Ein wichtiger Schritt für die Katholische Pfarrei Hl. Maria Magdalena Leipzig-Ost ist am Sonntag, 20. September 2026, mit der feierlichen Einweihung des umfassend renovierten Pfarrzentrums auf dem Campus Lorenzo vollzogen worden. Nach fast dreijähriger Bauzeit segnete Bischof em. Heinrich Timmerevers die neu gestalteten Räume auf der Stötteritzer Straße 47. Zahlreiche Gemeindemitglieder und Gäste feierten den Abschluss der Bauarbeiten mit einem Festgottesdienst und einem anschließenden Pfarreifest. Für das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken als einen wesentlichen Unterstützer der Baumaßnahme war Präsident Manfred Müller aus Paderborn in die Messestadt gereist und nahm an den Feierlichkeiten teil.
Den Auftakt des Festtages bildete ein festlicher Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Laurentius. Für Bischof em. Heinrich Timmerevers war es einer seiner ersten größeren Termine im Bistum nach seinem Abschied aus dem aktiven bischöflichen Dienst Anfang September. Mit Blick auf den abgeschlossenen Umbau erinnerte er sich an den Auftakt der Baumaßnahmen vor Jahren, als ihm die Pläne erstmals vorgestellt wurden. Bischof em. Timmerevers: „Es war ein Traum. Und dieser Traum hat sich verwirklicht. Es ist wirklich alles wunderbar gelungen.“ Zugleich ermutigte er die Gemeinde, sich als „lebendige Steine“ durch Christus aufbauen zu lassen in der Mitte der Gesellschaft.
Vielfältige Gemeinde
Der Bischof würdigte auch die Vielfalt der Beteiligten an der Gestaltung des Gottesdienstes. So wurden Lesungen und Fürbitten auch von Vertreterinnen und Vertretern der polnischen, ukrainischen und vietnamesischen Gemeindemitglieder vorgetragen. „Das ganze Volk Gottes“ sei hier präsent, so Bischof Timmerevers mit Blick auf die vielfältigen Nationalitäten und Riten. Neben dem Kinder- und Gemeindechor sang auch ein ukrainischer Chor.
Im Anschluss an die Eucharistiefeier dankte Pfarrer Thomas Hajek allen, die an der Planung und Umsetzung der umfangreichen Sanierungsarbeiten beteiligt waren. Es sei ein „offenes Haus“ entstanden. Symbolisch überreichte er Bischof Timmerevers für diesen Tag einen Transponder, der „nahezu alle Türen öffne“, so Pfarrer Hajek.
Rund 3,3 Millionen Euro hatten die Baumaßnahmen gekostet. Mit 3 Millionen Euro waren die Planungen zu Beginn gestartet. 1,6 Millionen Euro Zuschuss kamen vom Bistum Dresden-Meißen. Das Bonifatiuswerk steuerte 75.000 Euro zur Verwirklichung bei. Bonifatiuswerk-Präsident Manfred Müller überbrachte die Grüße und Glückwünsche des kirchlichen Hilfswerks und sprach davon, auch selbst etwas von dem „besonderen Spirit und der Begeisterung“, die er hier vor Ort erlebe, mitnehmen zu wollen. Als Erinnerung an den Bau-Abschluss überreichte er Pfarrer Hajek eine Bonifatius-Stele aus Glas.
Bei der anschließenden Hausweihe segnete der emeritierte Bischof die renovierten Räume und stellte das Pfarrzentrum damit auch symbolisch unter Gottes Segen. Die neu gestalteten Räume bieten der Pfarrei künftig zeitgemäße Möglichkeiten für Begegnung, Bildung sowie die Kinder- und Jugendarbeit. Auch für unterschiedliche Veranstaltungen und Gruppen stehen nun verbesserte räumliche Bedingungen zur Verfügung.
Moderner Mittelpunkt des Campus Lorenzo
Das Pfarrzentrum bildet gemeinsam mit der Pfarrkirche St. Laurentius einen zentralen Ort auf dem Campus Lorenzo. Auf dem Gelände befinden sich neben den katholischen Einrichtungen auch Angebote der Johanniterakademie Mitteldeutschland und der Caritas Leipzig. Dazu gehören unter anderem die Kindertagesstätte Don Bosco, Angebote des Betreuten Wohnens und der Tagespflege, eine Sozialstation sowie „Agnes Ambulant“. Ebenfalls auf dem Campus befindet sich das Ambulante Rehazentrum des Elisabeth-Krankenhauses.
Damit ist rund um St. Laurentius ein vielfältiger Ort kirchlichen, sozialen und gesellschaftlichen Lebens im Leipziger Osten entstanden. Die Pfarrei versteht das renovierte Pfarrzentrum entsprechend nicht nur als Verwaltungs- und Veranstaltungsgebäude, sondern vor allem als Ort der Begegnung und des gemeinschaftlichen Lebens.
Beim anschließenden Pfarreifest konnten die Besucherinnen und Besucher die neuen Räume kennenlernen und miteinander ins Gespräch kommen. Ein Mittagsimbiss, Musik sowie Spiel- und Mitmachangebote für Kinder sorgten für ein abwechslungsreiches Programm. Auch die Kindertagesstätte Don Bosco öffnete ihre Türen und gab Einblicke in ihre Arbeit. Den Abschluss des Festtages bildete am Nachmittag eine Andacht mit dem Chor Gospeltrain.
Pfarrei im Wandel
Die Pfarrei Hl. Maria Magdalena zählt derzeit rund 9.000 Gläubige. Ihr Gebiet umfasst den gesamten Leipziger Osten und Taucha und reicht im Süden weit in Richtung Grimma. Neben der Pfarrkirche St. Laurentius gehören weitere Gottesdienstorte zur Pfarrei.
Die 1893 errichtete St.-Laurentius-Kirche ist heute die älteste römisch-katholische Kirche Leipzigs. Seit dem 8. Dezember 2019 ist sie Pfarrkirche der neu gegründeten Pfarrei Hl. Maria Magdalena. Neben der katholischen Gemeinde nutzt auch die ukrainische griechisch-katholische Gemeinde die Kirche für ihre Gottesdienste.
Die Pfarrei erlebt durch Zu-, Um- und Wegzüge einen stetigen Wandel. Zugleich stellt die unterschiedliche soziale Situation in den Stadtteilen die Gemeinde vor neue Herausforderungen. Mit dem renovierten Pfarrzentrum verfügt sie nun über Räume, die diesen Veränderungen Rechnung tragen und das vielfältige Gemeindeleben auch künftig unterstützen können.
Text/Fotos: Michael Baudisch
Lesen Sie hier das Grußwort von Bonifatiuswerk-Präsident Manfred Müller nach




















