Am Campus für Theologie und Spiritualität (CTS) in Berlin beginnt heute eine Vorlesungsreihe mit dem Titel „Die Defensive überwinden! Spirituelle Anregungen zum Mut in herausfordernden Zeiten“, die vom Bonifatiuswerk gefördert wird. An sechs Terminen, immer dienstags von 18.30 bis 20.00 Uhr, wird in diesem Wintersemester im Kesselhaus am Alexianer St. Hedwig Krankenhaus über Mut diskutiert. Geplant sind 45-minütige Vorträge mit anschließender Diskussion. Der Eintritt ist frei.
„Was ist das Gegenteil von Mut? Eine defensive Lebenseinstellung, meint die Hamburger Philosophin Dagmar Borchers. Und die ist in der Gegenwart häufig anzutreffen. Eine Studie aus dem Jahr 2025 nennt als die bevorzugte Strategie, die Zumutungen der Gegenwart zu bewältigen, bei 93 Prozent (!) der Befragten den Rückzug in das private Schneckenhaus“, heißt es in der Ankündigung der Hochschule. Zugleich sehnten sich dieselben Menschen danach, sich mehr selbstwirksam zu erleben. Mitten in dieser Spannung mache es nachdenklich, wenn Aristoteles meine: „Nur der mutige Mensch kann glücklich werden“. In der Bibel, schreibt der CTS, seien viele Mutmachgeschichten überliefert, die Menschen aus der Defensive herauslockten.
Einen nötigen Konflikt einzugehen, biographisch einen Schritt auf unbekanntes Terrain zu wagen, den Sprung des Glaubens zu riskieren, öffentlich seine Stimme zu erheben, wo Unrecht geschieht, all das erfordere Überwindung und Mut. „Mut ist eine riskante Vorleistung, es gibt ihn nur in einer unsicheren Situation. Und da bedeutet Mut nicht, völlig frei zu sein von Angst, sondern sich von der Angst nicht dominieren zu lassen“, heißt es weiter. Wer mutig sei, erlebe eine Handlungsfähigkeit zwischen den beiden Extremen von lähmender Furcht und Kleinmut auf der einen und Übermut, Leichtsinn und Waghalsigkeit auf der anderen Seite. Und: Um mutig zu sein, müsse das Ziel als sinnvoll einleuchten. Es müsse das Wagnis wert sein. Die Ringvorlesung der Hochschule möchte hier spirituelle und spiritualitätstheologische Impulse bieten.
Die Vorlesungstermine finden jeweils Dienstag um 18:30 Uhr (45 Min. Vortrag + 45 Min Diskussion) im Kesselhaus am Alexianer St. Hedwig Krankenhaus statt.
Referent:
Prof.Dr. theol. habil. Michael Höffner
Professor für Theologie der Spiritualität
Termine und Themen:
JeweilsDienstag18.30–20.00h (45min Vortrag + 45min Diskussion)
06.10.2026
Postheroisch? Postdefensiv! Glaubenserfahrungen mit Ermutigungs-Menschen
Prof. Dr. Jürgen Werbick, Münster
13.10.2026
Springen? Über den Mut zu glauben,
Prof. Dr. Michael Höffner, Berlin/Münster
20.10.2027
Mut zur Wahrhaftigkeit – Inspirierendes bei Michel Foucault und Hannah Arendt
Prof. Dr. Thomas Eggensperger OP; Berlin/Münster
27.10.2027
Mut/Tapferkeit – Überraschendes aus der „old school“: Aristoteles, Thomas v. Aquin, Radulfus Ardens
Prof. Dr. Rudolf Hein OPraem, Duisburg/Münster
03.11.2027
Mut in Demut: Das Beispiel Jesu
Prof. Dr. Thomas Söding, Bochum/Münster
17.11.2027
Mut als Kunst in der Kunst – Bildbetrachtungen
Pfr. Hannes Langbein, Berlin
Der Eintritt ist frei.
(bam)

