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"Ich weiß jetzt, was ich später machen möchte"

Rückkehrerseminar zeigt, wie das 'Praktikum im Norden' junge Menschen prägt

Die ehemaligen Freiwilligen des "Praktikums im Norden" kamen zu einem Rückkehrerseminar in Paderborn zusammen. Mit dabei: Bonifatiuswerk-Generalsekretär Monsignore Georg Austen (Mitte) und die Programmverantwortlichen Eva Berlage (r. neben Austen) und Ricarda Clasen (l. neben Austen) (Foto: Theresa Meier)

Die ehemaligen Freiwilligen des "Praktikums im Norden" kamen zu einem Rückkehrerseminar in Paderborn zusammen. Mit dabei: Bonifatiuswerk-Generalsekretär Monsignore Georg Austen (Mitte) und die Programmverantwortlichen Eva Berlage (r. neben Austen) und Ricarda Clasen (l. neben Austen) (Foto: Theresa Meier)

Was bleibt, wenn ein Freiwilligendienst endet? Beim Rückkehrerseminar des "Praktikums im Norden" des Bonifatiuswerkes wurde schnell klar: Für die jungen Erwachsenen sind es weit mehr als Erinnerungen. Sie kehrten mit neuen Perspektiven, gewachsenem Selbstvertrauen und konkreten Zukunftsplänen zurück. Zwei Tage lang blickten die Freiwilligen gemeinsam auf ihre Zeit in Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland, Island, Lettland und Estland zurück. Zusammen mit der Programmverantwortlichen Eva Berlage und der langjährigen Projektkoordinatorin Ricarda Clasen reflektierten sie prägende Erlebnisse, persönliche Entwicklungen und interkulturelle Herausforderungen. 

Für Moritz Constantin Lang, der an der St. Paul Grundschule und am gleichnamigen Gymnasium im norwegischen Bergen mitgearbeitet hat, steht nach seinem Freiwilligendienst eine wichtige Entscheidung bereits fest: „Für mich hat sich das PIN (‚Praktikum im Norden‘) total gelohnt. Ich würde es immer wieder machen. Ich weiß jetzt, was ich später machen möchte: Lehrer werden.“ Neben dem Schulalltag unterstützte er mit weiteren Freiwilligen in Bergen auch zahlreiche kirchliche Feste im rund 300 Kilometer entfernten Trondheim. „Wir waren eine große Hilfe. Ohne die Praktikanten hätte man dafür viel Personal vor Ort gebraucht.“ Sein Fazit: Die Freiwilligen seien für die Partner vor Ort ein echter Mehrwert.

Begegnungen, die bleiben

Auch Lea Rebekka Scholz kehrte mit vielen prägenden Erinnerungen aus dem schwedischen Vadstena zurück, wo sie im Birgittenkloster tätig war. Besonders die herzliche Gemeinschaft habe sie beeindruckt. „Mit den Ordensschwestern hatten wir ein sehr gutes Verhältnis. In Schweden gehört die Fika einfach dazu – und die Schwestern waren oft  mit dabei“, erzählt sie schmunzelnd. Unvergessen bleibt für sie außerdem die Offenheit der Gemeinde. „Es gab eine Familie, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Praktikanten zu ,adoptieren'. Sie haben viele Ausflüge mit uns gemacht und uns das Land gezeigt.“

Diese Erfahrungen haben sie auch auf ihrem beruflichen Weg gestärkt. Lea studiert katholische Theologie und Religionswissenschaften und kann sich gut vorstellen, später in der Kirche zu arbeiten – etwa in ihrem Heimatbistum Hildesheim, wo sich derzeit viele neue Aufgaben und Verantwortungsbereiche für hauptberufliche Laien entwickeln.

Kirche als Ort der Vielfalt und Begegnung

Neben den persönlichen Erfahrungen nahmen die Freiwilligen auch neue Eindrücke vom kirchlichen Leben in ihren Einsatzländern mit. Fabiola Schlinkert, ehemalige Freiwillige im Katarinahjemmet und an der St.-Sunniva-Schule in Oslo, zeigte sich beeindruckt von der lebendigen Jugendarbeit: „Das war cool.“ Besonders die Aktivitäten der katholischen Jugendorganisation „Norges Unge Katolikker“ seien ihr in Erinnerung geblieben.

Elias Timm, der in den Gemeinden St. Hallvard und St. Johannes in Oslo sein Praktikum absolvierte, erlebte Kirche vor allem als internationalen Begegnungsort: „In der Innenstadtkirche wurden Gottesdienste in 14 verschiedenen Sprachen gefeiert. Der Austausch zwischen den unterschiedlichen Kulturen und Menschen war unglaublich bereichernd.“ Diese Erfahrungen griff auch Bonifatiuswerk-Generalsekretär Monsignore Georg Austen im gemeinsamen Abschlussgottesdienst auf. Unter dem Leitgedanken „Wertvolles im Gepäck“ würdigte er die Freiwilligen für ihren Einsatz: „Ihr nehmt weit mehr mit nach Hause als die Erinnerungen an euer Praktikum. Ihr habt in gewisser Weise auch Friedensarbeit und durch euer Engagement karitative Arbeit über Grenzen hinweg geleistet – gerade dort, wo beispielsweise Gemeinden Geflüchtete aufnehmen und Integration ermöglichen. Gleichzeitig hätten sie erlebt, dass Kirche viele Gesichter habe. „Es gibt keine Nationalkirche – wir sind Weltkirche. Diese Vielfalt ist keine Befremdung, sondern eine Bereicherung.“

Abschied nach sieben prägenden Jahren

Das Rückkehrerseminar war zugleich ein besonderer Moment für Ricarda Clasen. Seit Mai 2019 begleitete sie als Projektkoordinatorin am Newman-Institut in Uppsala die Freiwilligen des "Praktikums im Norden". Nun wurde sie beim Seminar offiziell verabschiedet. Künftig wird sie in Uppsala einen weiteren Masterstudiengang aufnehmen. „Es war eine super intensive und schöne Zeit.“ Besonders bereichernd sei für sie gewesen, junge Menschen in ihrer persönlichen Entwicklung begleiten zu dürfen. Viele Freiwillige hätten nach den Einschränkungen der Corona-Pandemie mit dem Praktikum erstmals wieder ein großes Abenteuer erlebt. „Beim Rückkehrerseminar zu hören, wie viel jeder Einzelne aus diesem Jahr mitgenommen hat und wie das ‚PIN‘ weit über den Freiwilligendienst hinaus nachwirkt, ist jedes Mal etwas Besonderes.“

Ab August übernimmt die Italienerin Lidia Fioravanti die Koordination des Programms in Uppsala und wird zukünftig die Freiwilligen während ihres Einsatzes in Nordeuropa begleiten.

(MET)

Eindrücke des Rückkehrerseminars. Foto: Theresa Meier

Eindrücke des Rückkehrerseminars. Foto: Theresa Meier

Eindrücke des Rückkehrerseminars. Foto: Theresa Meier

Eindrücke des Rückkehrerseminars. Foto: Theresa Meier

Eindrücke des Rückkehrerseminars. Foto: Theresa Meier

Eindrücke des Rückkehrerseminars. Foto: Theresa Meier

Eindrücke des Rückkehrerseminars. Foto: Theresa Meier

Eindrücke des Rückkehrerseminars. Foto: Theresa Meier