bullis sind mobile Glaubenshelfer und bringen Kinder und Jugendliche zu Gruppenstunden, ermöglichen Senioren die Teilnahme an Gottesdiensten und Wallfahrten und verbinden Menschen über weite Entfernungen hinweg: Vier katholische Gemeinden haben heute ihre neuen BONI-Busse beim Bonifatiuswerk in Empfang genommen.
Die Fahrzeuge gehen an die Pfarrei Mariä Geburt in Hersbruck (Erzbistum Bamberg), die Kirchengemeinde St. Maria Magdalena in Frankfurt (Oder) (Erzbistum Berlin), die Pfarrei Heilige Familie in Lübbenau (Bistum Görlitz) und die Kirchengemeinde St. Johannes Baptist in Weil im Schönbuch (Erzbistum Rottenburg-Stuttgart).
Hersbruck: Menschen im Pegnitztal verbinden
Die Pfarrei Mariä Geburt in Hersbruck im Erzbistum Bamberg setzt den neuen BONI-Bus im gesamten Seelsorgebereich Pegnitztal mit rund 19.000 Katholiken ein. In dem weitläufigen Gebiet hilft der Bus, Menschen aus verschiedenen Orten zusammenzuführen und ihnen die Teilnahme am kirchlichen Leben zu erleichtern. Pfarrgemeinderat Hans Geitner holte das neue Fahrzeug ab. „Wir hatten bereits einen BONI-Bus. Der ist leider bei einen Unfall beschädigt worden und musste ersetzt werden“, berichtet Hans Geitner. Der neue Bulli bringt Kinder, Jugendliche und Senioren zu kirchlichen Veranstaltungen, Wallfahrten und Ausflüge oder Zeltlager. Auch für andere Transporte – etwa bei Baueinsätzen – steht der Wagen zur Verfügung. „Deswegen hat unser neuer BONI-Bus eine Anhängerkupplung“, sagt der Pfarrgemeinderat.
Frankfurt (Oder): BONI-Bus jetzt umweltfreundlicher unterwegs
In der katholischen Kirchengemeinde St. Maria Magdalena in Frankfurt (Oder) wird das neue Fahrzeug die Gemeinde dabei unterstützen, junge und alte Menschen zu kirchlichen Angeboten zusammenzubringen. Damit erweitert es die Möglichkeiten, Gemeinschaft über räumliche Grenzen hinweg zu gestalten. Jens Katzer nahm den neuen BONI-Bus für die Gemeinde in Empfang, der einen altgedienten BONI-Bus ersetzt. 25 Jahre hat das Fahrzeug auf dem Buckel. Unzählige Kinder wurden damit zu Religiösen Kinderwochen (RKW) gebracht oder Helferinnen und Helfer der Kinder-, Hochschul- und Notfallseelsorge befördert. Jens Katzer ist dennoch froh, dass das alte Schätzchen seit April nicht mehr fährt: „Der Wagen hatte noch die rote Umweltplakette. Beim Starten hüllte er die Umgebung in eine dunkle Wolke.“ Seit der Stilllegung hätten Ehrenamtliche die Fahrten mit privaten Autos organisiert, berichtet Jens Katzer. Auf gut 50 Kilometer sei das Gemeindegebiet in Nord-Süd-Ausrichtung ausgedehnt.
Lübbenau: Ein neuer Bus zum Jubiläum der Pfarrkirche
In Lübbenau im Bistum Görlitz ersetzt der neue BONI-Bus ein 17 Jahre altes Fahrzeug. Der moderne Bulli bringt Senioren sowie Kinder und Jugendliche zu Gottesdiensten, kirchlichen Veranstaltungen und Freizeiten. So hilft er, Menschen unterschiedlicher Generationen am Gemeindeleben teilhaben zu lassen. Die ehrenamtlichen Helfer Ingolf Winkler und Andreas Brendel nahmen das neue Fahrzeug entgegen. Nach ihren Angaben fällt die Übergabe des neuen BONI-Busses mit einem besonderen Anlass zusammen: Zum 70. Geburtstag der Pfarrkirche wird der Wagen gesegnet. Damit beginnt für die katholische Pfarrgemeinde Heilige Familie ein neues Kapitel in der Unterstützung ihrer vielfältigen Aktivitäten. Dringend benötigt wird das Fahrzeug auf jeden Fall: 2028 sollen in der Region Gemeinden zusammengelegt werden. Das Gebiet, das dann in der Pastoral betreut wird, erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung auf mehr als 80 Kilometer.
Weil im Schönbuch: Stark in der Jugendarbeit
Für die katholische Kirchengemeinde St. Johannes Baptist in Weil im Schönbuch im Erzbistum Rottenburg-Stuttgart ist der neue BONI-Bus eine wichtige Unterstützung für die Zukunft der Pastoral. Das Gemeindegebiet besteht aus acht Kommunen. Weite Wege sind da programmiert. Jugendreferent Florian Sehmisch nahm den VW Bulli in Empfang. Vor allem in der Jugendarbeit wird er wertvolle Dienste leisten. „Allein in meinem Ort kümmern sich 40 ehrenamtliche HelferInnen um die Jugendarbeit“, berichtet Florian Sehmisch. Die Kirchengemeinde St. Johannes Baptist nutzt den BONI-Bus aber auch für ein außergewöhnliches Angebot, das vor allem ältere Menschen anspricht. „Wir haben einen Friedhof-Shuttle“, erzählt Florian Sehmisch. Seniorinnen und Senioren werden mit dem Bulli zum Friedhof gebracht, damit sie die Gräber ihrer verstorbenen Angehörigen pflegen und dort beten können.
Für Monsignore Georg Austen sind die BONI-Busse mehr als reine Transportmittel: Als mobile Glaubenshelfer seien sie „ein echtes Markenzeichen des Bonifatiuswerkes“. Der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes schickte die Fahrzeuge mit dem Wunsch auf die Reise: „Mögen die BONI-Busse ein Segen für Ihre Gemeinden sein.“ Jedem der Fahrer überreichte Monsignore Austen ein Mini-Evangelium als künftigen Wegbegleiter.
Das Bonifatiuswerk fördert als Hilfswerk für den Glauben und die Solidarität katholische Christen in den Diaspora-Regionen in Deutschland sowie in Nordeuropa und im Baltikum. Gut 600 BONI-Busse rollen derzeit im In- und Ausland über die Straßen.
(SAH)

